Mit „amoris laetitia“ ist ein postsynodales Schreiben von Papst Franziskus aus dem Jahr 2016 gemeint.
Inhaltlich geht es um den Stellenwert, den Liebe, Ehe und Partnerschaft haben sollen, aus katholischer Sicht.
Oft werden diese beiden lateinischen Worte, „amoris laetitia“ , als „Freude der Liebe“ wiedergegeben, so auch in der aktuellen Printausgabe der ZEIT, die morgen am Kiosk erscheint, und zwar sogar auf der Titelseite. Übersetzt wird der Genitiv hier also als ein Genitivus subiectivus: Die Liebe ist es dieser Übersetzung nach, die sich freut. Die Liebe hüpft herum, jubiliert und ist einfach gut drauf.
Nun bin ich nicht so drin in den Gedankengängen des Vatikans und in den katholischen Ansichten, aber ich frage mich, ob man die beiden lateinischen Worte nicht korrekterweise als Genitivus objektivus übersetzen müsste, wobei die Liebe zum Objekt der Freude werden würde. Das würde doch inhaltlich mehr Sinn ergeben, meiner Meinung nach zumindest. „Amoris Laetitia“ würde dann heißen: „Freude an der Liebe“ . Und darum geht es in diesem Schreiben von Papst Franziskus doch eigentlich, dass die Liebe auch aus katholischer Sicht endlich einen angemessenen Stellenwert bekommt, oder?
Und last but not least könnte laetitia natürlich auch im Ablativ stehen. Es könnte sich z.b. um einem Ablativ des Grundes, einen Ablativus causae, handeln. Es würde dann heißen: wegen der Freude über die Liebe. Oder: aufgrund der Freude an der Liebe.
Wer Latein kann, sieht mehr.



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