39 Tote. Wie man als Flüchtling sterben kann.

Gestern wurde in der Nähe von London ein Kühllastwagen gefunden, in dem 39 Leichen lagen.

Zuerst hielt sich die Presse mit Spekulationen zurück, was natürlich sinnvoll ist für eine seriöse Presse. So wie ich es aber vorhin gehört habe, sind diese armen Menschen wohl erfroren. Und man darf wohl davon ausgehen, dass es sich wahrscheinlich um sogenannte Schleuserkriminalität handelt, dass also Flüchtlinge dort in dem Kühlcontainer des Lastwagens saßen.

Neuerdings kann man sich als Flüchtling also eigentlich recht variabel seine präferierte Todesarzt aussuchen.

Entweder, man bleibt beispielsweise in Syrien (die Toten in diesem Fall stammen aber offenbar aus China), von wo man ansonsten ja flüchten würde, dann kann man das mörderische Werk von Fassbomben erledigen lassen. Oder von der türkischen Armee.

Oder man schickt seine Kinder alleine auf die Flucht, in der Hoffnung, dass sie dann beispielsweise in Deutschland zum Millionär werden könnten und die ganze Familie nachholen würden, was aber wohl oft eher dazu führt, dass die Kinder irgendwo verschwinden und vielleicht später als Opfer von Kinderpornografieringen auf irgendwelchen Videos wieder auftauchen.

Oder aber man wählt die Route über das Mittelmeer, wo man auch heute noch zielgerichtet ertrinken kann. In Bezug auf die gewählte Todesarzt ist diese Route nach wie vor recht zuverlässig.

Alternativ dazu kann man natürlich tatsächlich den Kühllastwagen wählen, wo man zudem die Chance hat, vor dem Erfrieren zu ersticken. Ist man aber nicht erstickt, so kann man ziemlich sicher sein, dass das mörderische Werk dann von den eiskalten Temperaturen erledigt wird.

Eine Schande für Europa, für die EU, für all die europäischen Länder, die sich die sogenannten europäisch christlichen Werte auf die Fahne schreiben, es aber seit Jahren schon nicht schaffen, untereinander gewisse Quoten für die Aufnahme von Flüchtlingen abzusprechen, sodass Flüchtlinge dann dem einen oder anderen Land zugeordnet werden könnten und vielleicht auch die Möglichkeit bekämen, etwas menschenwürdiger zu flüchten. Wobei die Begriffe „Menschenwürde“ und „Flucht“ natürlich von Haus aus schon eine Antithese darstellen.

Die armen Menschen, die auf der Flucht sein müssen. Die 10 Gebote in der jüdischen und christlichen Bibel beginnen übrigens mit einem Vorsatz, der da heißt: Ich bin der Herr, dein Gott, der dich aus der ägyptischen Sklaverei befreit hat.

Ja, die Bibel beginnt mit einer Flucht. Mit der Geschichte von Flüchtlingen. Es wäre ganz gut, wenn das sogenannte christlich geprägte Europa sich dies einmal vergegenwärtigen würde. Und vielleicht danach dann auch seine politische Ausrichtung neu justieren würde. Oder alternativ nicht mehr davon reden würde, irgendwie christlich geprägt zu sein. Das wäre dann folgerichtig und ehrlich. Denn ist der Ruf erst ruiniert, regiert es sich ganz schön ungeniert.


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