Der folgende Bericht auf Zeit-Online ist leider kein Scherz und reiht sich in beängstigender Weise in die derzeitige Diskussion ein, ob ein Staat denn die totale Überwachung ausführen darf (NSA-Affäre), oder ob er dann nicht automatisch zum Polizeistaat wird. Vielleicht muss man künftig doch in den Wald gehen, wenn man Privatheit im Gespräch sucht (wie man es wohl in der ehem. DDR machte), oder sein Handy in den Kühlschrank stecken, um Mithörer zu vermeiden (wie Herr Snowden es machte).
Orwells 1984 kam nicht, zumindest nicht 1984. Heute scheint es irgendwie aber allgegenwärtig zu sein. Sind es denn die Terroristen, die uns heute Angst machen, oder ist es nicht vielmehr die Angst vor der Angst, die die Menschen dazu treibt, dieser ständigen Überwachung stillschweigend zuzustimmen – oder zumindest nicht laut zu widersprechen ? Darf man solche Texte wie diesen hier denn heute noch beruhigt schreiben, oder muss man nun fortwährend in Sorge leben wegen seiner Äußerungen und der Meinungsfreiheit, von der man Gebrauch macht und die einem doch eigentlich im Grundgesetz garantiert ist ?
Sicher, die Beispiele in dem folgenden Artikel sind nicht gerade geschmackvoll, aber die staatlichen Reaktionen darauf lassen das rechte Maß vermissen. Wie soll es bloß gelingen, die Balance zwischen Sicherheitsbedürfnis und Freiheit wieder richtig einzupendeln, wie soll es gelingen, Machtmissbrauch durch Datenausspähung zu unterbinden ? Wem kann man heute noch trauen, wenn von Microsoft über Apple bis hin zu Google womöglich alle großen Internetfirmen unter dem Vorwand der „Sicherheit“ ausgespäht werden ?
Es fällt einem bei der ganzen Spähaffäre, die die Sorge vor einem Polizeistaat aufkommen lässt, folgender Spruch ein, der sinngemäß so geht: ‚Die totale Freiheit wird nur durch totale Unterwerfung erlangt‘. Dieser Spruch stammt von dem Science-Fiction-Autor und Gründer der Scientology-Sekte Ron Hubbard. Wenn man den Spruch zweimal liest, wird einem bewusst, wie absurd er ist. Totale Kontrolle, totale Unterwerfung bringt alles andere, nur keine Freiheit. Zu Recht wird in Deutschland die Scientology-Sekte deshalb auch vom Verfassungsschutz beobachtet, da es doch ihr erklärtes Ziel ist, die Gesellschaft zu unterwandern und die Weltherrschaft an sich zu reißen. Bleibt nur zu hoffen, dass der Verfassungsschutz auch hellhörig wird, wenn es, wie im NSA-Skandal, um die millionenfache Unterwanderung der Grundrechte deutscher Bürger geht.
Sarkasmus in sozialen Netzwerken kann unangenehme Folgen haben. Zuletzt ist ein 18-Jähriger für eine dumme Bemerkung bei Facebook im Gefängnis gelandet.
Um Justin Carter auf die Schliche zu kommen, brauchte es keine ausgefeilten technischen Hilfsmittel. Sein angeblicher Plan für ein blutiges Attentat musste nicht erst vom Geheimdienst aufgedeckt werden. Der damals 18-jährige Amerikaner offenbarte ihn im Februar selbst auf einer öffentlichen Facebook-Seite. Bei dem Unfug, den Carter dort schrieb, hätte allerdings jedem Mitleser klar sein müssen, dass sich hier nur ein Teenager in der Wortwahl vergriff. Doch der Scherz wurde missverstanden und brachte Carter für mehrere Monate ins Gefängnis.
Sarkasmus und Ironie können in sozialen Netzwerken zu…>mehr.
foto: Arno Bachert / pixelio.de



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