
Ach, die Welt ist doch ein herrlicher Spielplatz für jene, die sich in den höchsten Ämtern und Uniformen tummeln. Was sind schon die kleinen Stolpersteine der digitalen Sicherheit gegen die wuchtigen, strategischen Schachzüge auf dem globalen Parkett? Da haben wir zum einen unsere tapferen Bundeswehr-Offiziere, die mit der Naivität eines Kindes, das zum ersten Mal ein Smartphone in der Hand hält, denken, ein offenes WLAN sei der sichere Hafen für ihre geheimsten Kommunikationen. Wer konnte denn ahnen, dass die böse Außenwelt lauscht, während man gemütlich Daten durch die Luft wirft, so sorglos und frei wie eine Taube, die gerade ihre Nachrichten über dem Marktplatz verteilt?
Und dann haben wir unseren lieben Freund, den Diktator. Ach, der gute alte individuelle Anwendungsfehler im Machteinsatz. Putin, unser Maestro der Macht, spielt sein eigenes Konzert, in dem die Noten ausschließlich aus Dominanz und Selbstbereicherung bestehen. Wer braucht schon eine harmonische Melodie, wenn man auch mit Dissonanzen die eigene Stellung festigen kann? Gegen ein fremdes Volk, gegen das eigene Volk – Hauptsache, die Ode an die eigene Großartigkeit wird in Dauerschleife gespielt.
Während die Einen in den Fallstricken der Technologie straucheln, verheddern sich die Anderen in den dunklen Netzen der Macht. Aber was macht das schon? Am Ende sind es ja nur individuelle Anwendungsfehler. Ein falscher Klick hier, ein kleiner Eroberungszug da – wer ist schon fehlerfrei?
So tänzeln wir alle zusammen in dieser wunderbar unsicheren Welt, geführt von jenen, deren individuelle Fehltritte uns von einer Krise in die nächste führen. Aber keine Sorge, liebe Leserinnen und Leser, halten Sie einfach Ausschau nach dem nächsten offenen WLAN. Wer weiß, vielleicht erhaschen Sie ja ein flüchtiges Stückchen Geheiminformation – oder, wenn Sie Glück haben, die neueste Ode an die Großartigkeit unserer führenden Köpfe.
In diesem Sinne: Prost auf die individuellen Anwendungsfehler, die uns alle ein bisschen menschlicher machen – oder zumindest dafür sorgen, dass wir etwas zu lachen (oder im Fall Putins zu weinen) haben.



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