Der Papst in den USA – positive Bilanz

Sechs Tage nun war das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche in den USA unterwegs, um Wunden zu heilen und die Katholiken im Lande zur Mitgestaltung in den USA aufzurufen. Besonders durch Einwanderer aus Lateinamerika wächst die katholische Kirche in den USA, die dort ca. 60 Millionen Mitglieder hat, stetig. Konnte die Reise in den USA ausreichend für in den innerchristlichen Dialog in Begegnungen genutzt werden? Benedikts herzliches Zusammentreffen mit dem evangelikalen US Präsident Bush signalisierte Einheit, wenn es darum ging, dass der christliche Glaube Einfluss auf Politik und das gesellschaftliche Leben haben muss: Eine klare Kritik an die demokratischen Präsidentschaftskandidaten Obama und Clinton, die Abtreibung generell befürworten. Innerhalb der evangelikalen Kreise in den USA sprach man zwar seine Bewunderung gegenüber Benedikts klaren und konservativen Linien aus, machte jedoch aber unmissverständlich deutlich, dass der große Graben an theologischen Auffassungen wie der Autorität der heiligen Schrift und dem Anspruch, wer die wahre Kirche sei, zwischen Katholiken und den Evangelikalen, welche die zweitgrößte christliche Gruppe in den USA sind, in naher Zukunft noch nicht überwunden werden kann.

Äußerst positiv und für alle Menschen vernünftigen Gewissens erleichternd war Benedikts Treffen mit Opfern von sexuellem Missbrauch durch pädophile Priester. Ein Treffen war ursprünglich nicht geplant, jedoch angesichts der katastrophalen Lage durch sexuelle Missbräuche durch Priester dringend notwendig. Kein Tag verging, an dem der Papst nicht unmissverständlich sein tiefstes Bedauern, Betroffenheit äußerte und hartes Vorgehen gegen die Täter forderte. In der Vergangenheit hatte sich die Kirche eher nicht mit Ruhm bekleckert, wenn es darum ging, pädophile Priester aus dem Verkehr zu ziehen.

Sehr erfreulich auch Benedikts Besuch in der jüdischen Synagoge, wobei er seinen größten Respekt und Hochachtung gegenüber den Juden äußerte und die Gemeinde mit Shalom! Es ist mir eine Freude, nur wenige Stunden vor den Feierlichkeiten zum Pessach-Fest hier zu sein” ansprach. Beide Seiten erwähnten die Fortschritte in den guten Beziehungen zwischen Juden und Christen in den letzten Jahrzehnten.

Der Papst hat seine Reise sehr wirksam im inner- und interreligiösen Dialog genutzt, Zeichen gesetzt und der Welt vor der UN-Vollversammlung eine Botschaft gesendet: Ohne Menschenwürde, Freiheit und Gottes Liebe hat keine Gesellschaft Bestand. Interessant, wenn man bedenkt, dass über die Hälfte der Uno-Mitgliedsländer die Menschenrechte mit Füssen treten.

Bild: Christine Becker

 


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