
Es ist ein Vorschlag von bestechender Schlichtheit, den Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán da in die Welt posaunt hat: Die Ukraine solle doch bitte Gebiete an Russland abtreten und sich künftig als Pufferstaat wohlfühlen. Nur so könne man Frieden schaffen – indem man dem Aggressor einfach gibt, was er will, und sich selbst zur geopolitischen Knautschzone degradiert.
Doch warum so bescheiden, Herr Orbán? Wenn Selbstaufgabe und Neutralität der Königsweg zum Frieden sind, warum wenden wir dieses geniale Konzept nicht auf den Erfinder selbst an? Stellen wir uns vor: Ungarn tritt aus der NATO aus. Sofort.
Das wäre die logische Konsequenz seiner Politik. Wer ohnehin lieber in Moskau Hände schüttelt und Gas-Deals verhandelt, statt mit den europäischen Verbündeten an einem Strang zu ziehen, fühlt sich in einem Verteidigungsbündnis doch nur eingeengt. Ein Ungarn als Pufferstaat wäre der feuchte Traum des Kreml und die Erlösung für Brüssel. Endlich könnte Orbán ohne die lästigen Fesseln westlicher Werte ganz offen als Vorposten Putins agieren, ohne sich hinter einer Fassade der Bündnistreue verstecken zu müssen.
Ein solcher Pufferstaat Ungarn wäre die perfekte Praline auf dem Präsentierteller für Wladimir Putin: Wehrlos, isoliert und moralisch flexibel. Orbán fordert von der Ukraine, Illusionen aufzugeben und der „Realität ins Auge zu sehen“. Die Realität ist: Wer sich freiwillig zum Puffer macht, wird am Ende zerquetscht. Aber vielleicht ist genau das der Platz, den sich Orbán in den Geschichtsbüchern sichern möchte – nicht als Anführer einer stolzen Nation, sondern als Türvorsteher für russische Interessen mitten in Europa. Nur zu, Viktor. Geh voran.



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