Möglicherweise haben Sie schon über das Thema nachgedacht. Die Kartoffeln vielleicht auch. Wie ist das aber, können Kartoffeln eigentlich denken?
Denken wird oft als Informationsverarbeitung beschrieben. Wenn die Kartoffelpflanze beispielsweise UV-Licht ausgesetzt wird, verarbeitet sie diese Information, dass dort UV Licht auf sie herunterstrahlt, in der Art, dass sie beispielsweise wächst oder Fotosynthese betreibt. Insofern werden hier gewissermaßen Informationen verarbeitet.
Das wird aber wohl noch kein Denken sein, sondern ein einfaches Reiz-Reaktions-Schema. Von Denken kann man wahrscheinlich erst dann sprechen, wenn einem System gewisse alternative Möglichkeiten zur Verfügung stehen. Wenn also eine Kartoffel UV-Licht ausgesetzt wäre und sich dann überlegen könnte, entweder zu wachsen, Photosynthese zu betreiben oder sich mit Sonnencreme einzuschmieren.
Eine Kartoffel hat unserem Kenntnisstand nach diese Wahlmöglichkeiten nicht. Darum kann sie vermutlich auch nicht denken.
Das menschliche Gehirn hingegen hat wohl eine ganze Menge von Wahlmöglichkeiten, kann also denken. Es bleibt allerdings die Frage, ob Denken nur im Sinne von Reiz-Reaktions-Schema zu verstehen ist, oder ob Denken noch eine geistige Dimension benötigt. Ob es also etwas Geistiges gibt, das allem Denken zugrunde liegt. Ist also beispielsweise ein Computer, der ein extrem komplexes Programm hat, in der Lage, zu denken, oder vollzieht er nur sehr komplexe und teilweise sich selbst weiterentwickelnde Reiz-Reaktions-Schemata ? Ist also beispielsweise künstliche Intelligenz bereits beim Denken angelangt, oder wird sie immer auf die Stufe der Kartoffel bleiben, wenn auch viel komplexer?
Vermutlich, so würde ich zumindest denken, braucht es eine geistige Dimension, um denken zu können. Sonst bleibt man wirklich in Reiz-Reaktions-Schemata stecken. Und dies würde bedeuten, dass es auch eine geistige Dimension der Welt gibt. Also eine Dimension, die man rein materialistisch nicht erfassen kann. Es ist also letztlich die Frage, ob das, was wir menschlichen Geist nennen, nur auf materielle Strukturen, auf komplizierte Reiz-Reaktions-Schemata reduziert werden kann, oder ob es zu echtem Denken nicht tatsächlich etwas Geistiges braucht, etwas, das auch unser Bewusstsein ausmacht.



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