
Der alternativlose Schritt zur Abwendung einer Horrorvorstellung?
Die Welt blickt auf den Nahen Osten, wo die USA unter Präsident Donald Trump militärisch Fakten geschaffen haben. In einer offenbar mit Israel koordinierten Aktion wurden die iranischen Atomanlagen angegriffen. Dieser Schritt ist eine drastische Zäsur, die jahrelange, fruchtlose diplomatische Bemühungen beendet. Zwar möchte niemand einen Krieg, und eine Verhandlungslösung wäre stets der bessere Weg. Doch die Alternative – eine Diktatur wie im Iran, ausgestattet mit Atomwaffen – ist für viele eine absolute Horrorvorstellung. Es scheint, als hätten die USA und Israel den Kairos, den geeigneten Augenblick, genutzt, um einer untragbaren Bedrohung zuvorzukommen.
Der Angriff erfolgte nicht im luftleeren Raum. Er ist das Ergebnis der tiefen Überzeugung, dass der diplomatische Weg an sein Ende gekommen war. Die endlosen Atomgespräche wurden von Kritikern zunehmend als reines „Blabla“ wahrgenommen, als eine Verschleierungs- und Verzögerungstaktik des Regimes in Teheran. Während im Westen, insbesondere in Europa, die Hoffnung auf eine „Rückkehr an den Verhandlungstisch“ verbreitet war, schuf der Iran im Hintergrund weiter Tatsachen. Wer also einen Militärschlag kategorisch ablehnte, musste im Grunde bereit sein, mit einem nuklear bewaffneten islamistischen Terrorstaat zu leben.
Für Israel, das vom iranischen Regime offen mit der Auslöschung von der Landkarte bedroht wird, war diese Option selbstverständlich inakzeptabel. Aber auch für den Rest der Welt wären die Folgen verheerend. Eine iranische Atombombe würde dem Teheraner Regime eine Art ultimative Lebensversicherung für seine destruktive Politik verschaffen. Geschützt durch den nuklearen Schirm könnte es seine Agenda noch aggressiver verfolgen.
Diese Agenda ist klar ersichtlich. Der Iran unterstützt nachweislich Terrororganisationen wie die Hamas und die Hisbollah, die die gesamte Region destabilisieren. Der brutale und mörderische Überfall der Hamas auf Israel im Oktober 2023 hat der Welt die Grausamkeit dieser vom Iran finanzierten Stellvertreter schonungslos vor Augen geführt. Ein mit Atomwaffen ausgestatteter Iran würde diese extremistischen Kräfte nur weiter ermutigen und die globale Sicherheit massiv gefährden.
Der amerikanische Angriff war, so die Befürworter, eng und präzise auf die Nuklearanlagen in Fordo, Natans und Isfahan beschränkt. Es war kein Angriff auf das Land oder ein Versuch des Regime Change, sondern ein gezielter Schlag, um das Atomprogramm empfindlich zu stören und um Jahre zurückzuwerfen. Dieser gewonnene Zeitgewinn ist von unschätzbarem Wert. Er eröffnet die Möglichkeit für neue diplomatische Ansätze auf einer realistischeren Grundlage. Die Führung in Teheran weiß nun, dass sie die Welt nicht ungestraft zum Narren halten kann.
Natürlich bestehen Risiken. Iranische Vergeltungsaktionen sind zu erwarten, und die Gefahr eines regionalen „Flächenbrandes“ kann nicht ignoriert werden. Jedoch sind die militärischen Ressourcen des Iran begrenzt, auch durch frühere israelische Schläge und den Verlust wichtiger Hilfstruppen. Eine entfesselte Konfrontation würde für das Regime wohl mit der Gefahr der Selbstzerstörung einhergehen.
Am Ende war die Entscheidung für den Militärschlag eine Abwägung zwischen zwei schlechten Optionen. Es war keine Entscheidung für den Krieg, sondern eine Entscheidung gegen die Horrorvorstellung eines nuklear bewaffneten Mullah-Regimes, das Terror exportiert und die Vernichtung Israels anstrebt. Aus dieser Perspektive war der Angriff richtig und möglicherweise der einzig verbleibende, wenn auch schmerzhafte Schritt.



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