
„Wer keine Kartoffeln mag, mag auch Christopher Columbus nicht.“ Klingt unsinnig, hat aber vielleicht mehr Tiefe, als man denkt. Denn ohne Columbus und die Entdeckung der Neuen Welt wäre uns die Kartoffel womöglich erspart geblieben – und an ihrer Stelle hätten Spaghetti ihren unangefochtenen Siegeszug angetreten.
Stellen wir uns ein Europa vor, das nie der Kartoffel verfiel. Keine Pommes, keine Bratkartoffeln, kein Kartoffelbrei. Stattdessen: Spaghetti. Jede Mahlzeit, die wir heute mit Kartoffeln begleiten, wäre ersetzt durch die lang gezogenen Nudeln, die schon in Italien und darüber hinaus heiß geliebt wurden. Spaghetti hätten Europa im Sturm erobern können, wären vielleicht das globale Grundnahrungsmittel schlechthin geworden.
Doch Columbus und seine Nachfolger machten diesem Traum einen Strich durch die Rechnung. Sie brachten die Kartoffel aus den Anden, und plötzlich waren die Europäer von einer unscheinbaren Knolle besessen. Die Kartoffel verdrängte andere kulinarische Schwergewichte, und so blieb der Ruhm der Spaghetti auf Italien beschränkt. Die Welt, wie wir sie kennen, hätte anders aussehen können – eine Welt ohne die Abhängigkeit von Kartoffeln, dafür mit der allgegenwärtigen Macht der Spaghetti.
Ohne Columbus hätte also nicht nur die Geschichte, sondern auch unser Speiseplan eine völlig neue Wendung genommen. Wer also keine Kartoffeln mag, könnte durchaus mit Recht sagen: „Danke, Kolumbus – du hast den Spaghetti ihren großen Moment gestohlen.“



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