Die Situation in Tibet im Vorfeld der Olympischen Spiele in China spitzt sich immer mehr zu. Ich denke, dass hat mittlerweile jede/r mitbekommen.
Bislang war ich der Ansicht, dass die Olypischen Spiele nicht boykottiert werden sollten, weil die Aufmerksamkeit für die Mißachtung der Menschenrechte in China und der religiösen Selbstbestimmung der Tibeter durch eine breite Teilnahme an den Spielen am besten aufrecht erhalten werden kann. Inbesondere haben mich die vereinzelt bereits zu lesenden Ankündigungen von Sportlerinnen und Sportler, die Spiele vor Ort zu nutzen, auf diese Probleme aufmerksam zu machen, in dieser Sichtweise bestärkt.
Nun aber droht ein deutsches Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Walther Tröger, Sportlern mit dem Ausschluss von den Wettkämpfen, wenn diese bei den Olympischen Spielen in Peking offen gegen Chinas Tibet-Politik protestieren. In einem Interview mit der Frankfurter Neuen Presse sagte Tröger: „Wer in gekennzeichneten Bereichen gegen das Verbot unzulässiger Werbung oder Propaganda verstößt, kann unverzüglich und nach Prüfung des Einzelfalls ausgeschlossen werden“.
Das geht m.E. zu weit. Es geht nicht an, dass das IOC den Sportlerinnen und Sportlern solche Vorschriften macht. Geht es denn nur noch um den Kommerz? Ich finde das zum Kotzen.
Das Interview mit Walther Tröger in der Frankfurter Neue Presse: Wer protestiert, kann ausgeschlossen werden
Ein sehr guter Kommentar von Christoph Lütgert zum Thema findet sich auf der Website der Tagesthemen: Kommentar
Foto: Gerd Altmann – Quelle: http://www.pixelquelle.de



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