Die Paradieserzählung in der Genesis der Bibel und Tora, Kapitel 2-3, ist wohl weltweit eine der bekanntesten Erzählungen.
Sie entstand vor etwa dreitausend Jahren am Königshof in Jerusalem, entworfen und aufgeschrieben von Gelehrten.
Sie soll Antwort geben auf die Frage, woher der Mensch kommt, warum sein Leben so ist, wie es ist, und wie Gott ist.
Inhalt:
Zunächst einmal erschafft Gott einen Garten mit dem Namen Eden, der zwischen 4 Flüssen lokalisiert wird, einer davon ist der heute noch bekannte Tigris. Innerhalb dieses Gartens herrschen paradiesische Zustände.
Gott erschafft aus Staub bzw Ackerboden den ersten Menschen. Adam.
„Adam“ ist hierbei ein Wortspiel, denn Adam bedeutet auf Hebräisch Mensch und hat große Ähnlichkeit mit dem Wort für Ackerboden, „adamah“.
Da Adam einsam ist, erschafft Gott aus einer Rippe von diesem einen zweiten Menschen, Eva. Auch hier kommt es zu einem Wortspiel. Martin Luther übersetzt es so, dass es den Mann gibt, und damit er nicht alleine sein muss, erschafft Gott eine „Männin“.
Das Wortspiel „Mann“ und „Männin“ kommt ebenfalls aus dem Hebräischen. Dort heißt der Mann „isch“, die Frau „ischah“.
Von allen Früchten im Garten Eden bzw im Paradies dürfen Adam und Eva essen. Unter anderem gibt es dort zwei Bäume, der Baum des ewigen Lebens und der Baum der Erkenntnis von Gut und Böse. Isst man von dem Baum des ewigen Lebens, muss man niemals sterben. Isst man von dem Baum der Erkenntnis von Gut und Böse, kann man erkennen, dass es in der Welt auch das Böse gibt. Der paradiesischen Zustand ist für einen dann automatisch vorbei, weil man ja weiß, dass es das Böse auch gibt.
Letztlich befiehlt Gott, nachdem Adam und Eva gegen seine Anweisung vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse gegessen haben, einem Engel, die beiden aus dem Paradies bzw Garten Eden zu vertreiben.
Aber eigentlich bräuchte er diesen Befehl überhaupt nicht mehr zu geben, denn selbst, wenn er zuließe, dass sie weiterhin dort lebten, wäre das Paradies für sie bereits vorbei, können sie nun doch erkennen, dass es das Böse gibt und es existiert.
Damit Adam und Eva, die sich gewissermaßen selber aus dem Paradies heraus katapultiert haben, außerhalb überleben können, kleidet Gott die beiden noch mit Fellen ein.
Die Geschichte erklärt also mehreres.
Sie erklärt, warum wir Menschen heute Gott nicht direkt wahrnehmen können, was aber damals, in einer fiktiven Vergangenheit, einmal so gewesen sei.
Sie erklärt auch, warum das Leben kein Paradies, sondern mitunter Mühsal und Plage ist.
Und sie erklärt, dass Gott, obwohl man ihn nicht sehen kann, immer noch für die Menschen sorgt und ihnen wohlgesonnen ist. Er kleidet sie mit Fellen ein, damit sie zurechtkommen in dieser Welt.



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