
Die gute Nachricht vorab: Dem Planeten geht es hervorragend. Selbst wenn die EU ihre ambitionierten Klimaziele für 2040 – Sie wissen schon, diese charmante 90-Prozent-Marke – mit der Präzision einer betrunkenen Brieftaube verfehlt, wird die Erde keine Träne vergießen. Steinen ist es nämlich herzlich egal, ob die Luft über ihnen Stickoxide oder Lavendelduft enthält.
Die Erderwärmung ist kein technischer Defekt des Planeten, sondern eher eine Art kosmetische Veränderung für die Ewigkeit. Wenn der Meeresspiegel steigt, ist das für den Ozean lediglich eine territoriale Erweiterung. Dass mancherorts die Immobilienpreise sinken, weil das Wohnzimmer nun dauerhaft unter Wasser steht, stört die Plattentektonik nicht im Geringsten. Die Erde hat schon weitaus Schlimmeres überlebt als ein paar zu warm gewordene Säugetiere in Anzügen, die verzweifelt versuchen, den CO2-Ausstoß per Verordnung zu bändigen.
Eigentlich ist es fast schon arrogant anzunehmen, wir könnten „das Klima retten“. Das Klima braucht keine Rettung; es verändert sich einfach. Es ist ein physikalisches System, kein streichelzarter Panda. Das Problem an den verfehlten Zielen ist nicht die ökologische Bilanz des Universums, sondern die Tatsache, dass unsere Spezies eine sehr spezifische Vorliebe für trockene Füße und essbare Pflanzen hat.
Falls wir also 2040 feststellen, dass der Green Deal eher ein Brownish-Grey-Vorschlag war, wird die Natur nicht demonstrieren gehen. Die Korallen sterben zwar, aber Kalkstein bleibt Kalkstein. Die Einzigen, die ein echtes Problem mit der Hitzewelle, den Ernteausfällen und dem plötzlichen Mangel an bewohnbarem Land haben, sind jene Wesen, die auf ein funktionierendes Supermarktregal und eine Klimaanlage angewiesen sind.
Am Ende des Tages ist das Klima ein geduldiger Beobachter. Es ist völlig unbeeindruckt von Emissionszertifikaten oder Gipfelbeschlüssen. Wer wirklich unter der Hitze leidet, ist nicht die Natur. Es sind die Menschen.



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