Wie die AFD Ostdeutschland zerstört

Osten ohne Ausländer, Osten ohne Zukunft

Nun gut, der Osten hat gesprochen. Die AfD hat in Sachsen und Thüringen triumphiert – und was gibt es Schöneres, als sich in der eigenen Ideologie einzuigeln? „Ausländer raus!“ schreit es aus den Wahlurnen. Fantastisch! Endlich mal Nägel mit Köpfen machen. Wer braucht schon Fachkräfte, wenn man auch auf den gewohnten Mangel setzen kann?

Sicher, der Plan hat einen gewissen Charme. Schließlich können Ingenieure und IT-Experten ja auch woanders arbeiten. Warum sollten sie in eine Region ziehen, die ihnen signalisiert, dass sie dort nicht willkommen sind? Na klar, bleiben sie lieber in Regionen, wo sie wertgeschätzt werden, wo sie gebraucht werden – aber nicht in Sachsen oder Thüringen. Dort geht es eben auch ohne. Oder?

Statt blühender Landschaften gibt es dann blühende Leere. Unternehmen, die keine Fachkräfte mehr finden, verabschieden sich. Infrastrukturprojekte? Fehlanzeige. Wirtschaftlicher Aufschwung? Auch vorbei. Wer hätte gedacht, dass der Schlüssel zu wirtschaftlicher Stagnation so simpel ist: Man muss nur den Ausländern zeigen, dass sie hier nichts zu suchen haben. Ach ja, und die Wirtschaft? Nun, die geht dann eben auch.

Aber hey, das ist doch das, was gewollt ist, oder? Endlich wieder unter sich sein, ohne diesen ganzen ausländischen Einfluss. Keine fremden Gesichter, nur die altbekannten. Und wenn das dann zu vertrockneten Landschaften führt, na ja – das ist eben der Preis für die „Heimatliebe“.

Vielleicht gibt’s ja bald eine neue Partei: Die „Wir haben uns erfolgreich abgehängt“-Partei. Oder, um das Kürzel nicht verändern zu müssen:

„Alternative für Deindustrialisierung“.


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Kommentare

5 Kommentare zu „Wie die AFD Ostdeutschland zerstört“

  1. Ich komme ja aus dem Osten und möchte am liebsten vor Scham im Boden versinken. Vor 35 Jahren hat man sich von der Autokratie befreit und nun rufen sie wieder danach, lassen sich verblenden und in die Irre führen.

    Kopfschüttelnd laufe ich durch die Straßen und frage mich unentwegt, von welchem „Affen“ die Menschen gebissen wurden, dass sie nicht erkennen, wohin sie das „Schiff“ steuern lassen, wenn sie das Ruder der Demokratie aus der Hand geben.

    Wahrscheinlich denken sie so naiv, wie damals zur Wende, als man glaubte, ein bisschen Sozialismus, ein bisschen Kapitalismus, das war’s dann. Dann aber kam die Abwicklung hunderter Betriebe und die große – damals noch unbekannte – Arbeitslosigkeit begann. Nicht wenige haben damals resigniert, die Desillusion hat sie krank gemacht.

    Die AfD-Wähler denken wohl ähnlich. Ein bisschen Demokratie und ein bisschen Autokratie, dann wird es schon. Der österreichische Chefpolitiker der rechtspopulistischen Partei sagte unverblümt auf TikTok, wie er sich die Zukunft unter ihrer Führung politisch vorstellt. In seiner Idealvorstellung folgt das Recht der Politik und nicht wie heute, dass sich die Politik dem Rechtsstaat unterordnet. Nachtigall. Damit hat er alles gesagt, was sie auf dem Zettel haben. Und sie haben die volle Absicht, diese Vorstellung real werden zu lassen. Und die AfD-Wähler folgen ihnen blindlings in den Sumpf

    „Die Geschichte lehrt die Menschen, dass die Geschichte die Menschen nichts lehrt“ Zitat Gandhi

  2. ….Nachtigall, ik hör dir trapsen … den halben Satz nach der Nachtigall hab ich aus Versehen gelöscht.

  3. Den Satz hatte ich mir aus „Nachtigall“ schon automatisch im Kopf gebaut.

    Ja, die AfD scheint mit dem Rechtsstaat nicht allzu viel zu tun haben zu wollen. Nicht umsonst wird sie in verschiedenen Bundesländern auch vom Verfassungsschutz beobachtet. Wirklich gefährlich für die Demokratie und den Rechtsstaat. Es steht zu befürchten, wenn die auf demokratischem Weg an die Macht kommen sollte, dass sie den Rechtsstaat demontiert. Vergleiche Ungarn, zuvor auch Polen, wobei dort unter Tusk eine Entspannung und ein Rückkehr zum Rechtsstaat zu beobachten ist.
    In Brandenburg scheint es ja um haaresbreite mit gerade mal 2% Vorsprung die SPD vor der AfD geschafft zu haben, stärkste Partei zu werden.

    Generell ist das Phänomen wohl auch ein Kampf um die Gedanken. Einige Menschen, die diese Partei wählen, hängen womöglich in irgendwelchen Filterblasen drin.

    Das funktioniert beispielsweise so, wie hier im Magazin Royal einmal aufbereitet:

  4. Jahn Böhmermann ist ja wieder mal einsame Spitze. Aber er hat es auch für mein Verrständnid gut und logisch dargestellt. Damit habe ich noch einen weiteren „Denkansatz“für die Geschehnisse im Osten gefunden. Ich trage, wenn ich nicht grade meinen Briefkastern gegen kostenlose Anzeigenblätter gesperrt habe, gleich in die Mülltonne. Sie schafft es bei mir nicht weiter.

    Aber die Darstellung von Böhmermann brachte mich auf einer Methaper – der Pilz. Genauso dringt die AfD mit ihren Rechtspopulistischen Gedankengut in die Köpfe der Menschen ein und das von den unterschiedlichsten Angriffsflächen, wie die sozialen Medien und wie bei Böhmermann geschildert, die kostenlosen Anzeigeblätter. Wer sich einmal dafür öffnet, der merkt nicht. wie das unsichtbare giftige Pilzgeflecht sein Gehirn durchdringt. Und wenn man es sieht, ist es bereits zu spät.

    Ja..in Brandenburg war es knapp, trotzdem war ich erleichtert, die die AfD nicht komplett durchgmaschieren konnte. Gut, mit Frau Wagenknecht wird es auch nicht einfach, denn was sie auf dem Zettel hat, zeichnet sich auch ab und sie ist für ihre Kompromislosigkeit bekannt.

  5. Ja, es geht wirklich um die Gedanken der Menschen. Wer sie einfängt, kann Schlimmes tun – wir kennen das von 1933 und der Folgezeit.

    Es kommt mir so vor, dass an der Hufeisentheorie etwas dran sein könnte: dass extremistische wie die AfD oder extreme Parteien das BSW wie bei einem Hufeisen an gewissen Punkten doch eng beisammenliegen. Beispielsweise bei ihrem Hofieren von Diktator Putin.

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