
Luna tanzt barfuß durch die kühlen, lichtdurchfluteten Hallen eines modernen Kunstmuseums. Doch was zunächst wie ein ästhetischer Spaziergang zwischen bunten, zeitgenössischen Gemälden wirkt, entwickelt sich schnell zu einer surrealen Entdeckungsreise.
Die übrigen Museumsbesucher wirken von Minute zu Minute merkwürdiger. Je weiter Luna durch die Wände aus Sichtbeton gleitet, desto mehr verwandelt sich auch die Umgebung selbst: Das sterile Museum wird schrittweise zu einer düsteren Felsenhöhle. An den steinernen Wänden hängen plötzlich Gemälde, welche die dunklen Seiten, Dämonen und tiefen Ängste der menschlichen Kultur verarbeiten. Kerzenlicht erhellt Schreckgestalten und albtraumhafte Szenen.
Als es Luna schließlich zu viel wird, entscheidet sie sich für einen radikalen Perspektivenwechsel. Sie steigt auf eine Rolltreppe, die nicht nur aus den tiefen Höhlen herausführt, sondern weit hinauf bis in den Himmel reicht. Über den Wolken schwebt ein altes Sofa im Weltall, auf dem die hell gekleidete Jolene wartet.
Dort oben entfaltet sich ein prägnanter Dialog, der im Gedächtnis bleibt:
- Jolene: „Why do they act this way?“
- Luna: „Because they can.“
Der Blick aus der Höhe
Diese Szene hinterfragt auf treffende Weise die Dynamik des Kunstbetriebs und des menschlichen Verhaltens. Oft versuchen Betrachter krampfhaft, jede ungewöhnliche Handlung oder verstörende Kunstform mit tiefgründigen Erklärungen zu entschlüsseln. Die Antwort des Videos ist jedoch erfrischend direkt: Freiheit und Möglichkeiten. Menschen und Künstler erschaffen Seltsames, Düsteres oder Provokantes nicht immer aus einem großen Zwang heraus, sondern schlichtweg deshalb, weil sie die Freiheit dazu besitzen.
Das Video inszeniert den Weg von der alltäglichen Ausstellungsfläche über den Abgrund menschlicher (Ab)Neigungen bis hin zu einer schwerelosen Gelassenheit über den Dingen.



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