Stromausfall in Spanien, Portugal und Teilen Frankreichs

Seit etwa 12:30 Uhr Ortszeit kommt es auf der Iberischen Halbinsel zu einem großflächigen Stromausfall, von dem vor allem Spanien und Portugal betroffen sind. U-Bahn-Netze, Ampelanlagen, Geldautomaten und Mobilfunknetze fielen vielerorts aus, in Krankenhäusern greifen Notstromaggregate. Notfallzentralen in Madrid und Lissabon sind in höchster Alarmbereitschaft und arbeiten an der sukzessiven Wiederherstellung der Versorgung.

Mögliche Ursachen

  1. Spannungsungleichgewicht im europäischen Verbundnetz
    Portugiesische Netzbetreiber berichten, dass ein plötzliches Ungleichgewicht zwischen Erzeugung und Verbrauch („voltage imbalance”) zum Zusammenbruch der Stromübertragungsketten geführt haben könnte. In einem stark integrierten Netz wie dem iberischen, das nur über wenige Leitungen mit dem übrigen Europa verbunden ist, kann ein solcher Einbruch rasch Kaskadenausfälle auslösen.
  2. Brand in Südwest-Frankreich
    Als Auslöser wird auch ein großflächiger Waldbrand auf dem Montagne d’Alaric in Südwest-Frankreich diskutiert. Dabei soll eine Hochspannungsleitung zwischen Perpignan und Narbonne beschädigt worden sein, was die Stromzufuhr in die iberischen Netze empfindlich störte.
  3. Cyberangriff (Hypothese)
    Portugals Vize-Minister für territoriale Kohäsion, Manuel Castro Almeida, schloss in ersten Statements nicht aus, dass ein gezielter Cyberangriff das europäische Netz stören könnte. Diese Variante gilt jedoch als weniger wahrscheinlich und wird derzeit ebenso geprüft wie technische Störfälle.

Stand der Ermittlungen
Spanische Netzbetreiber (Red Eléctrica) und Portugals E-Redes arbeiten gemeinsam mit europäischen Partnern an der forensischen Analyse der Netzprotokolle. Bislang wurde keine einzelne zentrale Ursache abschließend bestätigt. Die Wiederherstellung erfolgt schrittweise, um ein erneutes Ungleichgewicht zu vermeiden.


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Kommentare

3 Kommentare zu „Stromausfall in Spanien, Portugal und Teilen Frankreichs“

  1. Avatar von Agricola
    Agricola

    Sie haben die wahrscheinlichste Ursache nicht erwähnt. Auch in Spanien gibt es eine Energiewende:
    Der Zusammenbruch des Stromnetzes erfolgte in der Mittagszeit, als bei wolkenlosem Himmel die PV-Anlagen gerade ihre Maximalleistung abgaben. Worüber die Grünen jubeln, das ist für die Stromnetze eine immense Herausforderung. Einspeisung und Verbrauch müssen, wie Sie bereits erwähnt haben, in jedem Augenblick übereinstimmen. Kleinere Abweichungen kann das Netz durch Frequenzänderungen ausgleichen, wenn die Abweichungen zu groß werden, dann knallt es.
    In der Regel werden in solchen Situationen konventionelle Kraftwerke heruntergefahren, aber man kann sie nicht vollständig abschalten. Ohne die großen Kraftwerke ist es nicht möglich, die Netzfrequenz zu stabilisieren. So kam es, wie es irgendwann kommen mußte: Plötzlich waren ein paar Gigawatt zu viel im Netz. Die Frequenz stieg und die Gleichrichter der PV-Anlagen koppelten sich – wahrscheinlich alle zur selben Zeit – vom Netz ab.
    Peng!! Wir können von Glück reden, daß der Netzausfall auf die iberische Halbinsel beschränkt werden konnte. Da haben sich ein paar Ingenieure einen Orden verdient.
    Physik ist nun mal stärker als Ideologie.

  2. Vielen Dank für Ihren Kommentar!

    Sie sprechen ein wichtiges Thema an: Die Herausforderungen der Energiewende für die Netzstabilität sind real, besonders bei hoher Einspeisung aus Photovoltaik. Tatsächlich müssen Erzeugung und Verbrauch jederzeit exakt abgestimmt sein, um Ausfälle zu vermeiden.

    Nach aktuellen Informationen war der Auslöser dieses Stromausfalls jedoch wohl eine technische Störung – vermutlich eine beschädigte Hochspannungsleitung in Südfrankreich –, nicht primär eine Überproduktion durch PV-Anlagen. Dennoch wird auch diese Möglichkeit untersucht, und Ihr Hinweis auf die Risiken unkontrollierter Einspeisung ist absolut berechtigt.

    Danke für Ihre interessante Ergänzung!

  3. In Deutschland allerdings ist das Stromnetz deutlich robuster abgesichert. Durch die dichte Vernetzung mit dem europäischen Stromverbund, spezielle Regelenergie, verpflichtende Netzstützungsfunktionen bei PV-Anlagen und eine sehr präzise Frequenzüberwachung wird das Risiko großflächiger Stromausfälle stark reduziert. Komplett ausschließen kann man technische Störungen natürlich nie, aber die Wahrscheinlichkeit ist hier deutlich geringer als etwa auf der iberischen Halbinsel.

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