Rhetorische Stilmittel – Die rhetorischen Gestalten, die keiner haben will, oder?

In einem abgelegenen Winkel des Literaturlandes, dort, wo die Großbuchstaben heimlich rauchen und die Interpunktionszeichen nach dem Schließen der Buchdeckel wild herumtoben, existiert eine skurrile Gemeinschaft: die rhetorischen Stilmittel.

Eines dieser seltsamen Mitglieder ist das Polysyndeton. Das was? Denken Sie jetzt. Das ist dieses langatmige Ding, das eine Vorliebe für Konjunktionen hat und sie wiederholt und wiederholt und wiederholt. Ein ehrliches Werkzeug, dieses Polysyndeton, nur ein bisschen eintönig und überaus redselig.

Es gibt durchaus jene, die das Polysyndeton in die Polisyndetonne treten würden. Aber, aber, aber! – entgegnet das Polysyndeton. Es wirkt gekränkt. Es ist doch ein wertvoller Teil dieser Gemeinschaft der Stilmittel! Auch wenn es ein bisschen in die Länge zieht, möchte es seinen Beitrag leisten und darf nicht einfach abgeschoben werden.

Und wie sieht es mit den anderen aus? Die Anapher, die immer wieder dasselbe sagt, und die Ellipse, die ständig alles abkürzt und dabei wichtige Details weglässt? Sie können durchaus nervig sein, aber wir brauchen sie alle, um einen Text zu formen und ihm ein eigenes, individuelles Gesicht zu geben.

Und was ist mit der Metapher, der wilden Künstlerin unter den Stilmitteln, die gerne übertreibt und alles ausschmückt? Einige sehen sie als Schwindlerin an, die die Wahrheit verbiegt, aber wer kann schon einen Text ohne eine Prise Fantasie ertragen?

Und dann ist da noch die Ironie, diese heikle Gesellin. Manchmal ist sie so subtil, dass sie übersehen wird, manchmal so offensichtlich, dass sie aneckt. Sie bringt das Gleichgewicht ins Wanken, lässt uns schmunzeln oder nachdenken, und das ist ihr Beitrag zur Vielfalt der Stilmittel.

Also, werfen wir wirklich eines von ihnen in die Tonne? Wohl kaum! Jedes rhetorische Stilmittel, ob Anapher oder Polysyndeton, Metapher oder Ironie, ist eine Nuance in der großen Symphonie der Sprache. Sie alle zusammen machen unsere Texte lebendig, vielschichtig und interessant. Sie sorgen für Abwechslung, Tiefe und Farbe.

Statt sie also in die Tonne zu treten, sollten wir sie besser feiern und ihre Verschiedenheit würdigen. Und wenn Sie das nächste Mal einen Text schreiben, laden Sie doch ein paar dieser bunten Charaktere ein, mitzumachen. Sie könnten überrascht sein, wie viel Spaß das macht.


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Kommentare

4 Kommentare zu „Rhetorische Stilmittel – Die rhetorischen Gestalten, die keiner haben will, oder?“

  1. Doch, wir brauchen sie! Meine kleine Schöpfung zum ähnlichen Thema 😊: https://www.rosa-andersrum.de/nachdenkliches/weiss/

  2. Danke, lese ich mir mal durch!

  3. Vielen Dank fürs Lesen und Kommentieren meines Beitrags! ☺️💕

  4. Gerne 😉

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