Das Landgericht Köln bereitet sich schon seit längerem auf die närrische Zeit vor. Nachdem es neulich erst spezielle Zuschauer gewisser Filme diskreditierte und zudem jeden (der 80 Mio Deutschen), der möglicherweise irgeneine Datei im Internet ansehen möchte (als Streaming), hat es nun einen neuen Coup gelandet:
Blogbetreiber (und Webseitenbetreiber), die sich an die Spielregeln des Rechtsstaates halten wollen und ausschließlich lizenzfreie Bilder für ihre Internetauftritte verwenden, zum Beispiel von pixelio.de, sind von gestern auf heute plötzlich Verbrecher. Denn bisher galt, dass sie die kostenlosen und lizenzfreien Bilder verwenden dürfen, wenn sie den Namen des Fotografen und „pixelio.de“ auf der Seite angeben (oder auf einer Unterseite, so genau ist das nicht spezifiziert).
Doch das närrische Landgericht Köln hielt es für angebracht, darauf hinzuweisen: wenn nun jemand mit einem Rechtsklick das Bild in einem neuen Fenster öffnet, dann steht ja nicht mehr der Fotografenname darunter. Folge: Abmahung erlaubt. Kostet dann mal ein paar schlappe Tausender. Findige besorgte Anwälte kümmern sich gierig aufopferungsvoll darum.
Natürlich haben die Fotografen nur ihren perfiden Profit das Beste im Sinn. Sie stellen ihre Fotos kostenlos der Allgemeinheit zur Verfügung und möchten jeden verdammten Dreckshund niemanden abmahnen. Es sei denn, es springt dicke Kohle für sie und ihre Anwälte dabei heraus. Dann natürlich schon. Und offiziell gibt man sich: hämisch betroffen.
Lesen Sie hier die leidvolle Story, die leider wahr ist, eines Abmahnopfers. Man hält es nicht für möglich. Nicht im 21. Jahrundert mitten in Deutschland. Man könnte ihm kaum verübeln, wenn er auf die Idee der Selbstjustiz kommen sollte, denn in so närrischen Zeiten wie in Köln kann man auf die Justiz offenbar kaum noch bauen. Recht und Gerechtigkeit haben nichts mehr, gar nichts mehr, mit einander zu tun, so scheint es. Man mag vermuten, dass das Abmahnopfer mindestens die Familie des Abmahners entführen, sein Auto in die Luft sprengen und sein Haus in Brand setzen wird. Mindestens. Und sich danach eine gerechte Strafe für es ausdenken wird. Aber nein: das ist Böse. Machen Sie das bitte nicht ! Das würde nur noch mehr Ärger einbrocken. Besser ist: einfach schlucken und den närrischen Schmerz genießen. Allerdings: nach der neuen Art der Kölner „Rechtsprechung“ wäre dann wohl das Opfer selber schuld, wenn es in ein Gewaltverbrechen verwickelt würde. Denn es hätte ja zuvor auf allen Seiten deutlich machen müssen, dass es Derartiges ablehnt.
Nun ja. Vielleicht könnten die Jecken aus Köln auch noch auf eine lange ostdeutsche Tradition zurückgreifen: dass nämlich brave Bürger die neuen Bild-Verbrecher bei einer eigens dafür eingerichteten Behörde verpetzen, nennen wir sie einfach mal formal „Stasi“, wobei wir uns über die inhaltliche Bedeutung dieses Namenskürzels dann noch austauschen müssten ? Und auch in Westdeutschland hat man ja vor 80 Jahren breite Erfahrungen mit absolutem Gesetzesgehorsam gemacht. Sollte man aus Köln den neuen Abmahn-Wahn nicht ein wenig ausweiten, auf Passanten beispielsweise, die im Vorbeigehen zufällig ein Bild anschauen, das nicht lizenzfrei ist ? Wären nicht auch sie bereits abmahnfähig ? Wir wollen Ihnen doch nichts Böses, hört man die Heerschar der arbeitslosen Anwälte schon raunen, wir wollen doch nur Gerechtigkeit für unsere Mandanten, die den Köder im Internet ausgelegt haben und massig Kohle einstreichen ! Wünschenswert wäre zudem, wenn zu der äußerst fundierten, juristischen Ausbildung der Kölner Richter auch die Narretei stärker betont werden könnte. Schließlich hat der Karneval noch gar nicht richtig angefangen. Setzen wir uns doch alle unsere Narrenkappen auf und freuen uns auf die nächsten Scherze aus Köln. Langweilig wird es uns bestimmt nicht. – Ach ja, das arme Abmahnopfer gab es ja auch noch, das die närrischen Urteile so ganz und gar humorlos sieht, nur weil es ums eigene Geld geht ( – der versteht einfach keinen Spaß – und Sie würden doch auch sicher mal schnell und bereitwillig ein paar Tausender zücken für einen guten Richterscherz, oder ?): Lesen Sie >hier.
Inhalt des Links geben nicht zwangsläufig die Meinung der theolounge-Autoren wieder und wir distanzieren uns natürlich aufs Schärfste von dem armen Abmahnopfer.
Bild: Marc Gerlach



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