
Seit etwa 12:30 Uhr Ortszeit kommt es auf der Iberischen Halbinsel zu einem großflächigen Stromausfall, von dem vor allem Spanien und Portugal betroffen sind. U-Bahn-Netze, Ampelanlagen, Geldautomaten und Mobilfunknetze fielen vielerorts aus, in Krankenhäusern greifen Notstromaggregate. Notfallzentralen in Madrid und Lissabon sind in höchster Alarmbereitschaft und arbeiten an der sukzessiven Wiederherstellung der Versorgung.
Mögliche Ursachen
- Spannungsungleichgewicht im europäischen Verbundnetz
Portugiesische Netzbetreiber berichten, dass ein plötzliches Ungleichgewicht zwischen Erzeugung und Verbrauch („voltage imbalance”) zum Zusammenbruch der Stromübertragungsketten geführt haben könnte. In einem stark integrierten Netz wie dem iberischen, das nur über wenige Leitungen mit dem übrigen Europa verbunden ist, kann ein solcher Einbruch rasch Kaskadenausfälle auslösen. - Brand in Südwest-Frankreich
Als Auslöser wird auch ein großflächiger Waldbrand auf dem Montagne d’Alaric in Südwest-Frankreich diskutiert. Dabei soll eine Hochspannungsleitung zwischen Perpignan und Narbonne beschädigt worden sein, was die Stromzufuhr in die iberischen Netze empfindlich störte. - Cyberangriff (Hypothese)
Portugals Vize-Minister für territoriale Kohäsion, Manuel Castro Almeida, schloss in ersten Statements nicht aus, dass ein gezielter Cyberangriff das europäische Netz stören könnte. Diese Variante gilt jedoch als weniger wahrscheinlich und wird derzeit ebenso geprüft wie technische Störfälle.
Stand der Ermittlungen
Spanische Netzbetreiber (Red Eléctrica) und Portugals E-Redes arbeiten gemeinsam mit europäischen Partnern an der forensischen Analyse der Netzprotokolle. Bislang wurde keine einzelne zentrale Ursache abschließend bestätigt. Die Wiederherstellung erfolgt schrittweise, um ein erneutes Ungleichgewicht zu vermeiden.



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