Wie die evangelische Kirche wieder Mitglieder bekäme

Die beiden großen Kirchen in Deutschland schrumpfen. Die katholische Kirche, die evangelische.

Die katholische Kirche hat einen relativ starren Ritus, drum ist es dort womöglich schwierig, schnell und effektiv gegenzulenken.

In der evangelischen Kirche ist man von Haus aus aber eigentlich offener eingestellt gegenüber Neuerungen. Könnte man zumindest meinen.

Nun ist das Konzept, einen Zuwachs an Kirchenmitgliedern zu erhalten, wohl keines, das kurzfristig greifen würde. Es geht um etwas Mittelfristiges oder Langfristiges. Die evangelische Kirche verschenkt allerdings ein ganz wesentliches Instrument, obwohl schon Martin Luther es kannte.

Gemeint ist die Kirchenmusik. Die Musik, die heute in evangelischen Kirchen gesungen wird und aus der Orgel heraus dudelt, ist meistens alt. Uralt. Die Texte sind alt, Rhythmus und Melodie sind alt und behäbig und schwerfällig.

Es gibt Menschen, die mögen das. Schaut man sich aber die Mitgliederentwicklung an, gibt es offensichtlich mehr Menschen, die das nicht mögen.

Dabei könnte man über die Musik unglaublich viele Menschen erreichen. Kinder, Jugendliche. Musik und Jugendliche, das ist eigentlich ein Synonym. Und auch Erwachsene kann man darüber erreichen. Könnte. Wenn Musik und Rhythmus und Text die Erwachsenen und Jugendlichen und Kinder ansprechen würden.

Das tun sie aber oft nicht. Wenn man nämlich etwas aus dem XVI. Jahrhundert singt, vielleicht, wenn man es einmal sehr modern mag, aus dem XVIII. Jahrhundert, dann mag das für einen geschichtlich interessierten Menschen natürlich durchaus interessant sein, für viele ist es das aber nicht.

Martin Luther wollte zu seiner Zeit dem Volk auf Maul schauen. Er übersetzte die hebräische und altgriechische Bibel ins Deutsche, so dass jeder sie verstehen konnte. Die kirchliche Sprache vieler Lieder heutzutage kann man aber nicht mehr verstehen. Würde Martin Luther heute noch einmal leben, würde er wahrscheinlich Texte verwenden und herausgeben, welche von den heute lebenden Menschen gut verstanden werden könnten.

Ebenso ist es mit Rhythmus, Intonation, Melodie. „Bis orat, qui cantat“, so sagte Luther. Zweimal betet derjenige, der singt. Und zwar deswegen, weil er einmal betet, während er singt, und das zweite Mal betet, wenn der Rhythmus und der Text ihn den Tag über begleiten und er innerlich singt und somit auch betet.

Wenn die evangelische Kirche es schaffen würde, die Kraft von Musik und Rhythmus neu zu entfesseln, könnte sie mittelfristig und langfristig unglaublich viel dadurch gewinnen. Die Mitgliederzahlen könnten auch wieder zunehmen.

Dazu bräuchte es aber erst mal gute Musik. Wenn man dagegen heutzutage beispielsweise als Religionslehrer oder in einer Jugendgruppe arbeitet, kann man sich bei YouTube einiges zusammensuchen, aber es ist mühsam. Es müsste deshalb gut aufbereitete Musik geben, die schnell und einfach über YouTube zu erreichen ist, inklusive Text und inklusive von Menschen, die auf YouTube bereits diese Lieder singen. Man bräuchte also nur mitzusingen. Dazu bietet sich an, dass die Lieder tendenziell eher schnell wären, nicht langsam. Dass der Rhythmus einprägsam ist und der Refrain. Dass eher ein Chor singt oder eine Jugendgruppe, die in ihrer musikalischen Darbietung bereits mitreißend wirken.

Jugendgruppen könnten diese Lieder singen, im Religionsunterricht könnte man sie singen, Kinder könnten sie singen, Erwachsene könnten sie singen. Wer eine Gitarre hat, könnte das Ganze natürlich auch ohne Begleitung durch YouTube machen, wer aber kein Instrument so gut spielen kann, um dies vor einer Gruppe zu tun, könnte eben auf YouTube zurückgreifen. Er könnte und er müsste und er würde auch.

Schauen wir mal, ob diese Erkenntnis in der evangelischen Kirche rechtzeitig auf fruchtbaren Boden fällt. Zeit wäre es. Denn viel Zeit hat die Kirche nicht mehr. Sonst sind die Mitglieder weg. Und das muss doch nicht sein. Denn wenn die Kirche und ihre Mitglieder und die Christen insgesamt die gute Botschaft des Evangeliums nicht mehr in die Welt hinaus tragen, wer soll es denn dann tun.

Wenn Sie eine Inspiration brauchen, was mit guter und mitreißender und nachklingender Musik gemeint sein könnte, schauen bzw hören Sie doch mal hier.

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