Und wieder eine Ehe kaputt…

gebrochene_herzen-s-hofschlaeger.jpgIch höre die Nachricht im Autoradio. Und stelle mit Erschrecken fest, dass ich nicht erschrecke. Günter Öttinger, seines Zeichens unser Landesvater, trennt sich von seiner Frau. Sie haben zusammen einen Sohn.

Sein Lebensstil – oft 16 Stunden Arbeitsstress – wollte sie nicht mehr teilen. Er habe es versucht, meinte Öttinger, aber es habe nicht funktioniert…

Der französiche Präsident muss/kann seit einiger Zeit allein leben. Die Frau lief ihm davon. Jetzt trifft es einen anderen Landesvater. Wird das zur Gewohnheit? Wird es mehr und mehr gesellschaftliche Normalität, relevante Werte von Familie wie Treue und Zusammenhalten dem Ausverkauf zu opfern? Was bleibt eigentlich an Vorbildwirkung fürs „Volk“, wenn Repräsentaten des Staates in ihrem eigenen Leben genau das nicht verwirklichen, wofür sie mit ihren Programmen einstehen?

Oder gilt der alte Grundsatz nicht mehr: Nur gesunde Familien garantieren einen gesunden Staat?

Ich bin weit davon entfernt, mit Steinen zu schmeissen. Ich beobachte nur diese Tendenz, wie der Arbeitsinhalt, das Definieren über den liebgewonnenen Job, traurige Folgen zeitigt. Und das tut mir einfach leid: für die Betroffenen und für uns alle.

Lösungen? Rechtzeitig die Handbremse ziehen, auch wenn man die Traumkarriere nicht durchziehen kann. Auf seiner Homepage sagt es Herr Öttinger selbst einmal: Das Wichstigste sei ihm, die knapp verbleibende Zeit bei seiner Familie zu verbringen. Hätte er sich doch mehr davon genommen…

Hier geht es zum Artikel, der über die Trennung berichtet.

Zum selben Thema auch hier lesen.

Foto: S. Hofschlaeger,pixelio.de


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Kommentare

12 Kommentare zu „Und wieder eine Ehe kaputt…“

  1. Diesen Beitrag trifft mich in eine Zeit, wo ich mich bewusst entscheide, mich nicht von meinen Launen und Eitelkeiten nachzugehen.

    Wenn ich „weltlich“ handeln wollte, wäre ich schon längst weg.

    Hinzu kommt, das ein uns bekannte Ehepaar das Handtuch wirft und es wird ganz hässlich. Schwierig empfinde ich es, wenn ER anruft und mich fragen will, was ER tun soll und zugleich mich bittet bei IHR eine lenkende Tätigkeit zu übernehhmen. Ebenso schwierig finde ich, wie aus der Gemeinde so wirres Zeug geredet wird und fast alle in der andere Richtung gucken oder noch heftiger, nur Kritik an ein oder beide richten.

    Es bleibt festzuhalten: ich bin nicht in deren Ehe. Ich habe nicht 14 Jahre mit ihm auskommen dürfen/müssen. (Und wenn ich ein Mann wäre, müsste ich ebenso nicht mir ihr leben!) Meine Meinung ist unwichtig was diese Ehe angeht. Das müssen die Beiden selbst regeln, denn schließlich sind sie es, die Jahre lang ihre Suppe gekocht haben.

    Aber eine Freundin darf ich bleiben. Ich kann zuhören. Ich kann einfach umarmen. Ich kann jetzt ein Tick häufiger anrufen, um einfach zu signalisieren: du bist nicht allein. Ihm erzähle ich nichts, über meine Gespräche mit ihr, ihr erzähle ich nichts von meine Gespräche mit ihm. Und meine Meinung behalte ich für mich. Urteile auch.

    Es ist nicht einfach zu beobachten, wie der Mensch sich manchmal entscheidet (dabei meine ich nicht zwingend eine Trennung), aber es ist noch trauriger wie wir als Gläubigen anfangen zu richten.

    Wenn wir Christen wieder ein Weg zum Demut finden, zum Erbarmen und zu aufrichtige Gemeinschaft, dann können die noch bestehenden Ehen gestärkt werden und nachkommenden Generationen wieder in eine Mündigkeit hineinwachsen… oh, dass wäre herrlich.

  2. Halte ich für ganz gut, wie Du das angehst. Aber vielleicht empfiehl den beiden, dass sie auch eine Paartherapie aufsuchen, gibts zb bei der Caritas. Dann haben sie eine Möglichkeit, sich (vielleicht) doch wieder zu begegnen, wenn sie das unter Anleitung tun. Denn vielleicht haben sie sich auseinandergelebt – und vielleicht können sie wieder zu einander finden. Kostet Mühe und den Willen, das zu tun, aber vielleicht lohnt es sich.
    Und die Gemeinde….wenn die Leute da so reden…sollte man vielleicht nicht allzuviel drauf hören. Es geht ja wirklich um die beiden, und nicht darum, was andere drüber denken – denn Einblick hat eigentlich keiner so sehr, wie die beiden Beteiligten, denke ich.
    Wär wohl gut, wenn Du ihnen zu so einer Paartherapie den Vorschlag machen würdest. Ob sie das annehmen wollen, ist dann natürlich ihre eigene Sache. Und wenn Du für beide Ansprechpartner bleibst, ist das auch hilfreich. Allerdings kannst Du sicher schnell bei einem der beiden in Ungnade fallen. Das ist eine gefährliche Rolle, die Du da aus Freundschaft mitspielst, denke ich. Also ich denke, es ist gut, dass Du für die Beiden da bist, aber gefährlich eben. Wäre besser, sie verlagerten das Ganze eben auf neutralen Boden, in eine Therapie. Denn Therapeuten machen das dauernd sowas und sind auch objektiv, und damit auch unangreifbar, und haben einen Blick von außen auf die Probleme, den Du vielleicht auch hast, aber wohl bei weitem nicht so objektiv, wie jemand, der überhaupt nicht involviert ist.
    Also nur so ein Tipp. Es geht schließlich um viel 😉

  3. Herzlichen Dank für deine Worte, (komisch, wer oder was ist „Theolounge“ als Identität schwer zu erfassen…).

    Ja, ich merke, daß ich nur schwer beiden das geben kann, was sie meine zu benötigen.

    Es ist eine Ehe mit viel Gewalt, körperlich wie wörtlich, und nicht nur das Paar leidet seit anbeginn daran, sondern die 3 Kinder auch. Ich rate sie zu keine Therapie, ich rate sie zum selbstständigen Bibellese. Wenn sie selbst, jeder für sich, üben mündig Schritte mit Gott zu gehen (ohne dabei an den anderen zu denken), werden sie eines Tages nicht umhin kommen, über diese Ehe zu reflektieren und selber die Situation aus Gottes Blickwinkel erfassen können. Gott muss sie beide stärken und wieder aufbauen.

    Ja, das kann in ein Therapie geschehen. Aber die Situation is so verfahren, daß sie wirklich nicht an einen Tisch setzen können (im Augenblick), somit ist ein Paartherapie eigentlich nicht sinnvoll. Wenn sie willens sind an sich selbst zu arbeiten und daraus Kraft gewinnen, um als Paar zumindest die vergangene gemeinsame Zeit aufzuarbeiten, dann kann das was werden.

    Aber wie ich bereits sagte, ich stecke da nicht so drin. Es ist mein Gebet und mein Wünsch, daß ihre Wunden heilen und sie zu eine verstärkte Bezeihung zu Gott kommen. Alles andere kann von diesen Punkt aus angegangen werden. Wichtiger als ein Therapie (in meine Augen zumindest) ist der eigene Wille und Bereitschaft regelmäßig in Gottes Wort zu lesen und ihn zu suchen, kennenlernen und sich von ihn finden lassen.

    Ich erkenne nicht so ein Gefahr, wie du oben beschreibst. Ich befürchte nicht eine oder beide als Freunde zu verlieren. Es ist nicht, daß sie mir egal wären, aber mein Leben ist nicht auf diese Freundschaft begründet. Und ich begleite sie nicht wie ein Therapeut, ich sage sie fast immer wenn wir sprechen (denn die Frage kommt fast immer „Wie würdest du…?“), daß ich nicht für ihr Leben verantwortlich bin, daß sie schon ihre eigene Entscheidungen treffen müssen. Ich ermütige sie, Gott aufzusuchen (und nicht die Meinung andere Menschen!), wenn sie wirklich herausfinden wollen, was jetzt dran ist. Und ich errinnere sie, daß in Gottes Wort zu forschen manchmal Zeit braucht, so kann auch der, der sich intesiv mit Gottes Wort beschäftigt, doch noch eine Weile warten müssen, bis Gott seine Gedanken formt und ihn zu einer reife Entscheidung führen.

    So sehe ich das, oder habe ich die Gefahr, die du ansprichst, falsch verstanden?

    Nun ja, vielen Dank nochmals für die Worte und Gedanken. Ich befürchte, wir werden einfach öfters solche Nachrichten zu hören bekommen, in „globalen“ Sinne sowie ganz persönlich und vielleicht zu nah.

    Vielleicht gibt es jemand, der einen Beitrag schreiben möchte, daß behandelt, wie man eigentlich mit sowas umgehen sollte? Quasi als nicht betroffene Betroffene, so wie ich?

    Anitz

  4. @anitz
    hi, vielen dank für deine offenen gedanken.
    freunde, die partnerprobleme haben, zu begleiten, ist oft ein ganz schwieriger part. wir selber haben in den letzten jahren oft fast hilflos zusehen müssen, wie langjährige beziehungen – aus welchen gründen auch immer – kaputt gingen.
    es gibt keine allroundrezepte, aber einiges kann man als freund / freundin doch tun:
    – zuerst: versuchen zu verstehen, was gerade vorgeht. oft sind die genannten gründe nicht die wirklichen. („das wirkliche problem steckt hinter dem problem!“). das bedeutet: gut zuhören, nachfragen, und wieder zuhören.
    – keine ratschläge! („auch ratschläge sind schläge!“)
    – es gibt nicht nur einen schuldigen. es sind immer zwei an der misere beteiligt. es mag schon sein, dass ER vielleicht fremdgegangen ist, SIE ständig kritik übt oder was auch immer, aber in einer ehe spielen beide im „spiel“ mit.
    – noch ein wichtiger grundsatz: mann kann den anderen partner nicht ändern – nur sich selbst! wer ständig erwartet, dass sein leben wieder besser läuft, wenn der andere sich bessert, kann ewig warten. aber anders herum funktioniert es: wenn ich mich ändere, meine einstellungen und denkweisen, wird das der andere merken und sich auch ändern.
    – beten hilft immer! in der beziehung selber, aber auch als freund für das betroffene paar. gott ist der erfinder der ehe – er will nicht, dass ehen scheitern.
    – paargespräche mit einem mediator (seelsorger) können hilfreich sein, da die emotionen meist unter kontrolle gehalten werden. wir hatten letztens ein paar, was in trennung lebt bei uns und die frau konnte endlich mal aussprechen…, ohne immer unterbrochen zu werden.
    – noch eine hilfe: regelgespräche anregen: einer darf reden und der andere muss zuhören, ohne das gehörte zu kommentieren und zu werten. vielleicht begreift man mit der zeit, dass der andere ganz anders denkt und andere ziele hat, als man selbst…
    soweit mal ein paar erfahrungen, die wir in den letzten jahren machten.
    liebe grüsse, andy55

  5. @ 4 anitz

    Also ist gut, dass Du denen nicht aufdrängst: „Das würde ich an Eurer Stelle tun“, weil niemand an deren Stelle ist.

    Ich denke, Du bist deren guter Geist. Ich denke aber auch, dass sie sich zusätzlich professionelle Hilfe holen müssen, wenn das überhaupt eine Chance haben soll. Beten ist gut, selbst aktiv werden aber auch. Gott gibt einem ja einen freien Willen, um der zu werden, für den einen Gott vorbestimmt hat. Dies kann auch heißen: in einer Partnerschaft der zu werden, der man sein soll. Wenn eine Partnerschaft aber so darnieder liegt, dann ist man wohl nicht der, der man sein soll.

    Andy hat auch recht, wenn er schreibt, dass beide Teil des Problems sind. Z.B. kann einer so wenig Widerstand bieten, dass der andere zum Tyrannen mutiert (vermutlich hat er natürlich eine verstärkte Anlage dazu). Oder einer kann immer so tun, als sei er der gute, ist aber tatsächlich zu keinem Gespräch bereit und lässt den anderen immer ins Leere laufen – ist also de facto ein gewaltiger Mitübeltäter.

    Mein dringender rat: ora et labora. Beten ist gut. Aber schick die Beiden oder einen davon dringend zum Therapeuten. Da leiden nämlich nicht nur 2 Leute drunter, sondern auch die Kinder. Und solche verfahrenen Situationen werden normalerweise eher schlimmer, als dass sie sich bessern.
    Auch, wenn nur einer alleine eine Therapie beginnt, kann das viel ändern: weil er neue Verhaltensweisen einübt. Der andere kann dann nicht mehr mit seinen Methoden die Macht wie zuvor ausüben.

    theolounge ? Hab mich so genannt, weil ich auf der Seite hier http://www.theolounge.de mitschreibe.

  6. Adressen gibts zb beim Alfred Adler Institut München:
    http://www.adlerinstitut-muenchen.de

  7. Ah, ja.

    Ich habe lediglich aufgeschrieben, was ich bzw. wie ich meine Freunde begleite.

    Sie sind seit Jahren in diversen Therapien. Die Frau kontinuierlich, der Mann sporadisch, gelegentlich als Paar.

    Es bleibt am Ende des Tages: beide müssen es wollen, irgendwie angehen und gemeinsam Lösungen suchen. Diesen Punkt können sie (im Augenblick) nicht sehen.

    Auch diesen Weg der Trennung wird die wichtigen Fragen, die ein gescheiterte Ehe mit sich bringen, nicht lösen. Die Fragen bleiben im Raum. Bloß die Trennung bringt vielleicht die Möglichkeit, daß jede für sich entdeckt, daß er/sie Verantwortung für die Beziehung trägt/trug. Augenblicklich sind sie nur fixiert auf den anderen… es bedarf vielleicht diese Trennung um auf sich selbst zu schauen, Kraft zu finden um innezuhalten.

    Das sage ich denen nicht. Wirklich, ich bin der Ansicht, sie müssen selber wissen was sie tun. Ich werde mich üben in Zurückhaltung meiner Meinung aber ich möchte sie wissen lassen, daß sie bei mir so sein dürfen, wie sie sind: mit all die Selbstzweifel, Fragen, Anklagen, Ängste und was noch alles kommen mag. Sie wissen, daß ich die Verantwortung für ihre Beziehung nicht nehmen kann, will, soll. Aber ich bin da, höre zu und ermütige Schritte in ein mündiges Leben zu wagen.

    Daraus kommen gelegentlich Fragen, wie ich so-und-so handhaben würde. Da spiel ich den Ball immer wieder zurück. Ich betone immer wieder: hey, ich habe deine Frau/deinen Mann nicht geheiratet. Es ist nicht meine Entscheidung! Ich habe eure Ehe nicht geführt! Meine Meinung ist unwichtig, wenn es darum geht, eine Entscheidung zu treffen!

    Das wissen sie (und vielleicht schätzen sie das auch?), daß ich so handele. Einige andere wohlmeinende Christen sagen den beiden, wo es lang geht, geben kräftig ihre Meinung ab, versuchen ihre eigene Vorstellungen und Ideale aufzudrücken. Ob das wirkungsvoll ist, mag ich hier nicht angehen. Es ist jedenfalls nicht meine Art.

    Ich bin eine Freundin. Keine Therapeuten. Das wissen alle Beide (hoffe ich zumindest!). Und ich sage sie auch wenn es passt, daß sie vielleicht andere Menschen zu Rate ziehen sollen. (Er kriegt das öfters zu hören, es ergibt sich einfach öfters!)

    Mehr will ich nicht tun. Sie haben geheiratet, sie haben ihre Ehe bis vor kurzem geführt, sie gehen diesen Weg der Trennung.

  8. @antiz
    Klingt vernünftig, was Du sagst. Ja, rate ihnen bitte nicht, sich zu trennen (hast Du ja auch nicht vor), denn sie würden Dich später als Sündenbock anklagen. Zudem würde kein Therapeut das wagen, sondern eher so, wie Du , ihnen Möglichkeiten aufzeigen und ihre eigene Verantwortlichkeit für die Dinge. Das schätzen sie wohl tatsächlich an Dir.
    Ja, das ist wohl ihr Weg, und vielleicht führt er mal wieder zusammen, vielleicht auch nicht.
    Vielleicht passen die beiden nicht gut zusammen, was ich aber nicht glaube.
    Vielmehr könnte man vermuten, dass vielleicht der eine vom anderen und umgekehrt „Rettung“ und „Erfüllung“ wünscht und ersehnt. Das fährt aber gegen die Wand so eine Einstellung. Denn man kann dem anderen nur ein Gegenüber sein, wenn man mit sich selbst zurecht kommt. Sonst ist das möglicherweise eine Zweckgemeinschaft, wo zwei sich finden, die beide Neurosen haben, also ein falsches Einschätzen der Wirklichkeit. Vielleicht haben sie sich in dieser Gemeinsamkeit gefunden, merken nun aber, dass sie beide zu tief in ihren eigenen Problemen stecken, um einander wirklich begegnen können.
    Aber das ist nun wirklich hochspekulativ, was ich da sage, weil ich die beiden nicht kenne. Es kann auch viele andere Gründe geben.
    Für Dich ist es sicher ein guter Weg, beiden als Freund zu begegnen, aber Dich nicht zu sehr da hineinziehen zu lassen. Und auch nicht die Verantwortung für die beiden zu übernehmen, was Du zum Glück ja auch nicht tust. Und was auch niemand – außer den beiden – tun kann.

  9. So ist es.

    Ist trotzdem irgendwie sch%&§*.

    Vielen Dank für die Worte!

  10. ja, shit. tut mir leid.

  11. Ich finde das total schade, dass diese Ehe es nicht gepackt hat. Ich glaub, dass 90% der Scheidungen verhindert werden könnten, wenn die Leute nur wirklich verstehen würden, was eine Ehe bedeutet. Verpflichtung. Und das ist ja kein negativer Begriff. Verpflichtung ist ja auch die Sicherheit, die man gegenseitig hat.

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