U-Bahnfahrer gesucht

In München ist der Hochsommer eingekehrt, aber auf Bussen werden offenbar U-Bahn Fahrer gesucht, so zumindest die dort aufgeklebte Werbung.

Nun mag es okay sein, bei 30° gelegentlich einmal in den Untergrund abzutauchen. Und irgendjemand muss natürlich auch verantwortungsvoll die U-Bahnen steuern. Aber ob sich jemand diesen Job bewusst aussucht, frage ich mich schon. Braucht man dafür eine bestimmte Liebe zum Neonlicht? Vielleicht eine Sonnenallergie, die einen nur überleben lässt, wenn man sich jeglicher UV-Strahlen enthält? Oder ist es nur für Leute gedacht, die zu Staub zerfallen, sofern sie mit Sonnenlicht in Kontakt kommen?

Wie gesagt, es ist gut, dass es Menschen gibt, die diesen Job verantwortungsvoll machen. Aber ob und wie man das über Jahre und Jahrzehnte so machen könnte, ist mir doch ein Rätsel. Zumal man eben aufs Sonnenlicht verzichten muss, tagtäglich, und zudem auch noch all die Probleme hat, die jeder Zugführer hat, dass einem statistisch gesehen wahrscheinlich einmal im Leben mindestens jemand vor die U-Bahn springt. Und man nicht ausweichen kann.

Danke, dass ihr den Job macht. Aber denkt auch darüber nach, ob euer Leben nicht zu wertvoll ist, dies dann über all die Jahre weiterhin zu machen. Vielleicht gibt es ja noch andere berufliche Alternativen für euch. Nur so ein Gedanke.

Zwar meinte Martin Luther, man könne Gott in jeder gesellschaftlichen Positionen dienen, indem man seinen Mitmenschen diene. Einerseits hat er Recht. Erich Fromm jedoch vertritt die Vorstellung, dass sich das eigene Gewissen meldet, damit man derjenige werden kann, der man auch sein könnte. Und ich vermute, dass niemand dazu bestimmt ist, zeitlebens in einer U-Bahn-Röhre zu stecken.


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