Null Toleranz in halb Europa


May Day Demonstrations

Auf dem europäischen Kontinent ist jeder Zweite feindlich gegenüber Einwanderern eingestellt und ebenso viele fühlen sich von Muslimen bedroht. Ein alarmierender Befund.

Vorurteile gibt es überall, das ist ein Gemeinplatz. Aber irgendwie denkt man immer, das sind nur einzelne Verbohrte, die sie haben. Nein, es sind sehr oft Mehrheiten, überall in Europa. Nun wurde das erste Mal überhaupt die Verbreitung von Vorurteilen in Europa gegenüber Einwanderern, Juden, Muslimen, Schwarzen, Frauen und Homosexuellen untersucht. > mehr.
foto: picapp.com


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Kommentare

21 Kommentare zu „Null Toleranz in halb Europa“

  1. Avatar von Bettina
    Bettina

    Mehr als jeder zweite Europäer (54,4 Prozent) nimmt den Islam als “Religion der Intoleranz“ wahr.

    Wenn diese 54,4 % recht haben sollte, dann ist es doch nur richtig den Islam als Ideologie abzulehnen – oder ?
    Man schaue nur auf die weiteren Fragen :
    Judenfeindlich – Bestandteil des Islams.
    Frauen hinter den Herd – Bestandteil des Islams.
    Ablehnung von Homosexualität – Bestandteil des Islams. u.s.w.

    Solange ich die Ideologie ablehne und NICHT den Menschen, habe ich auch kein schlechtes Gewissen ! Ich mag auch den Kommunismus, den Sozialismus und den Faschismus NICHT – auch ganz OHNE schlechtes Gewissen.
    Ich mag Russen, Polen, Türken, Griechen, Ägypter, Armenier, Kenianer, Australier, Brasilianer ….

    Liebste Grüße

    Bettina

  2. Fremdenfeindlichkeit:

    Hamburg
    Attacke auf Portugiesen: Opfer in Lebensgefahr

    http://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/ueberfall122.html

  3. @Bettina:

    Frauen hinter den Herd: bis in die 60er Jahre auch in Deutschland so.

    Antisemitismus: ist eher ein Gesamtphänomen, das sich durch alle möglichen gesellschaftlichen Schichten zieht.
    Der Islam betont ausdrücklich den Respekt vor den anderen Schriftreligionen abrahamitischer Abstammung (Judentum und Christentum).

    Ablehnung von Homosexualität: findest Du in christlichen Kirchen genauso, ist zudem auch biblisch so fixiert -auch wenn zb die Evangelische Kirche (zu Recht !) dies im Sinne Jesu Nächstenliebe uminterpretiert.

  4. Avatar von Bettina
    Bettina

    Aaahhhhh….. Heiland schenk Gnade ……..

    WAS sind DAS denn für Argumente ????? Ich kriege echt zuviel……………………………………………………

    So : Frauen hinter den Herd war auch bis in die 70er gerichtlich durchsetzbar. Der MANN konnte den Arbeitsplatz der Frau kündigen, wenn er der Meinung war, das sie die Hausarbeit nicht vernünftig hinbekommt !!!!
    ABER : GOTT SEI DANK ist das heute nicht mehr so ! Ich bin da froh drüber und ich kann da einfach kein Argument drinn finden warum diese Frauenfeindliche Haltung im Islam durch die Frauenfeindliche Praxis bis in die 70er gerechtfertigt wird ! Also : Selbst wenn es so war – wird dadurch das jetzt weniger schlimm ???

    Antisemitismus finest Du wirklich duch die gesammt Geschichte und in allen möglichen Völkern – geschenkt.
    Dein Verweis auf die angebliche Toleranz gegen Juden und Christen im Koran ist aber sehr wackelig.
    Schließlich gibt es auch einige Stellen die blanken Hass gegen Juden und Christen predigen. Was ist mit denen ? Unter den Tisch kehren ?

    Ja, und dann noch die Homosexuellen. Ja – die haben es auch mit der Christenheit nicht leicht – stimmt !
    Aber was passiert ihnen denn von dieser Seite ? Verunglimpfung, Bekehrungs- und Heilungsversuche, Ablehnung. Das ist ja auch alles schlimm oder halt nciht ganz einfach. Aber womit vergleichst DU das hier ?
    Mohammedaner töten Homosexuelle ! Im Iran werden sie aufgehängt. Frag mal die Verbände in Deutschland – die hört man oft wenn sie sich über die Kirchen beschweren – aber wirklich bedroht sind sie IN DEUTSCHLAND von hier lebenden Muslimen ! DAS wird nur nicht SO publik gemacht !
    Und auch wieder wie bei Punkt 1 :
    In wie weit entschuldigt, erlaubt, beschönigt der eine ( vergangende oder gegenwärtiger ) Fehler den anderen.
    Weil jeden Tag in Deutschland soundsoviel Frauen vergewaltigt werden ist es nicht so schlimm wenn es mir passiert ??
    Und weil ein Deutscher einen Portugiesen angegriffen hat ist es nicht mehr so schlimm wenn Muslime Christen, Sintis, Armenier, Juden oder sonst wen angreifen ??

    Aber eigentlich haben wir es doch genau hier :

    Was hat den Deutschen denn dazu gebracht den Portugiesen anzugreifen ? Die soziale Benachteiligung ? Ich denke es war die Ideologie !
    Warum sollte das bei einem gewalttätigen z.B. Libanesen nicht auch was mit seiner Ideologie zu tun haben ?

  5. Wenn ich Dich richtig verstehe, willst Du sagen, der Islam sei eine gefährliche Ideologie, oder ?

    Ich halte das – falls Du das sagen willst – für nicht richtig. Ich denke, jede Art von Glauben kann in eine Ideologie umkippen. Es gibt auch im Christentum die radikalen Gläubigen, die sich beispielsweise dann in Sekten organisieren, und es gibt die liberalen. So ist es im Islam ebenfalls. Und im Judentum auch. Und im Christentum.

  6. Avatar von harey

    Wenn ich das richtig verstanden haben hat sich theolounge nur vorsichtig gewundert wo denn sich in den 50ern und 60ern Jahren die ganzen Muslime versteckt gehalten haben die die ach so toleranten deutschen Katholiken dazu gezwungen haben ihre Frauen hinter den Herd zu ketten.. 😀 Ist ja schliesslich ein rein islamisches Problem….. 😀

    Oder um es mal anders auszudruecken: die Tradition Frauen schwer zu benachteiligen ist in vielen Kulturen vorhanden. Man muss dagegen angehen (Da ist in Deutschland ja viel passiert) aber das als Problem des Islam zu bezeichnen ist schon etwas unlogisch. Frag mal den Papst dazu, oder die Pius-Brueder, die hätten auch einige interessante Thesen zum Thema Frauen hinterm Herd. Soll man deswegen auch gegen die CHristianisierung Europas kämpfen?

    Nimm doch mal ein bisschen die Scheuklappen ab…..

  7. Avatar von Bettina
    Bettina

    Ja. Danke für den Tipp mit den Scheuklappen. Aber handelt es sich hier nicht um ein Problem von Übertrageung und Gegenübertragenung ?
    Ich habe ja auch nirgentwo behauptet, dass die Benachteiligung der Frau ein rein islamisches Problem ist – eure Scheuklappen lassen es nur nicht zu, das über den islamsichen Teil dieses Problems gesprochen wird !

    Mein Kommentar geht doch auf den verlinkten Artikel zurück, der den Europäern eine großflächige Intoleranz vorwirft. Was ich übrigens NICHT bestritten habe. Der Artikel beklagt neben der sog. Islamfeindlichkeit auch noch andere Dinge wie Frauenfeindlichkeit, Judenfeindlichkeit und Homofeindlichkeit. Der Artikel stellt alle vier Punkte als Beleg für die gerügte Intoleranz dar, und ich habe lediglich darauf hingewiesen, das drei dieser Kriterien durchaus auf den Islam zutreffen – was dann bedeuten könnte / sollte / müsste, dass die Intoleranz gegen den Islam mit einer Intoleranz gegen die Intoleranz zu tun haben kann.

    Vieleicht können wir ja gemeinschaftlich die Scheuklappen absetzen und vernünftig miteinader reden 😉

  8. Dass der Islam generell intolerant sein soll, wage ich zu bezweifeln.
    Christentum in fundamentalistisch gelebt ist auch intolerant, Judentum ebenfalls. Jede Religion. Jede Religion hat ihre „scharfen“ Texte, die man mißbrauchen kann. Das ist aber nicht Absicht und nicht der Sinn der Religionen.
    Der Sinn ist vielmehr, eine Brücke ins Transzendente zu bauen.

  9. Avatar von Bettina
    Bettina

    Du wagst es zu bezweifeln. Schön für Dich. Aber welches Gewicht hat diese Meinung ?

    Jede Religion basiert ja auch irgend welchen Grundlagen. Bei den monotheistischen Religionen sind das u.a. Schriften.
    Im Falle des Islams ist das der Koran. Daneben steht die Sunna – der Schlüssel zur Auslegung des Korans.
    Beschäftige Dich doch mal damit, und bete nicht nur den Schmuh der TAZ nach 😉

    Das das Christentum fundamentalistisch ausgelegt intolerenat sein soll kann eigentlich nicht stimmen. Fundamentalismus heißt ja sich auf das Fundament also die Grundlage beziehend. Und das Fundament des Christentums lehrt gerade die Toleranz. Ein intoleranter Christ kann also kein fundamentalistischer Christ sein, weil er vom Fundament abweicht.

  10. Avatar von harey

    Das CHristentum kann nicht fundamentalistisch und intolerant sein? Hast Du Dir mal durchgelesen was die Pius-Brueder so von sich geben?

    Das hört sich in etwa so an:
    Frauen duerfen keine Hosen tragen, arbeiten und studieren sowieso nicht ; Demokratie ist das letzte, eine schöne Militärdiktatur wie das Franco-Regime finden die Pius-Brueder da viel schöner; Religions-und Meinungsfreiheit gehörten abgeschafft; ein Dialog zwischen verschiedenen Religionen darf nicht gefuehrt werden; die Kreuzzuege waren super; Homosexuelle haben den Tod verdient… usw

    Man könnte hier anmerken dass die Pius-Brueder sich eigentlich mit den Taliban sehr gut verstehen sollten. Vielleicht sollten sie zusammen einen huebschen Gottesstaat aufbauen…

    Natuerlich wirst du jetzt sagen dass das keine wirklichen Christen sind, die haben die Bibel eben falsch verstanden, bla bla bla. Aber was hat denn die katholische Kirche in den letzten 2000 Jahren so gemacht? Die Pius-Brueder waren doch lange Zeit nicht so weit weg vom katholischen Mainstream. Wieviel Toleranz gabs denn da? Haben die auch 2000 Jahre die Bibel falsch verstanden und waren eigentlich die ganze Zeit gar keine wirklichen Christen? Das ist doch lächerlich!

    Ich find deine Argumentation: wenn ein Muslim gut ist, dann hat er den Koran falsch verstanden, wenn ein Christ böse ist, dann hat er die Bibel falsch verstanden, wirklich sehr abstrus!

    Hats du jetzt die Deutungshoheit ueber den Koran und die Bibel? Alle die nicht wie du glauben der Koran sei eine Kriegstschrift und die Bibel der Ursprung alles Guten auf Erden haben unrecht? Ist das die Toleranz die du predigst?

  11. @Bettina

    Islam intolerant ?
    Liest Du mal hier:

    Jürgen Todenhöfer:

    Die westliche Politik gegenüber der muslimischen Welt leidet unter einer erschreckenden Ignoranz einfachster Fakten.

    Einer der Lieblingssätze westlicher Stammtischstrategen lautet: „Wer den Ruf des Muezzins in unseren Städten verlangt, sollte auch in Teheran das Glockenläuten zulassen.“ Die Realität jedoch ist: In Teheran läuten die Glocken von 34 Kirchen, und christliche Kinder haben ihren eigenen Religionsunterricht. In Teheran existieren sieben Synagogen, rund 4000 jüdische Kinder besuchen jüdische Schulen. Es gibt sechs koschere Metzger, zwei koschere Restaurants und ein jüdisches Krankenhaus, dem kürzlich sogar Irans Zündler Mahmud Ahmadinedschad Geld spendete.

    Den 25 000 Juden steht verfassungsrechtlich ein Parlamentssitz zu, ähnlich wie den Christen. Selbst Ayatollah Khomeini verfasste 1979 kurz nach der Revolution eine „Fatwa“ zum Schutz der Juden. An vielen iranischen Synagogen stehen seine Worte: „Wir achten die religiösen Minderheiten, die Teil unseres Volkes sind. Der Islam erlaubt nicht, sie zu unterdrücken.“

    Die Beziehungen zwischen Juden und Persern sind seit Urzeiten gut. Es war ein persischer König, Kyros der Große, der 538 v. Chr. die Juden aus der Babylonischen Gefangenschaft befreite. Die Bibel nennt ihn den „geliebten Hirten und Gesalbten Gottes“. Juden und Christen haben als „Schutzbefohlene“ im Iran zwar nicht die gleichen politischen Rechte und Pflichten wie Muslime. Aber gewähren wir den Muslimen im Alltag Europas die gleichen Rechte wie Christen und Juden? Gewährt Israel seinen arabischen Mitbürgern in der täglichen Praxis wirklich die gleichen Rechte wie seinen jüdischen Bürgern?

    Es gibt in der Tat jene bösartigen „antizionistischen“, antiisraelischen Äußerungen Ahmadinedschads. In der iranischen Bevölkerung hat diese aggressive Position, die reich an politischer Torheit und arm an geschichtlicher Einsicht ist, jedoch kaum Rückhalt. Selbst die geistliche Führung des Iran hat Ahmadinedschad mehrfach dafür gerügt. Allerdings ist dieser törichte Antizionismus nicht gleichbedeutend mit Judenhass und Antisemitismus. Auch orthodoxe Juden, wie etwa die chassidischen Satmar, lehnen einen israelischen Staat „vor Ankunft des Messias“ ab und nehmen damit eine „antizionistische“ Position ein.

    Wirklichen Antisemitismus und staatliche Judenverfolgung wie in Europa hat es im Iran und in anderen muslimischen Staaten nie gegeben. Während der Nazi-Zeit flohen viele europäische Juden über den Iran in die Freiheit. Die Juden im Iran sind angesehene Mitbürger. Der jüdische Direktor des jüdischen Krankenhauses von Teheran, Ciamak Morsathegh, brachte es auf eine für Europa peinliche Formel: „Antisemitismus ist kein islamisches, sondern ein europäisches Phänomen.“

    Das ist keine Entschuldigung für die schlimmen Provokationen Ahmadinedschads, der mit außenpolitischem Getöse versucht, von seinem innenpolitischen Versagen abzulenken. Das konservative iranische Blatt Jomhuri-ye Eslami warf ihm im Februar 2007 zu Recht vor, sein Ton sei „so widerwärtig, dass die internationale Öffentlichkeit völlig unnötig den Eindruck von Feindseligkeit gewinnt“. Er solle endlich mit „seiner Phrasendrescherei und seinen Pöbeleien“ aufhören. Auch die für das repressive iranische System verantwortlichen Mullahs sind bei der iranischen Jugend äußerst unbeliebt. Sie werden nur noch als lästige Fortschrittsbremse, als Relikt der Vergangenheit empfunden. Das revolutionäre religiöse Feuer der späten siebziger und frühen achtziger Jahre ist längst erloschen. Die Zeit der Mullahs und der Ahmadinedschads läuft ab.

    Vor Ahmadinedschad hatte der Iran übrigens mit Mohammed Chatami acht Jahre lang einen weltoffenen, reformbereiten Regierungschef. Er stand für Demokratie, Menschenrechte und für eine Stärkung der Rechte der Frauen. Aber er war zum Ärger der US-Regierung ein unabhängiger Kopf und keine Marionette. Die USA haben ihm nie eine Chance gegeben. Die außen- und innenpolitische Erfolglosigkeit Chatamis war einer der Hauptgründe für die massive Wahlenthaltung der reformbereiten Mittelschicht, die 2005 zur überraschenden Wahl Ahmadinedschads führte. Der Westen ist am Aufstieg dieses lauten Volkstribuns nicht unschuldig. Trotzdem hat der Iran, diese große Kulturnation mit ihren liebenswerten und vornehmen Menschen, eine weltoffenere, tolerantere, menschenrechtsfreundlichere Regierung verdient. Aber gilt das nicht auch für manches westliche Land?

    Die westliche Ignoranz gegenüber der muslimischen Welt zeigt sich auch in viel banaleren Fragen als dem Irankonflikt – zum Beispiel in der vor allem in Europa weit verbreiteten Einstufung des muslimischen Kopftuchs als „Kampftuch“ oder als „Symbol für die Unterdrückung der Frau“. Die USA sind in dieser Frage viel toleranter. Das US-Justizministerium nennt die Intoleranz, die sich im Kopftuchverbot zeige, „unamerikanisch und moralisch verwerflich“.

    „Wer fünf muslimische Frauen mit Kopftuch befragt“, amüsiert sich die Wochenzeitung Die Zeit über den Kreuzzug für ein kopftuchfreies Europa, „wird fünf verschiedene Botschaften finden. Die eine trägt ihr Kopftuch für Gott, die andere, weil es so gut zu ihren H&M-Klamotten passt. Die dritte Kopftuchträgerin wird sich als vehemente Feministin entpuppen, die vierte verweist auf die dörfliche Sitte, der fünften schließlich hat es ihre ultrasäkulare Mutter verboten, also trägt sie es erst recht.“ Natürlich ist der Zwang, ein Kopftuch zu tragen, nicht hinnehmbar. Aber gilt das Gleiche nicht auch für den Zwang, das Kopftuch abzunehmen?

    Auch die Diskussion über die Zwangsehe, die Beschneidung der Frau oder den Ehrenmord wird auf einem erschreckend niedrigen Kenntnisniveau geführt. Über diese völlig inakzeptablen frauenfeindlichen Praktiken steht weder etwas im Koran noch in den „Hadithen“ von Mohammed. Sie stammen aus vorislamischer, patriarchalisch-heidnischer Zeit. Teilweise sind sie mehrere tausend Jahre alt – wie etwa die grauenvolle „pharaonische“ Beschneidung der Frauen. Diese brutale Verstümmelung findet nicht nur in einigen muslimischen Ländern wie Ägypten und Sudan statt, sondern auch in überwiegend christlichen Staaten wie Äthiopien und Kenia. Ihre Opfer sind Musliminnen, Christinnen, jüdische Falashas und Angehörige anderer Religionen. Sogenannte Ehrenmorde gibt es leider ebenfalls unter Christen, etwa in den christlichen Ländern Brasilien, Argentinien oder Venezuela. Die meisten muslimischen (und christlichen)Regierungen gehen zu Recht gesetzlich gegen diese vor- und unislamischen Unsitten und Verbrechen vor.

    In manchen muslimischen Ländern ist die „Frauenförderung“ in Teilbereichen weiter fortgeschritten als im Westen. In Ägypten sind 30 Prozent aller Professoren weiblich, in Deutschland nur 10 Prozent. Im Iran sind weit über 60 Prozent aller Studierenden weiblich, sodass nun die Einführung einer Männerquote von 30 Prozent beschlossen wurde. Auch Regierungschefinnen haben in muslimischen Ländern eine längere Tradition als im Westen.

    Trotzdem ist noch viel zu tun, um in allen muslimischen Ländern, vor allem in unseren Partnerländern Saudi-Arabien und Afghanistan, aber auch im Iran die volle Gleichberechtigung der Frau zu erreichen. Aber das ist kein Problem des Islam, sondern ein Problem der Politik und antiquierter patriarchalischer Gesellschaftsstrukturen. Dass im Westen die „Frauenhäuser“ aus den Nähten platzen, zeigt, dass auch bei uns Gewalt gegen Frauen ein unbewältigter gesellschaftlicher Missstand ist.

    Wir sollten überhaupt mehr vor unserer eigenen Tür kehren: Bis 1957 konnte ein deutscher Mann kraft seines gesetzlich garantierten „Direktionsrechts“ entscheiden, ob seine Frau einen Beruf ausüben durfte. Die Schweizer Männer lehnten bis 1970 das Wahlrecht der Frauen ab – schließlich fordern das Alte wie das Neue Testament die Unterwerfung der Frau unter den Willen des Mannes (vgl. Genesis 3,16 sowie 1 Korinther 14,34f.).

    Wer Hass und Intoleranz überwinden will, sollte vor allem die eigene Ignoranz besiegen. Jeder hat ein Recht auf eigene Meinung, aber keiner auf eigene Fakten. Wer hindert uns daran, nach Syrien oder in den Iran zu reisen, um uns eine eigene Meinung über diese fremde, angeblich so gefährliche Welt zu bilden? Die Straßen von Damaskus und Teheran sind viel sicherer als die Straßen von New York oder Detroit. Nach einer UN-Statistik kamen in den USA im Jahr 2006 auf 100 000 Einwohner 5,9 Morde. Im Iran lag diese Quote bei 2,93 und in Syrien bei 1,4. Die meisten muslimischen Staaten sind sicherer als die USA, ja sogar sicherer als die Schweiz, die 2,94 Morde pro 100 000 Einwohner zu verzeichnen hat.

    Warum beginnen wir mit dem Dialog der Kulturen nicht in unserem persönlichen Umfeld? Warum bauen wir nicht einen Schüleraustausch zwischen muslimischen und christlichen Ländern – vielleicht sogar mit Israel – auf? Warum stöbern wir nicht in der wunderbaren arabischen Literatur oder bei dem großen deutschen Aufklärer Gotthold Ephraim Lessing, der in Nathan der Weise die berühmte Ringparabel erzählt. Darin vererbt ein Vater (Gott) seinen drei Söhnen, die er gleichermaßen liebt (Judentum, Christentum und Islam) je einen Ring. Das Original hat die Eigenschaft, seinen Besitzer „vor Gott und den Menschen angenehm zu machen“. Die beiden anderen Ringe sind Duplikate. Die Brüder wollen durch einen Richter klären lassen, wer den echten Ring besitzt. Dieser entscheidet salomonisch, Träger des echten Rings sei, wer es schaffe, sich die Liebe seiner Mitmenschen zu verdienen.

    Für die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel ist die „schönste Stelle des Stücks“ jene, an welcher der Muslim Saladin den Juden Nathan bittet: „Sei mein Freund.“ Könnten wir nicht alle von dieser alten sephardisch–jüdischen Parabel und ihrem Traum vom friedlichen Wettstreit der Religionen lernen?

    Quelle: http://www.warumtoetestduzaid.de/de/mainmenu/10-thesen/alle-zehn-thesen/these6.html

  12. Avatar von Bettina
    Bettina

    Es geht doch nicht um Deutungshoheit, sondern um Fakten.
    Fakt ist, das die anerkannte Form der Auslegung des Korans im Zusammenhang mit der Sunna steht – also dem was Mohammed vorgelbt hat, wie Er seine Offenbarungen interpretiert hat.

    Das Christentum hat eine solche Sunna nicht – nicht extra. Das NT beschreibt aber sehr eindrücklich was Jesus gepredigt hat – UND wie er es gelebt hat. Das heißt Lehre und Vorbild im gleichen Buch.

    Es geht mir auch mit nichten darum irgentjemanden seine Glauben abzusprechen – das ist nicht mein Job und auch NICHT mein Interesse ( Fehler machen wir alle ).
    Aber es geht doch um autensität ( schreibt man das so ? ) :
    Ein Vegetarier isst keine Frikadellen.
    Ein Kommunist gründet keine AG.
    Ein Demokrat will keinen König.

    Der Koran beinhaltet durchaus mehr als das man ihn auf Kriegschrift reduzieren kann / sollte – aber man kann / sollte diesen Anteil auch nicht leugnen. Was ist denn das Motiv, das zu leugnen ?

    Und MEINE Toleranz bedeutet das ich jeden das glauben lasse und so leben lasse wie er / sie das will. Ich schrieb niemanden etwas vor – ABER ich lasse mir auch nichts vorschreiben ! Und ich lasse mir z.B. nicht vorschrieben das ich den Islam als alleinig tolerent und frieldich zu verstehen habe !!! Wenn Du das für Deinen Seelenfrieden so brauchst – bitte. Aber wo bleibt dann DEINE Toleranz für die Leute, die das nicht einfach so glauben ? !

  13. Avatar von Bettina
    Bettina

    Die Rechte auf Meinungs-, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit waren auch 2008 strikten Einschränkungen durch die iranischen Behörden unterworfen. Diese gingen hart gegen zivilgesellschaftliche Aktivisten wie Frauenrechtlerinnen, Menschenrechtsverteidiger und Befürworter von Minderheitenrechten vor. Aktivisten wurden festgenommen, inhaftiert und strafrechtlich verfolgt. Viele von ihnen mussten sich in unfairen Gerichtsverfahren verantworten, wurden mit Reiseverboten belegt oder ihre Treffen wurden aufgelöst. Folterungen und andere Misshandlungen an Häftlingen waren an der Tagesordnung und blieben ungestraft. Amnesty International erhielt Kenntnis von Berichten über gerichtlich verhängte Prügel- und Amputationsstrafen. Mindestens 346 Menschen, unter ihnen acht jugendliche Straftäter, sind nach vorliegenden Meldungen hingerichtet worden, doch war die tatsächliche Zahl vermutlich höher. Zwei Männer starben durch Steinigung. (Stand: 31.12.2008)

    Tausende von Menschen waren auch im Jahr 2008 ohne Gerichtsverfahren unter Terrorismusverdacht inhaftiert, Hunderte weitere wurden festgenommen. Im Oktober teilte die Regierung mit, dass mehr als 900 Angeklagte vor Gericht gestellt werden sollen. Menschenrechtsverteidiger und Regierungskritiker, die sich friedlich für politische Reformen eingesetzt hatten, wurden inhaftiert oder befanden sich nach wie vor in Gewahrsam, darunter auch gewaltlose politische Gefangene. Die Rechte auf freie Meinungsäußerung, Religionsfreiheit, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit blieben stark eingeschränkt. Frauen litten weiterhin unter schweren Diskriminierungen, sowohl vor dem Gesetz als auch im täglichen Leben. Arbeitsmigranten litten unter Ausbeutung und Missbrauch und hatten kaum Möglichkeiten, ihre Rechte einzuklagen. Flüchtlingen und Asylsuchenden wurde kein hinreichender Schutz gewährt. Das Strafrechtssystem war weiterhin von Geheimhaltung und Willkür geprägt. Systematische Folterungen und Misshandlungen von Gefangenen waren weit verbreitet, und die Täter gingen straffrei aus. Auspeitschungen wurden auch im Berichtsjahr häufig als Haupt- oder Zusatzstrafe verhängt. Die Todesstrafe wurde weiterhin sehr häufig angewandt und traf nach wie vor hauptsächlich Arme, darunter Arbeitsmigranten aus Asien und Afrika, sowie Frauen. Mindestens 102 Menschen wurden im Jahr 2008 hingerichtet. (Stand: 31.12.2008)

    Auf gezielte Morde gegen Christen oder Andersgläubige gehen diese Berichte noch nichteinmal ein – liest sich auch so schon schlimm genug.

  14. Avatar von harey

    Ich glaube _nicht_ dass der Islam eine völlig friedliche Religion ist. Ich wollte lediglich darauf hinweisen dass auch das Christentum Verbrechen begangen hat und es auch im CHristentum Intoleranz gibt, genau das hattest Du ja bestritten.

    Und was ist die annerkannte Auslegung des Koran? Ich vermute dass es da genau wie im Christentum verschiedene Auslegungen gibt. Welche ist denn im Christentum die anerkannte?

    Und Du kannst glauben was du möchtest, Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut. Ich nehme mir allerdings das Recht meine Meinung zu äussern.

  15. Avatar von harey

    Und als ich das letzte Mal im Religionsunterricht war bestand die Bibel noch aus AT und NT. Und das „Buch“ des Christentums ist soweit ich weiss die Bibel und nicht das NT. Also muss man wenn den Christentum bewertet auch das AT miteinbeziehen.

    Oder hab ich da was falsch verstanden?

  16. Avatar von Bettina
    Bettina

    Ich wollte lediglich darauf hinweisen dass auch das Christentum Verbrechen begangen hat und es auch im CHristentum Intoleranz gibt, genau das hattest Du ja bestritten.

    Das ist dann wohl ein Missverständniss – wer oder was ist genau „das Christentum“ ? Die Kirche (n) haben auch schon früh damit angefangen „andere“ Christen zu verfolgen, zu foltern und zu töten… ich will den Tätern noch nichteinmal absprechen Christen gewesen zu sein – ABER : standen sie im Einklang mit dem, worauf sie sich beriefen ??

    Und was ist die annerkannte Auslegung des Koran?

    Soweit ich das weiß gibt es einen wichtigen Lerhsitz in Saudi Arabien und einen in Ägypten. Und soweit ich informiert bin geschiet die anerkannte Auslegung des Korans durch die Sunna – also durch das Leben Mohammeds ( schriftlich festgehalten ).
    Man liest also einen Vers, eine Sure im Koran – und schaut dann in der Sunna nach, wie Mohammed das gelebt / kommentiert hat. Daraus ergibt sich die Lehrmeinung von heute.

    Ich vermute dass es da genau wie im Christentum verschiedene Auslegungen gibt.

    Ja die gibt es wohl – der überwiegende Teil der Muslime ist allerdings sunnitisch ( sunna ).

    Welche ist denn im Christentum die anerkannte?

    Keine Ahnung. Gibt es eine solche ?

    Und Du kannst glauben was du möchtest, Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut. Ich nehme mir allerdings das Recht meine Meinung zu äussern.

    Schön. Das sehe ich genau SO !

  17. Avatar von Bettina
    Bettina

    Was unterscheidet denn AT und NT ?

  18. Avatar von harey

    🙂
    Nur mal so ein kleines Beispiel:
    AT: Auge um Auge, Zahn um Zahn. Sinflut,…..

    NT: Jesus, linke Wange, rechte Wange….

    Siehst Du da einen kleinen Unterschied?

    Es gibt aber recht viele Buecher ueber das CHristentum, wie du soi gerne sagst, vielleicht solltest Du Dich einfach mal informieren. 😉

  19. Quellenangabe, bitte !

    (auch, wenn Dein zitierter Beitrag nicht viel mit dem Islam zu tun hat, sondern mit den politischen Bedingungen)

  20. Avatar von harey

    Ok, ich versuchs nochmal:

    Es gibt im CHristentum verschiedene Auslegungen und Richtungen, einige CHristen sind äusserst tolerant und legen die Bibel so aus dass sie Menschenrechte und Demokratie mit der Bibel vereinbaren. Dann gibt es auch Leute wie die Pius-Brueder, die legen die gleiche Bibel aus, allerdings rechtfertigen die damit das Demokratie gar nicht super ist und rechtfertigen am Ende den Faschismus. Wer hat jetzt recht? Das weiss ich auch nicht, weil es eben eine Sache der Auslegung ist. Ist das CHristentum eine absolut friedliche Religion? Meiner Meinung nach nicht. Ist es eine „böse“ RTeligion, ich wuerde auch das ablehnen. Es kann beides sein.

    Dasselbe gilt dann auch fuer den Koran, man kann ihn verschieden auslgen

    Und zu Deinen Äusserungen ueber den Islam fällt mir nur ein: vielleicht solttest Du Dich einfach mal informieren! Dass viele Muslime Sunniten sind weiss nun wirklich jeder der ab und zu mal Zeitung liest. Es gibt uebrigens auch Schiiten 😉 Im Iran z.B.
    Manchmal hilfts wenn man weiss worueber man redet….

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