Rechtfertigungslehre falsch verstanden?

Justitia

Immer wieder muss sie für alles herhalten, die gute alte Rechtfertigungslehre. Oft wird behauptet, dass sie besagt: Gott nimmt jeden Menschen so an, wie er ist …

Nun, das ist ja nicht falsch. Aber ist das die Botschaft der Rechtfertigungslehre?

Bleiben wir mal am Original. Im Augsburger Bekenntnis, einem der wichtigsten Dokumente der Reformationszeit, heißt es im Artikel von der Rechtfertigung (CA IV):

Weiter wird gelehrt, daß wir Vergebung der Sünde und Gerechtigkeit vor Gott nicht erlangen mögen durch unser Verdienst, Werk und Genugtun, sondern daß wir Vergebung der Sünde bekommen und vor Gott gerecht werden aus Gnaden, um Christi willen, durch den Glauben, wenn wir glauben, daß Christus für uns gelitten habe, und daß uns um seinetwillen die Sünde vergeben, Gerechtigkeit und ewiges Leben geschenkt wird. Denn diesen Glauben will Gott als Gerechtigkeit vor ihm halten und zurechnen, wie St. Paulus sagt zu den Römern Kap. 3 und 4.

Es geht also nicht um irgendeine liebevolle Annahme an sich, sondern darum, vor Gott Sündenvergebung zu bekommen und damit gerechtfertigt zu sein. Und das auch nicht pauschal für alle, sondern der Modus ist der Glaube. Derjenige, der glaubt, ist angesprochen. Alles andere wäre Allversöhnung. Das steht hier aber nicht.
Die weiterführende Frage ist nun aber, ob das heute noch jemanden interessiert. Zur Zeit Luthers hatten die Menschen Angst vor dem strafenden, zornigen Gott. Sie haben sich gefragt, wie vor Gott bestehen können. Darauf antwortet dieser Artikel.

Nach meiner Beobachtung entspricht das aber nicht mehr den heutigen Gottesbildern. Somit ist der Rechtfertigungslehre die Voraussetzung genommen.

Fragt die Leute selbst. Fragt die, auf der Straße, die nichts mit Kirche und Glauben am Hut haben, fragt Leute in unterschiedlichen Gemeinde, ob das deren Frage ist, wie sie vor Gott bestehen können.
Ich behaupte: die wenigsten habe diese Frage noch.

Deswegen ist die Rechtfertigungslehre zwar immer noch richtig, aber sie ist nicht der hermeneutische Schlüssel, um Menschen im Leben, im und zum Glauben zu helfen.

Die allgegenwärtige Frage ist doch eher die nach einem sinnvollen, gelingenden Leben. Darauf müssen wir als Christen Antworten geben bzw. vielleicht auch „nur“ Menschen da auf ihrem Weg helfen, und ihnen Orientierung bieten.

Ich glaube, ein Leben kann nur wirklich gelingen und Sinn bekommen, wenn ich im „Einklang mit Gott“ lebe. Und dann kommt die Rechtfertigung doch wieder ins Spiel, weil ich nämlich aus eigener Anstrengung mich nicht Gott annähern kann. Und jeder Versuch dazu, wäre das, was Karl Barth mit dem bösen Wort „Religion“ brandmarkt. Religion ist der Versuch sich selbst mit Gott in Einklang zu bringen.

Es geht aber nicht um irgendeine Religiosität im Sinne von menschlichen Bemühungen, sondern darum, dass Gott schon unterwegs zu uns. „Dein König kommt zu Dir.“ Auch wenn Advent erst im Dezember (zumindest überwiegend), ist das doch entscheidend. Gott wendet sich uns zu, und Er wendet uns sich zu. Der Glaube, der vor Gott zählt, ist kein verdienstliches Werk. Das kann ich nicht machen. Gott selbst muss den Glauben in mir bewirken.

Es gibt keinen anderen Anfang der Frömmigkeit, als dass dein Köng zu dir komme und fange bei dir an. … Nicht du suchst ihn, sondern er sucht dich.

(Paraphrasiert nach Martin Luther)
Foto:Markus Hein | pixelio.de

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Kommentare

3 Kommentare zu „Rechtfertigungslehre falsch verstanden?“

  1. Ich gehe einwenig weiter, wie Christus und seine Jünger uns heute lehren würde, obwohl ER allein,
    Uns heute lehrt, wenn doch die Bekenntnischristen auf Ihn hören würden:
    „Was wollen wir hierzu sagen?
    1.Die wir den zugesagten Samen Gottes,
    Jesus Christus, das wahre Wort Gottes,
    in uns aufgenommen haben, Johannes 1, 9-13
    2, Die wir der Sünde allen abgestorben sind durch
    diese Macht Gottes, Jesus Christus in uns, die da in
    uns Wohnung genommen hat. Römerbrief 6,7,8,
    3. Die wir tragen, vor und ab unserer Wiedergeburt für
    Gott, „allezeit das Sterben des Herrn Jesu an
    unserem Leibe, auf dass auch das Leben des
    Herrn Jesu un unserem Leibe offenbar werde“.
    2. Korintherbrief 4,10
    4. Die wir jetzt auf Erden und in der Nachfolge Jesu
    Christi „durch die Gnade und Wirkung Gottes,
    „den natürlichen Leib säen, auf dass wir einst
    auferstehen mit einem geistlichen Leib“.
    1. Korinther 15,44
    Wer in diesem geistigen Wachstum, vor Gott und mit Gott steht, ist rechtfertigt.
    Gott wird niemals den tätigen Sünder, Lügner, Notlügen Heuchler, geistigen und leiblichen Ehe -brecher RECHTFERTIGEN sondern den,
    Der mit Christus im Herzen, und im Allerheiligsten Glauben, mit Christus gekreuzigt, gestorben, den sündlichen Leib abgelegt hat,
    und im Geist, mit Christus auferstanden ist und in dieser Geist-Aufertsehung lebt bis er entschlafen, oder entrückt wird. Römerbrief 6,
    Nochmal:
    Weder Gott noc h Christus, wird den Ewigkeits-Sünder rechtfertigen, denn Christus ist weder ein Sünder-Diener noch ein Sünden-Diener, sondern,
    Des Menschen Sündenbefreier, des Menschen sein Vorbild, durch sein Leben und Tod, dem der Mensch in allen nachfolgen soll im Geist und in der Wahrheit.
    Wie heißt es bei Petrus:
    „Denn dazu seid ihr berufen, weil auch Christus gelitten hat für uns und uns ein Vorbild hinterlassen hat, dass ihr/wir sollen nachfolgen seinen Fußtapfen:
    1.Welcher keine Sünde getan hat,
    2. Ist auch kein Betrug in seinem Munde erfunden,
    3. Welcher nicht wiederschalt, da Er gescholten wurde,
    4. Nicht drohte, da Er litt Verfolgung, üble Nachrede,
    Spott und Speichel der damaligen „frommen“
    Sünder,
    5. Er stellte es aber dem heim, der da recht richtet,
    GOTT und seinem Vater, der allezeit gegenwärtig war
    bei ihm, (wie bei uns heute Wiedergeburtschristen!
    6.Welcher unsere Sünden selbst hinaufgetragen hat
    an seinem Leibe auf das Kreuz
    (damit wir gerechtfertigt vor Gott und Ihm gelten.
    7. Auf dass wir, der Sünde abgestorben,
    der Gerechtigkeit leben,
    durch seine Wunden ihr seid heil geworden.
    Von allen Kraknheiten, Seuchen, etc.
    Unsere Gerechtigkeit, Haben und Leben, kommt erst dann, wenn wir die ersten 6 Schritte mit Christus in einer lebendigen Nachfolge stehen, nicht vorher.

    Christus hat nicht den Menschen gepredigt:
    „Wartet ihr Sünder, Mörder,Hurer, Kinderschänder und Verleumder, bis man mich in Jerusalem gekreuzigt hat, dann braucht ihr nichts mehr zu tun, denn ich bin das Opferlamm für eure Sünden alle,SONDERN,
    „Hebe dich weg von mir Satan!
    Denn es steht geschrieben: Du sollst anbeten Gott, deinen HERRN, und IHM allein dienen“.
    Dienet als nicht dem Satan und betet ihn auch nicht an, wenn er Euch:
    „Die Reiche dieser Welt mit ihren Herrlichkeit und kurzen Freuden anbietet, wie schöne Autos, teure Kleider, Wohnungs-Einrichtungen, große Häuser und viele Schulden etc.
    a.) Wer als Christ, Irdisch gesinnt ist und nach dem Geist der Welt lebt, verdammt sich selber,
    b.)Wer als Christ, nach dem Fleisch lebt, verdammt sich auch selber, Römerbrief 8, 1-4

    1. Also gebührt es uns Menschen, alle Gerechtigkeit Gottes zu erfüllen bei dem Heilsplan Gott. Matth. 3,15
    2. Bergpredigt: „Selig sind, die reines Herzens sind,
    denn sie werden Gott schauen, und
    „Darum sollt ihr vollkommen sein, gleichwie euer
    Vater im Himmel vollkommen ist“.
    3. Gehet ein durch die enge Pforte. Denn die Pforte ist weit und der Weg ist breit, der zur Verdammnis abführt.
    Römerbrief 6, heißt es:
    Vers 3, „Wisset ihr nicht, dass alle,
    die wir in Jesus Christus getauft sind,
    die sind in seinen Tod getauft?
    Vers 6, „Nun wissen wir, dass unser alter Mensch samt IHM gekreuzigt ist,
    (Der alte natürliche Mensch mit all seinen guten und schlechten Gaben und Veranlagung, ist vor Gottes Geist der Wahrheit, der alte Mensch der Sünde).
    Dieser alte Mensch der Sünde ist mi tChristus gekreuzigt, auf dass der sündliche Leib aufhöre, (Gott zu beleidigen und Sünde zu tun,
    Dass wir der Sünde hinfort nichtmehr dienen“, U:s.w.

    Wer an Christus glaubt und den Geist, das Wort und Allerheiligsten GLAUBEN Gottes in seinem Innern >wohnend< hat, kann sich den Luxus des sündigen nichtmehr erlauben.
    Er steht unter der Schirmherrschaft des lebendigen Gott und seinem Christus, der da lebt un d allgegenwärtig ist, auch heute, weil ER auferstanden ist aus den Toten.
    Zum Schluss Kolosserbrief:
    „Seid ihr nun mit Christus auch auferstanden, auch wenn nur im Geist Gottes, „Christus in uns“
    „der unser wahres und neues Ich ist“,
    So suchel, was droben ist, da Christus ist, sitzend zu der Rechten GOTTES. weiter vers 3,
    Denn ihr seid gestorben und euer Leben ist verborgen mit Christus in Gott“.
    „Der von Christus gesäte Samen in das Innere des Menschen, bringt nur wahre Christen hervor, die IHM in allen Dingen ähnlich sind dem Wesen und Geist nach.
    Doch dann kommt gleich,
    der “ anmaßende und zweite Leher neben Christus, DIE SCHLANGE, und verändert, verfälscht den Samen und Theologie Gottes, allein schon aufgrund seines GEISTES,Teufel, Satan und Widersacher Gottes.
    Achtet liebe christliche Freunde, welcher Geist Euch besucht und lehrt den biblischen Buchstaben, vom „lieben Gott“!
    Wenn es auch wieder viel geworden ist,
    IHR werdet es verstehen und auch verarbeiten im Angesicht Gottes und seinem Christus. Peter Sem.

  2. „Alles andere wäre Allversöhnung.“ darf ich mal fragen was daran so schlimm ist?

  3. Darfst Du. 😉
    Von schlimm war gar nicht die Rede. Das wäre eine Wertung, die ich gar nicht vorgenommen habe.
    Ich habe nur herausgestellt, dass Allversöhnung nicht gleichbedeutend ist mit der klassischen reformatorischen Rechtfertigungslehre.

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