Weshalb Hotelbewertungen mit Vorsicht zu genießen sind

Da kommt dann eine E-Mail herein, man solle doch bitte den Aufenthalt des Hotels soundso bewerten. Klickt man auf den Link, kommt man auf eine Seite, bei der man feststellt, dass das Ganze nicht etwa eine Angelegenheit von einer Minute wäre.

Nein, ganz genau wollen sie es wissen. Was war gut, was war nicht so gut, können Sie vielleicht noch eigene Fotos hinzufügen? Urlaubsreise, Geschäftsreise, Sonstiges? Waren Sie allein unterwegs oder mit Freunden oder Partnern oder Kollegen oder Haustieren? Das Personal bewerten, die Ausstattung, den Komfort, das Preis-Leistungs-Verhältnis, die Lage, die Sauberkeit. Und so weiter.

Die Buchungsportale sourcen damit ihre Arbeit aus. Das, was sie eigentlich selber machen müssten, nämlich dafür sorgen, dass die Hotels, die sie vermitteln, auch anständig sind, wird dann auf die Gäste übertragen. Die sollen es kostenlos machen und in ihrer Freizeit.

Und einige tun das auch. Vielleicht Leute, die einen so gigantischen Urlaub hatten, dass sie in tiefster Treue zu ihrem Hotel und aufgrund der paradiesischen Zustände und der unglaublich netten Bediensteten dort der Meinung sind, dieses unbedingt hinterlassen zu müssen. Aber dies dürften die wenigsten sein. Mehrheitlich dürften nämlich diejenigen kommentieren und bewerten, bei denen irgendetwas nicht gepasst hat. Oder die notorischen Querulanten.

Das sollte man bei der nächsten Buchung berücksichtigen. Dass nämlich wahrscheinlich die Leute, bei denen alles passte, verhältnismäßig weniger Bewertungen abgeben, als diejenigen, die immer an allem etwas auszusetzen haben.


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