USA, getrennte Migrantenfamilien. Wenn man nur wüsste, wer zusammengehört?

In den USA wurde nun gerichtlich verfügt, dass es nicht rechtens sei, Kinder von ihren Eltern zu trennen, nur, weil die Eltern mit ihnen illegal über die Grenze gekommen sind.

Nun will die US Regierung, die zurückgerudert ist in dieser Sache, nachdem Trumps Umfragewerte massiv gefallen waren, die Kinder und Eltern wieder zusammenführen. Wenn das mal so leicht wäre, denn offenbar wurde hier in großem Umfang geschlampt. Gerade bei Kindern. Dramatisch.

Eigentlich müssen Kinder unter fünf Jahren bis zum kommenden Dienstag wieder bei ihren Eltern sein, für ältere Kinder gilt als Deadline der 26 Juli 2018. Mittlerweile werden DNA-Analysen angewandt, um herauszufinden, welche Kinder überhaupt zu welchen Familien gehören.

Und dann gibt es noch ein Problem, einige Eltern wurden bereits aus der Haft entlassen und man weiß überhaupt nicht, wo sie sind, andere wurden in ihre Heimat abgeschoben, bei denen man auch nicht weiß, wo sie sind.

Die Kinder haben somit, wenn es dumm kommt, ihre Eltern für immer verloren. Und die Eltern ihre Kinder.

Das könnte noch problematisch werden für Donald Trump. Und für die zerrissenen Familien ist es ohnehin das wohl größte Drama ihres Lebens, welches sie, selbst, wenn sie wieder zusammenkommen sollten, wohl bis ans Ende ihres Lebens psychologisch belasten, wenn nicht sogar traumatisieren wird.

Der amerikanische Traum, der Traum von Freiheit und Gleichheit, der bereits seit Guantanamo angekratzt war, hat hiermit wohl noch mal ein ganzes Stück von seinem Glanz verloren. Wie schade. Aus dem Traum wurde ein Trauma.

Und auch in Europa sollte man übrigens diesbezüglich den Mund nicht zu voll nehmen, wenn man sich über Derartiges empört, nähert man sich doch hierzulande verbal immer stärker einer generellen Abwertung von Flüchtlingen an, bei denen man implizit fast schon das Menschsein anzweifelt.

Ja, Flüchtlinge sind Menschen. Viele Deutsche waren übrigens auch einmal Flüchtlinge. Wenn sie nur nicht so vergesslich wären in ihrem kollektiven Gedächtnis. Und wer weiß, vielleicht werden auch die Deutschen und auch die Europäer mal wieder Flüchtlinge werden. Nicht zu hoffen, aber denkbar.


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