Der zweite Paulus?

kenya_682-kunstzirkus.jpgEs hört sich grausam, ja nahezu unglaublich an, was heute auf Spiegel Online unter den ersten Artikeln zu lesen war. Der Ex-Rebellenführer Blahyi gesteht während des liberianischen Bürgerkriegs, vor seinen Kampfeinsätzen „unschuldige Kinder“ geopfert und ihre Herzen verspeist zu haben. Jetzt ist er konvertiert und als christlicher Wanderprediger unterwegs, um die Menschen für Reue, Bekehrung und Friede zu gewinnen. Die Story erinnert einen stark an eine Art Damskus-Erlebniss allá Paulus aus der Apostelgeschichte im Neuen Testament. Aber auch die wirklich unglaublichsten biblischen Geschichten haben bis heute tatsächlich einen Sitz im Leben.

Bis 1996 kämpfte Ex-Rebellenführer Blahyi in Afrika gegen einen Diktator. Ob sich die Geschichten mit den Kinderopfern wirklich so zugetan haben wie er berichtet ist irrelevant, denn aus den bürgerkriegszerrütteten Ländern Afrikas waren oft grausame Details über Massaker, Ritualmorde, Kannibalismus im Zusammenhang mit Rebellen und Aufständen nach Europa durchgesickert. Dies spräche also stark für die Wahrheit der Aussagen des Ex-Rebellenchefs. Er ist damit der erste Verantwortliche, der sich zu solchen Taten bekennt und öffentlich Reue dafür zeigt. Mehr noch, er ruft alle dazu auf, sich zu bekennen und mit dem Morden aufzuhören.

Grund für diesen Sinneswechsel war nach seinen eigenen Angaben die „Stimme“ Gottes, die ihm ins Gewissen redete. Nun wandert er als christlicher Prediger durch die Straßen und Kirchen Liberias und predigt Friede und Vergebung.

So wenig genaues man über den Ex-Rebellenchef weiß, so grausam die Taten des Ex-Rebellenchefs gewesen sein mögen und so sehr man ihn dafür hassen könnte, zeigt sich hier sicher eins: Er ist ein Mensch wie wir alle, Sünder, der durch den Glauben und die Gnade Jesu Christi davon frei wurde und nun – wie auch Paulus, der Christen verfolgte und tötete – die frohe Botschaft predigt. In der heutigen Gesellschaft liest man über Verbrecher nicht selten Zeilen: „Das Monster unter uns.“ Ja, wir wollen damit aussagen: So einer! Das ist keiner von uns, das ist ein Monster, kein Mensch. Warum lesen wir dann aber dann so gerne die perversen Details über die Taten, schauen uns Videos von Enthauptungen an?…, weil es uns interessiert, wir vielleicht auch eine Kraft spüren, die bei uns Neugier, ja sogar Interesse auslöst. In Wirklichkeit wären also viele von uns unter den falschen sozialen und psychologischen Einflüssen in der Lage, solche Grausamkeiten zu begehen. Wenn wir ehrlich sind: wer hat sich noch nie vorgestellt seinem nächsten etwas Böses anzutun?

Nun bleibt nur noch festzuhalten. Leute wie Blahyi sind, trotz ihrer grausamen Verbrechen, keine Monster, sondern geliebte Geschöpfe unseres Herrn. Sie sind ein herrliches Zeichen für Bekehrung zu Gott, Reue und ein neues Leben in Liebe. Ihnen ist auch zu vergeben und sie sind nach ihrer Bekehrung nicht mehr zu verurteilen, auch, wenn man ihr Verhalten kritisieren kann. Es fällt uns aber schwer, Mörder und Sünder zu vergeben, vielleicht, weil sie uns auch einen Spiegel unserer selbst vorhalten…

Foto:Kunstzirkus,pixelio.de

 

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