
Gott,
dieser Sonntagabend
liegt da
wie eine leise Brücke
zwischen Atemholen
und neuem Lärm.
Die Straßen werden ruhiger,
Fenster spiegeln warmes Licht,
irgendwo fährt noch eine Tram
durch die dunkler werdende Stadt.
Und ich merke:
Das Wochenende kann
nicht festgehalten werden.
Die Stunden gehen weiter,
auch wenn ich sie gern
noch etwas anhalten würde.
Manches war schön.
Manches blieb offen.
Manches hängt mir noch nach
wie Regen in einer Jacke.
Und trotzdem:
Du bist da.
Nicht nur
in Kirchenliedern
oder großen Worten,
sondern auch
zwischen leeren Kaffeetassen,
Handyakku bei sieben Prozent
und diesem seltsamen Gefühl
vor einer neuen Woche.
Gib mir Ruhe
für alles,
was ich heute nicht mehr lösen muss.
Gib mir Mut
für Gespräche,
Mails, Entscheidungen
und für die kleinen Dinge,
die oft schwerer sind
als die großen.
Lass mich heute Nacht
nicht vergessen,
dass mein Wert
nicht davon abhängt,
wie perfekt ich funktioniere.
Und wenn morgen
wieder alles gleichzeitig ruft,
dann erinnere mich daran,
dass auch ein Herz
Pausen braucht,
um weiter lieben zu können.
Amen.



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