
Der Englische Garten in München ist an diesem Tag gesäumt von Menschen, die den sanften Klängen der Musik lauschen, die in der Luft schweben. Ein mildes Sommerabendlicht taucht den Monopterus, den markanten Tempel auf dem Hügel, in ein goldenes Leuchten. Wie Bienen um einen Honigtopf, sitzen sie überall auf dem Hügel, an dessen Spitze eine besonders große Gruppe versammelt ist.
Inmitten dieses Haufens steht Jesus. Er wendet sich an seine Jünger und fragt: „Was haben wir denn bei uns, um all diesen Leuten etwas zu Essen und zu Trinken zu geben, die extra wegen mir gekommen sind?“
„Wir haben nur fünf Flaschen Mineralwasser und zwei Pizzen, Jesus“, antwortet Petrus, während er in seinem Rucksack kramt. Die Sorge steht ihm ins Gesicht geschrieben.
Jesus nickt bedächtig und sagt dann mit einer sanften, aber bestimmten Stimme: „Dann teilen wir diese. Gebt jedem, was er braucht.“
Die Jünger sehen sich ungläubig an, aber folgen seinem Befehl. Sie öffnen die Flaschen und schneiden die Pizzen in kleine Stücke. Und während sie die Nahrung verteilen, geschieht etwas Unglaubliches. Aus den Taschen und Rucksäcken der Anwesenden kommen immer mehr Speisen und Getränke hervor. Einige ziehen Sandwiches hervor, andere Flaschen Bier oder Apfelsaft, wieder andere teilen ihre mitgebrachten Snacks.
Mit einem breiten Lächeln ruft Jesus über das überraschte Murmeln hinweg: „Seht, meine Freunde! Geben bedeutet nicht Verlust, sondern Vielfalt. Teilen bedeutet nicht Mangel, sondern Überfluss!“
Erstaunt und inspiriert fangen die Menschen an zu teilen, was sie haben. Es ist, als hätte eine Welle der Nächstenliebe und des Miteinanders den gesamten Hügel erfasst.
Und so wird aus sieben Flaschen Mineralwasser und sieben Pizzen ein Festmahl für Tausende. Als die Sonne untergeht und die Sterne über München leuchten, sind alle satt und zufrieden, erfüllt von einem tiefen Gefühl der Gemeinschaft und des Teilens.
Am Ende erhebt Jesus noch einmal seine Stimme und sagt: „Das Wunder des Teilens ist nicht in Brot und Wasser zu finden, sondern in der Großzügigkeit des menschlichen Herzens. Teilen wir, was wir haben, und es wird genug für alle geben.“



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