Was ist, christlich gesehen, eigentlich Sünde?
Sünde bedeutet soviel wie Trennung von Gott.
Aus dieser Trennung von Gott entsteht dann moralisches Fehlverhalten.
Erlösung meint, dass Gott von sich aus diese Trennung aufhebt, indem er sich den Menschen zeigt, in einem Menschen, in Jesus Christus.
Jesus stellt die Beziehung zwischen Mensch und Gott wieder her. Der Mensch bzw wir Menschen können nun erkennen, wie Gott ist, Jesus erzählt Gleichnisse davon.
Gott ist ein liebender Gott und ein gnädiger Gott, der die Menschen annimmt und ihnen verzeiht.
Wenn Menschen, so die christliche Sicht, an diesen christlichen Gott glauben, dann richten sie sich auch danach aus, was er für gut und für schlecht hält.
Wer sich also an diesem Gott ausrichtet, wird versuchen, seine Mitmenschen zu lieben. Dies bewahrt ihn vor allzu großem Egoismus.
Wer sich an diesem Gott ausrichtet, wird zudem versuchen, sich selbst anzunehmen. Dies bewahrt einen vor allzu großem Altruismus, bei dem andere Menschen einen ausnutzen würden.
Wer sich an diesem Gott ausrichtet, der wird auch versuchen, seine Feinde zu lieben, sodass es dann irgendwann keine Feinde mehr sind. Er wird in ihnen auch ein Ebenbild Gottes zu sehen versuchen.
Und wer sich an diesem Gott ausrichtet, wird auch versuchen, sich an die Zehn Gebote zu halten, dieses Kondensat der wichtigsten ethischen Regeln, die eng verbunden mit der Theophanie gegenüber Mose, der göttlichen Erscheinung am Sinai, im Alten Testament wiedergegeben werden. So jemand wird also versuchen, nicht zu morden, nicht zu stehlen, nicht die Ehe zu brechen und auch nichts zu begehren, was ihm nicht zusteht, weil es einem anderen gehört.
Die Sünde ist also zu Beginn, dass zwischen Mensch und Gott eine Trennung besteht. Ist diese Trennung aufgehoben, kann der Mensch, wenn er dann versteht, dass dieser Gott es ihm gut meint, an diesen Gott glauben. Dies wird ihn innerlich verwandeln, sodass er auch mit seinen Mitmenschen und seiner Umwelt künftig gut umgehen will. Dabei wird er auch immer wieder scheitern, weiß sich aber durch die Gnade und Liebe Gottes dennoch in Gott angenommen.



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