Elon Musks „Dienste“ für die Demokratie

Elon Musk, der selbsternannte Retter der Menschheit (solange sie sich in seinen Teslas fortbewegt oder auf seinen Satelliten rumhängt), hat nun beschlossen, sein politisches Engagement zu reduzieren. Welch eine gute Nachricht! Er hat ja auch „genug getan“. Und wie! Die Trump-Regierung verdankt ihm so einiges, wenn es darum geht, die Demokratie in den USA endgültig ad absurdum zu führen.

Fangen wir doch mal mit der finanziellen Unterstützung an: Über 250 Millionen Dollar für Trumps Wahlkampf 2024! Das ist doch mal ein klares Statement, dass man keine Skrupel hat, die Taschen eines autoritär orientierten Präsidenten zu füllen. Und als ob das nicht genug wäre, unterstützte er auch noch finanziell einen konservativen Kandidaten für den Obersten Gerichtshof in Wisconsin – zum Glück ohne Erfolg. Da hat der „demokratische“ Geist wohl noch ein letztes Fünkchen Widerstandskraft bewiesen.

Der Höhepunkt seiner „Untaten“ war sicherlich die Berufung zum inoffiziellen Leiter der Behörde Doge, die für Massenentlassungen im US-Staatsapparat zuständig war. Ja, richtig gehört: Der Mann, der uns alle zum Mars fliegen lassen will, war damit beschäftigt, Beamte auf die Straße zu setzen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt, dass dies vielleicht auch dazu diente, unliebsame Stimmen loszuwerden. Die Tatsache, dass er diese „Arbeit“ inzwischen auf zwei Tage die Woche reduziert hat, zeigt nur, wie ernst es ihm mit der Zerstörung des öffentlichen Dienstes wirklich war. Hauptsache, die Bilanzen stimmen, oder?

Und die Folgen seiner politischen Eskapaden? Die Tesla-Gewinne sanken drastisch – ein Gewinneinbruch von 71 Prozent im ersten Quartal! Wer hätte gedacht, dass Konsumenten es vielleicht nicht so toll finden, wenn der CEO ihres hippen E-Autos den Autoritarismus unterstützt? „Terrorismus“ nannte Musk die Proteste vor seinen Verkaufsräumen. Ja, klar, wenn die Leute nicht jubelnd deine Produkte kaufen, während du die Grundfesten der Gesellschaft einreißt, ist das natürlich Terrorismus.

Aber keine Sorge, Musk sieht „keinen Grund“ mehr für weitere politische Ausgaben. Das liegt sicher nicht daran, dass seine politische Einmischung Tesla finanziell das Genick bricht und der globale Marktanteil bei E-Autos von 22 auf 14 Prozent sank. Nein, er hat einfach „genug getan“. Genug Schaden, um die Demokratie in den USA nachhaltig zu untergraben, genug Rufschädigung für seine Unternehmen, und genug Selbstbeweihräucherung, um sich als Heilsbringer zu inszenieren.

Bleibt nur zu hoffen, dass er seinen Mars-Traum bald verwirklicht und sich endgültig aus der Politik verabschiedet. Die USA und ihre Demokratie könnten eine Atempause dringend gebrauchen.

Quelle: ZEIT ONLINE, AFP, AP, ale (Aktualisiert am 20. Mai 2025)


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