Endlich ein Ende für das blutige russische Erdgas?

Der neue EU-USA-Deal und die unbequeme Wahrheit

Hand aufs Herz: Es war doch schon lange eine moralische Bankrotterklärung. Mitten in Europa tobt ein brutaler Angriffskrieg, finanziert durch die Rohstoff-Milliarden, die aus dem Westen nach Moskau fließen. Und während die Ukraine um ihre Existenz kämpft, hat die EU auch im Jahr 2025 munter weiter russisches Gas gekauft. Man kann es drehen und wenden, wie man will: Das fühlte sich nicht nur falsch an, das war falsch. Jeder Kubikmeter Gas, der aus Russland importiert wurde, war im Grunde mit Blutgeld bezahlt.

Doch jetzt scheint sich das Blatt zu wenden. Am Horizont leuchtet ein Hoffnungsschimmer namens transatlantische Partnerschaft. Die EU und die USA unter Donald Trump haben einen Deal geschlossen, der auf den ersten Blick wie ein trockener Handelspakt wirkt – 15 % Zoll hier, ein paar Investitionen da. Aber wenn man genauer hinschaut, entdeckt man den wahren Kern des Abkommens: eine massive energiepolitische Neuausrichtung.

Die EU hat sich verpflichtet, in großem Stil amerikanisches Flüssigerdgas (LNG), Öl und sogar Kernbrennstoffe zu kaufen. Das ist mehr als nur ein Geschäft. Es ist das erklärte Ziel, russische Energielieferungen endlich komplett zu ersetzen. Man kann von Trump halten, was man will, aber in diesem Punkt scheint eine pragmatische Lösung gefunden worden zu sein, die Europa aus einer selbstverschuldeten Abhängigkeit befreit.

Natürlich ist nicht alles Gold, was glänzt. Die neuen Zölle werden die europäische Wirtschaft, insbesondere die exportstarke deutsche Industrie, spürbar belasten. Das wird Geld kosten und sicherlich für hitzige Debatten sorgen. Aber die entscheidende Frage ist doch: Was ist der Preis für unsere Werte? Was ist der Preis für unsere Sicherheit?

Die jahrelange Naivität gegenüber Moskau hat uns in diese missliche Lage gebracht. Wir haben zugelassen, dass ein autokratisches Regime unsere Energieversorgung als Waffe einsetzen kann. Der neue Deal mit den USA ist vielleicht nicht die eleganteste Lösung und sicherlich nicht die billigste. Aber er ist ein entschlossener und notwendiger Schritt, um diesen historischen Fehler zu korrigieren.

Es ist eine Abkehr vom „Blutgas“ aus dem Osten und eine Hinwendung zu einem Partner, mit dem man über Werte und strategische Interessen zumindest eine gemeinsame Basis hat. Es ist das Eingeständnis, dass Sicherheit und Moral eben doch einen Preis haben. Und sicherlich ist dieser Preis es wert, gezahlt zu werden, um nachts wieder ruhiger schlafen zu können – mit dem Wissen, einen Aggressor nicht auch noch mit den eigenen Euros zu finanzieren. Der Deal ist somit vor allem eines: überfällig.

Quellenangabe

  • Informationen zum Handelsabkommen zwischen EU und USA:
    • Pressekonferenz von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und US-Präsident Donald Trump vom 27. Juli 2025.
    • Berichterstattung von Nachrichtenagenturen wie Reuters, Associated Press und Deutsche Welle am 27. und 28. Juli 2025.
    • Analyse von UNITED24 Media: „EU to Replace Russian Oil and Gas With US Fuel Under New $750B Trade Deal“, 28. Juli 2025.
  • Informationen zu EU-Gasimporten aus Russland:
    • Berichte der EU-Kommission zur Energiesicherheit und dem REPowerEU-Plan, u.a. die „Roadmap to fully end EU dependency on Russian energy“ vom 6. Mai 2025.
    • Analyse des Think-Tanks Ember: „The final push for EU Russian gas phase-out“, März 2025.
    • Berichterstattung des Kyiv Independent zur Abhängigkeit und den Ausstiegsplänen der EU, zuletzt am 26. Juli 2025.

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Kommentare

Ein Kommentar zu „Endlich ein Ende für das blutige russische Erdgas?“

  1. Donald hat sein gutes Geschäft gemacht …
    Waldemar kauft billiges Gas aus Russland(aserb…)

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