Fiktiver Dialog zwischen Dietrich Bonhoeffer und Adolf Hitler

Zur Zeit der Hitler-Diktatur und der Nationalsozialisten ging der evangelische Theologe und Pfarrer Dietrich Bonhoeffer in den Widerstand gegen die Gräueltaten der Hitler-Diktatur und beteiligte sich an einem Attentat gegen Hitler.

Bonhoeffer war der Meinung, dass es nicht die Aufgabe eines Pfarrers sein könne, Hitler beim Ermorden von Menschen gewissermaßen tatenlos zuzusehen. Vielmehr müsse man „dem Rad in die Speichen fallen“ , also Hitler aufhalten.

Allerdings geriet Bonhoeffer dadurch in den ethischen Zwiespalt, dass er, besonders als Christ, an das fünfte Gebot gebunden ist, dass er also nicht töten darf. Bonhoeffer befand sich also in einer Dilemmasituation, aus der er nicht heile herauskam: Wenn er nichts tat, war er gewissermaßen durch sein Nichtstun mitverantwortlich dafür, dass die Hitler-Diktatur unzählige Menschen ermordete. Wenn er aber aktiv an einem Attentat gegen Hitler beteiligt wäre, wäre er zumindest für den Tod dieses Diktators mitverantwortlich.

Bonhoeffer hoffte auf die von Martin Luther in Bezug auf Gott verkündete Gnade Gottes, aus welcher der Mensch von Gott angenommen ist. Bonhoeffer hoffte also darauf, dass er von Gott angenommen sein werde, selbst, wenn er in dieser Dilemmasituation Schuld auf sich laden müsste.

Letztlich wurden die Pläne des Attentats aufgedeckt und das Attentat vereitelt. Bonhoeffer kam in das Konzentrationslager Flossenbürg, wo er von den Nationalsozialisten kurz vor Kriegsende ermordet wurde.

Im folgenden Dialog kommt das von den Nationalsozialisten verwendete Wort „Rasse“ vor. Aus heutiger wissenschaftlicher Sicht ist es jedoch nachgewiesen, dass es keine verschiedenen Menschenrassen gibt, sondern nur eine Rasse mit dem Namen: Mensch.

Hier beginnt nun also der Dialog.

Bonhoeffer gegen Hitler

Bonhoeffer: Herr Hitler, ich möchte heute mit Ihnen über eine Angelegenheit von großer Bedeutung sprechen. Als Christ und Theologe sehe ich mich mit einem moralischen Dilemma konfrontiert, das meine ethischen Prinzipien herausfordert.

Hitler: Ach, Bonhoeffer, was haben Sie denn jetzt schon wieder im Sinn? Ich hoffe, es handelt sich nicht um Ihre religiösen Fanatismen.

Bonhoeffer: Nein, Herr Hitler, es geht nicht um Fanatismus. Es geht um das Unrecht und die Grausamkeiten, die unter Ihrem Regime begangen werden. Als Christ ist es meine Verantwortung, das Leid anderer Menschen zu lindern und für Gerechtigkeit einzutreten.

Hitler: Gerechtigkeit? Das ist doch nur ein Wort, das von Schwächlingen benutzt wird, um ihre eigenen Interessen zu schützen. Ich handle im Namen des deutschen Volkes und für das Wohl der Nation.

Bonhoeffer: Herr Hitler, ich glaube an die Barmherzigkeit Gottes und daran, dass jeder Mensch unabhängig von seiner Herkunft und Rasse ein Ebenbild Gottes ist. Die Gräueltaten, die Sie befehlen und unterstützen, sind nicht vereinbar mit den Werten, die ich als Christ hochhalte.

Hitler: Sie widersetzen sich also meinen Anweisungen? Das ist Verrat! Sie sollten sich lieber um Ihre theologischen Studien kümmern und das politische Geschehen denjenigen überlassen, die davon Ahnung haben.

Bonhoeffer: Herr Hitler, ich kann nicht tatenlos dabei zusehen, wie unschuldige Menschen leiden und getötet werden. Ich bin überzeugt, dass ich handeln muss, um größeres Unheil abzuwenden. Dabei bin ich mir bewusst, dass ich gegen das Gebot „Du sollst nicht töten“ verstoße. Doch ich hoffe auf Gottes Gnade und Vergebung.

Hitler: Sie reden von Gnade und Vergebung? Das sind leere Worte für mich. Sie sind ein Schwächling, Bonhoeffer, der sich hinter seinem Glauben versteckt. Aber lassen Sie mich Ihnen sagen: Es gibt keine Vergebung für Verräter!

Bonhoeffer: Ich verstehe, dass Sie meine Entscheidung nicht nachvollziehen können, aber ich glaube fest daran, dass wir als Menschen Verantwortung für unsere Taten tragen. Das bedeutet, dass ich auch Verantwortung für mein Handeln übernehmen muss, selbst wenn es gegen meine religiösen Grundsätze verstößt.

Hitler: Ihre Überzeugungen sind nichts als Unsinn! Ich werde sicherstellen, dass Sie für Ihre Anmaßung und Ihre Verschwörungen bezahlen werden.

Bonhoeffer: Herr Hitler, ich kann nicht anders handeln. Ich werde mein Gewissen und meinen Glauben nicht verraten. Wenn es sein muss, werde ich für das einstehen, woran ich glaube, selbst wenn es mich das Leben kostet.

(Der Dialog endet mit einer bedrohlichen Stille, da Hitler verärgert ist und Bonhoeffer unbeirrt bleibt, jedoch ist das genaue weitere Geschehen historisch bekannt.)


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