
Von hier oben sehe ich euch wie Ameisen in einem Labyrinth aus Licht. Jeder Schritt ein Universum für sich. Jeder Herzschlag ein Donnerschlag in der Stille.
Ihr nennt es Zufall, was ich Symphonie nenne. Die verlorene Münze, die zum richtigen Moment rollt. Der verspätete Zug, der euch vor dem Unfall bewahrt. Das gebrochene Herz, das Platz für größere Liebe schafft.
Eure Tränen sind Perlen in meinen Händen. Jede Angst ein Brief, den ihr mir schreibt. Ohne zu wissen, dass ich längst geantwortet habe. In der Umarmung des Fremden, im Lächeln des Kindes.
Ihr sucht mich in Kathedralen und Tempeln. Dabei wohne ich in euren Zweifeln. In den Fragen, die euch nachts wachhalten. In der Sehnsucht, die größer ist als alle Antworten.
Was ihr Scheitern nennt, ist oft euer Ankommen. Was ihr Ende nennt, ist mein Anfang. Jeder Abschied ein Versprechen. Jeder Winter schwanger mit dem Frühling.
Ihr seid Geschichten, die sich selbst erzählen. Funken eines Feuers, das nie erlischt. Wellen eines Ozeans, der kein Ufer kennt. Meine Gedanken, die Fleisch geworden sind.
Und manchmal, in der Stille zwischen zwei Atemzügen. Erkennt ihr mich. Nicht als den Richter eurer Ängste. Sondern als die Liebe, die ihr selbst seid.



Kommentar verfassen