Ich höre die Nachricht im Autoradio. Und stelle mit Erschrecken fest, dass ich nicht erschrecke. Günter Öttinger, seines Zeichens unser Landesvater, trennt sich von seiner Frau. Sie haben zusammen einen Sohn.
Sein Lebensstil – oft 16 Stunden Arbeitsstress – wollte sie nicht mehr teilen. Er habe es versucht, meinte Öttinger, aber es habe nicht funktioniert…
Der französiche Präsident muss/kann seit einiger Zeit allein leben. Die Frau lief ihm davon. Jetzt trifft es einen anderen Landesvater. Wird das zur Gewohnheit? Wird es mehr und mehr gesellschaftliche Normalität, relevante Werte von Familie wie Treue und Zusammenhalten dem Ausverkauf zu opfern? Was bleibt eigentlich an Vorbildwirkung fürs „Volk“, wenn Repräsentaten des Staates in ihrem eigenen Leben genau das nicht verwirklichen, wofür sie mit ihren Programmen einstehen?
Oder gilt der alte Grundsatz nicht mehr: Nur gesunde Familien garantieren einen gesunden Staat?
Ich bin weit davon entfernt, mit Steinen zu schmeissen. Ich beobachte nur diese Tendenz, wie der Arbeitsinhalt, das Definieren über den liebgewonnenen Job, traurige Folgen zeitigt. Und das tut mir einfach leid: für die Betroffenen und für uns alle.
Lösungen? Rechtzeitig die Handbremse ziehen, auch wenn man die Traumkarriere nicht durchziehen kann. Auf seiner Homepage sagt es Herr Öttinger selbst einmal: Das Wichstigste sei ihm, die knapp verbleibende Zeit bei seiner Familie zu verbringen. Hätte er sich doch mehr davon genommen…
Hier geht es zum Artikel, der über die Trennung berichtet.
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Foto: S. Hofschlaeger,pixelio.de



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