Wenn die Babylonier andere Architekten gehabt hätten…

turmbau-basel-bazonlineKennen Sie den Turmbau zu Basel?

Nein – das ist kein Schreibfehler. Es gibt die Stadt Basel am Rheinknie des Dreiländerecks CH/F/D.

Und dort sollte es einen neuen Turmbau geben. So hiess es jedenfalls noch vor Jahresfrist. Ein grosses Pharmaunternehmen wollte ihre in verschiedenen Büros in der Stadt verstreuten Mitarbeiter zentralisieren – und einen Turm bauen.

Und hoch sollte er werden. Er wäre mit 163 Metern das höchste Bauwerk der Schweiz geworden. Wäre so um die 550.000.000 Franken teuer gewesen. Und hätte 43 Stockwerke gehabt. Für die Mitarbeiter, die in der ganzen Stadt… siehe oben.

Aus nicht ganz nachvollziehbaren Gründen gab es jetzt einen Rückzieher. Wie die BaZonline berichtete, hätte es nicht genügend Platz für alle Bedürfnisse gegeben. Jetzt wird an einem Plan B gearbeitet…

Ich wünschte, die Architekten und Bauherren vom alten Babel hätten auch in ihrer Planungsphase solche Stolpersteine entdeckt, die ihr Vorhaben hätten scheitern lassen.

Noch besser: Sie hätten erst gar nicht versucht, einen Turm bis in die Wolken zu bauen, bloss weil sie sich mal gottähnlich fühlen wollten. Und sie konnten vorher nicht ahnen, welches Leid sie für Generationen von Schülern im Fremdsprachenunterricht auf der ganzen Welt anrichten würden…

Aber mal im Ernst: Wie oft planen auch wir unser eigenes Leben, versuchen Vorstellungen zu verwirklichen, die einfach ein oder zwei Nummern zu gross sind – ohne den Chef zu fragen. Dabei hat er ausrichten lassen:

Noch etwas will ich euch sagen. Manche von euch kündigen an: „Heute oder morgen wollen wir hier- und dorthin reisen. Wir wollen dort ein Jahr bleiben, gute Geschäfte machen und viel Geld verdienen.“
Dabei wisst ihr nicht einmal, was morgen geschieht! Was ist denn schon euer Leben? Nichts als ein leiser Hauch, der – kaum ist er da – auch schon wieder verschwindet.
Darum sollt ihr lieber sagen: „Wenn der Herr will und wir leben, wollen wir dieses oder jenes tun.“
Jakobus 4,13-15)

Ob es um zu bauende Türme, die Wahl des Lebenspartners für die nächsten 40 Jahre, die nächste Ferienplanung oder die Entscheidung für einen Verein geht – warum fragen wir nicht den, der alles in der Hand hat und schon den Ausgang kennt? Dann vermeiden wir vielleicht so einen peinlichen Rückzieher, den die Roche da bekanntgeben musste…

[Originalpost]

Foto: Printscreen bazonline


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Kommentare

2 Kommentare zu „Wenn die Babylonier andere Architekten gehabt hätten…“

  1. Avatar von Valentin
    Valentin

    Im Sommer durften wir bei einem kleinen Zwischenstop am Flughafen, Dubai anschauen.

    Da wird ja auch gerade das höchste Gebäude der Welt gebaut. Das Burj Dubai.

    Es ist wirklich eindrucksvoll, doch ich muss dazusagen, du fährst da vorbei schaust es dir an, sagst oder denkst dir „Boah, ist der Turm hoch“ und fährst wieder weiter. Es ist toter Stein. Nicht mehr und nicht weniger.

    Wie Salomo schon sagte. „Es ist alles Haschen nach Wind.“

    Wahrscheinlich dachte das auch der Vorstandsvorsitzende von Roche. „Alles Haschen nach Wind…“ 🙂

  2. Hm. Das Problem mit Fragen an den Chef ist doch, daß die Antworten so furchtbar interpretationsanfällig sind. Der eine zieht los und füttert die Armen der Welt und der andere zettelt einen Krieg im Irak an. Und beide berufen sich auf den „Chef“.
    Zum anderen geht mir der Fatalismus des Spruchs „Es ist alles Haschen nach Wind“ furchtbar auf die Nerven. Warum macht der Mensch dann überhaupt noch irgendetwas, wenn doch ohnehin alles nur eitel ist. Warum den Petersdom bauen, wenn er ja doch irgendwann wieder zusammenfällt? Warum ein Bild malen, eine Sinfonie komponieren oder eine Gedicht schreiben. Ist doch alles nur Haschen nach dem Wind.

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