Meine Begegnung mit einer adretten Alliteration

Kürzlich traf ich ziemlich zufällig eine alternde, adrette Alliteration in einer kafkaesken Kneipe.

Die dortige Bedienung braute braunes Bier und unterhielt sich mit einer mysteriösen Metapher für das Alter, welche an der Theke des Lebens saß und die Erinnerungen von gestern in einem Glas der Vergangenheit vor sich stehen hatte.

Weil ein Epitheton Ornans die mysteriöse Metapher etwas nervte und weil sie ohnehin mit ihrem Leben etwas unzufrieden und wenig beredt schien und ihre Sorgen in Whiskey ersäufte, ließ ich kurzerhand die mysteriöse Metapher sitzen und ging lieber wieder vor die Tür, wo ich auf einen plötzlichen Pleonasmus traf, der sitzend auf einer hölzernen Holzbank saß. Daneben eine eloquente Ellipse.

Und auch eine lebensfrohe Litotes saß dort, die das Ganze aber für nicht ungewöhnlich hielt.

Überhaupt nicht ungewöhnlich, überhaupt nicht ungewöhnlich, überhaupt nicht ungewöhnlich, meinte ein asyndetisches Trikolon, welches ebenfalls auf der Bank sitzend saß. Ein plumper Parallelismus, der versehentlich vorbeikam, meinte beinahe beruhigend, alles sei in Ordnung, alles käme ins Lot.

Doch plötzlich fuhr ein panisches Polysyndeton an uns vorbei und vorüber und hinweg und verschwand und ward nicht mehr gesehen.

Eine introvertierte Ironie, die das alles mit angesehen hatte, hielt dieses spektakuläre Spektakel, von dem ich hier schreibe, für gar nicht mal so absurd.

Eine abnehmende antithetische Klimax und eine himmelhoch jauchzende Hyperbel, die all dies auch mit ansehen mussten, schmunzelten zuerst, lachten, prusteten, und explodierten dann wegen all dieser Absurditäten.

Ich selbst hatte nun genug von diesen etwas ungewöhnlichen Begegnungen und trat meinen heimlichen häuslichen Heimweg an, wobei mich eine plumpe Personifikation noch eine ziemliche Zeitlang begleitete. Zum Abschied meinte sie noch, dass heutzutage ja viel zu viele rhetorische Stilmittel herum liefen.

Eine hämische Hyperbel, die das zufällig hörte, stimmte ihr zu und behauptete, diese ganze Geschichte hier sei doch mittlerweile haushoch übertrieben.

Oder will wer was genauer wissen?


Entdecke mehr von god.fish

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

1 Arbeit Architektur Bayern Berlin Beziehung Beziehungen Bibel Bilder blau Blumen Christen Christentum Corona Coronavirus demokratie Details Deutschland Donald Trump EKD Essay Essen Ethik EU Europa Evangelisch Farben Flüchtlinge Fotografie Fotos frieden funny.casa Gedanken Gedichte gelb Gemeinde Geschichte Gesellschaft Gesundheit Glaube Gott grün Herbst Highlight Hoffnung Humor Impressionen italien Jesus Jesus.casa Katholisch kinder Kirche Klimaerwärmung krankheit Krieg Kultur Kunst Leben Lebenshilfe Liebe Medien menschen Menschenrechte Musik Musikgeschichte münchen München inside Nachgedacht Nato Natur neu Olaf Scholz Ostern Pandemie philosophie photography Politik Psychologie Putin Religion Russland Satire Sprache sunshine.casa Theologie Tod Toleranz Ukraine Universum Urlaub usa verantwortung video Weihnachten winter Wirtschaft yellow.casa Zivilcourage Zukunft


Kommentare

Kommentar verfassen

Entdecke mehr von god.fish

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen