Putins Phantasialand: Ein Märchen von Aufrüstung und westlichen Schurken

In einer Welt, in der die Fakten oft wie verzauberte Nebelschwaden verschwimmen, hielt Wladimir Putin, der unermüdliche Bewahrer des russischen Märchenreiches, eine Rede, die selbst den Brüdern Grimm schlaflose Nächte bereitet hätte. Putin, der Magier der modernen Propaganda, verkündete stolz die weitere Aufrüstung seines Königreichs, gestützt auf die Legende von den bösen westlichen Hexen und Zauberern, die angeblich einen Angriff auf sein friedliches Reich planen.

Mit dem Zauberstab in der Hand und einem Kessel voller neuartiger Waffen erzählte Putin von den heldenhaften Taten der Flugkörper Kinschal und Zirkon, die im fernen Land der Ukraine gegen Drachen gekämpft haben sollen.  Die angeblichen westlichen Angriffspläne, so phantasievoll sie auch sein mögen, fehlen in den Annalen der Realität ebenso wie die Beweise für die „effektive“ Nutzung seiner magischen Waffen.

In einem weiteren Kapitel seines Fantasieromans warf Putin dem Westen vor, den Krieg in der Ukraine entfacht zu haben – eine Umkehrung der Täter-Opfer-Rolle, die selbst Mephisto vor Neid erblassen lassen würde. „Der Westen hat den Konflikt provoziert,“ behauptete er, während er mit dem Finger auf unsichtbare Feinde zeigte. Doch ein Blick in die Geschichte zeigt, dass es tatsächlich Russland war, das die friedliche Welt der Ukraine betrat, nicht als Befreier, sondern als Eroberer.

Putin, in seiner Rolle als Oberhaupt der Kriegswirtschaft, warnte vor einem atomaren Armageddon, sollte der Westen es wagen, seinen dunklen Turm anzutasten. Eine Drohung, die so alt ist wie die Zeit selbst, oder zumindest so alt wie das nukleare Zeitalter, und die ebenso leer klingt wie die Versprechungen von Frieden und Wohlstand, die er seinem Volk gemacht hat.

Am verwirrendsten ist vielleicht Putins Behauptung, eine „absolute Mehrheit“ des russischen Volkes unterstütze seine „spezielle Militäroperation“. Eine Behauptung, die, hätte sie ein Körnchen Wahrheit, sicherlich nicht der ständigen Zensur und Repression bedürfte, um aufrechtzuerhalten zu werden.

Zum Abschluss seines Märchens rief Putin dazu auf, kinderreiche Familien zur Norm zu machen und konservative Werte zu fördern, als ob er versuchen würde, seine Bevölkerung für ein mittelalterliches Festmahl zu rüsten, statt für das 21. Jahrhundert.

So endet die Geschichte von Putins Phantasialand – ein Land, in dem Fakten und Logik durch Mythen und Legenden ersetzt wurden. Doch anders als in den Märchen, die wir kennen und lieben, gibt es in dieser Geschichte aktuell noch kein glückliches Ende, nur die traurige Realität eines Volkes, das aufgrund der Machtphantasien eines alten Mannes ausgelöscht werden soll, damit er sich selbst irgendwie ein bisschen besser fühlt.

Normalerweise gehen Männer in seinem Alter in den Park und spielen dort Eisstockschießen oder Schach mit Freunden, um sich besser zu fühlen. Vielleicht mal eine Idee ? Okay, aber dafür bräuchte man natürlich Freunde.


Entdecke mehr von god.fish

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

1 Arbeit Architektur Bayern Berlin Beziehung Beziehungen Bibel Bilder blau Blumen Christen Christentum Corona Coronavirus demokratie Details Deutschland Donald Trump EKD Essay Essen Ethik EU Europa Evangelisch Farben Flüchtlinge Fotografie Fotos frieden funny.casa Gedanken Gedichte gelb Gemeinde Geschichte Gesellschaft Gesundheit Glaube Gott grün Herbst Highlight Hoffnung Humor Impressionen italien Jesus Jesus.casa Katholisch kinder Kirche Klimaerwärmung krankheit Krieg Kultur Kunst Leben Lebenshilfe Liebe Medien menschen Menschenrechte Musik Musikgeschichte münchen München inside Nachgedacht Nato Natur neu Olaf Scholz Ostern Pandemie philosophie photography Politik Psychologie Putin Religion Russland Satire Sprache sunshine.casa Theologie Tod Toleranz Ukraine Universum Urlaub usa verantwortung video Weihnachten winter Wirtschaft yellow.casa Zivilcourage Zukunft


Kommentare

Kommentar verfassen

Entdecke mehr von god.fish

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen