
Das einstmals ehrgeizige deutsch-französische Kampfjet-Projekt FCAS ist endgültig gescheitert. Bundeskanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron mussten das Aus für dieses Rüstungsvorhaben verkünden. Die Streitigkeiten zwischen den Rüstungsfirmen Dassault und Airbus ließen sich einfach nicht mehr überbrücken.
Dieses Debakel zeigt deutlich, dass der Wille der Politik noch lange kein Selbstläufer für den praktischen Erfolg ist. Nationale Interessen und die Sorge um heimische Arbeitsplätze wogen am Ende schwerer als die europäische Einheit.
Für die Abwehr des aktuellen russischen Angriffskriegs ist dieser Schritt jedoch keineswegs kriegsentscheidend. Die Entwicklung eines solchen Flugzeugs dauert ohnehin Jahrzehnte, weshalb es für die jetzige Lage keine Rolle spielt.
Frankreich versucht nun, im Alleingang einen Nachfolger für seinen Rafale-Jet zu bauen und zu finanzieren. Berlin wiederum wird sich nach neuen Partnern umsehen müssen, um die geplante Rüstung zu modernisieren. Ohne eine klare politische Führung ist das gemeinsame Ziel einer starken europäischen Verteidigung vorerst in weite Ferne gerückt.
Quelle: DIE ZEIT



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