In Zeiten des Coronavirus‘ ist ja Homeoffice en vogue. Würde das für den Bundestag auch gehen?
Sagen wir mal so, wenn alle Abgeordneten zu Hause blieben, hätten sie mehr Zeit, um knackige Tweets auf Twitter rauszuhauen.
Die extrem Rechten könnten ein bisschen mehr Hass und Hetze im Netz säen und anstacheln, die extrem Linken könnten versuchen, endlich ganz Deutschland zu einer Kolchose mit staatlich überwachtem Internetanschluss zu machen und die moderaten Politiker und Politikerinnen in der Mitte müssten versuchen, zwischendrin auch mal irgendeinen krassen Tweet zu posten, damit sie dann durch den Algorithmus nach oben gespült und überhaupt ein bisschen wahrgenommen werden.
Insgesamt dürfte die Debattenkultur etwas flacher werden, weil man ja nicht allzu viele Wörter auf Twitter zur Verfügung hätte und Details würden wegfallen: „Wollt ihr die totale Kolchose? Ja/nein. Wollt ihr die totale Hetze? Ja/nein“.
Zudem würde die Polarisierung in der Gesellschaft wohl noch stärker zunehmen. Wenn aber niemand mehr auf die Straße gehen dürfte aufgrund der Angst vor dem Virus, könnte eigentlich auch nichts passieren.
Dass man ganz entspannt vom heimischen Sofa aus über Twitter regieren kann, beweist ja schon seit ein paar Jahren ein ranghoher US-amerikanischer Präsident. Warum also nicht auch in Deutschland? Prinzipiell ist das möglich, wenn auch mit ein paar Risiken und Nebenwirkungen.


