Quotengarant Beschneidung

66985_web_R_K_B_by_Verena N._pixelio.deThemen der Woche von Josef Bordat:

Quotengarant Beschneidung

Wer von der extrem raren Ressource Aufmerksamkeit besonders viel haben will, sollte nicht über Abtreibung, Christenverfolgung oder Klimawandel schreiben, sondern über Tebartz-van Elst. Dachte ich. Stimmt aber nicht. Noch besser geht: Beschneidung. Denn: „Nichts, kein Terroranschlag, kein Euro, kein Hunger und kein Krieg, erregt die Deutschen so sehr wie die Vorhaut.“ (Harald Martenstein, Tagesspiegel). Ich gebe zu: Ich will Aufmerksamkeit. Nicht um jeden Preis, sonst würde ich mir die Haare färben, also blau oder so, aber doch um den Preis, über Dinge zu schreiben, die eigentlich nicht im Zentrum meines Interesses stehen. Also: Beschneidung...>mehr.

Beschneidung. Theologische und medizinische Aspekte

Vielleicht doch noch einige Bemerkungen zum theologischen (1) und medizinischen (2) Charakter der Beschneidung, weil es dazu immer wieder Missverständnisse gibt.

(1) Bei der Beschneidung geht es (zumindest für das Judentum) um mehr als alte „Tradition“ oder archaischer „Kult“ oder überflüssiges „Ritual“. Die Reduktion der Beschneidung darauf greift zu kurz. Für Juden ist die Beschneidung der biblisch beschriebene Initiationsritus (vergleichbar der Taufe im Christentum), für Moslems eine eher sekundäre Vorschrift, von Bedeutung zwar, doch nicht von dieser zentralen Bedeutung. Hier müsste man also schon mal differenzieren. Mir geht es nachfolgend vor allem ums Judentum...>mehr.

Sexueller Kindesmissbrauch

Die Nachrichten der letzten Tage. Nachrichten zum Thema Sexueller Kindesmissbrauch.

„Die grüne Prominenz und die Macht der Pädophilen“ (Unzensuriert, Wien vom 6.10.2013), darin die Zwischenüberschrift „Grüne unterstützten Missbrauchs-Kommune“, „Sexueller Missbrauch von Schülern: Lehrer vor Gericht“ (Abendzeitung, München vom 7.10.2013), „Pädophilie-Problem auch beim Verein Pro Familia“ (Tagesspiegel, Berlin vom 8.10.2013), „Studie: Sexueller Missbrauch bei Bruderhaus Diakonie“ (General-Anzeiger, Reutlingen vom 9.10.2013), „Grüner Büroleiter soll Kinder missbraucht haben“ (Die Welt, Hamburg vom 9.10.2013).

Bei allem Discount angesichts der längst verlorenen Unschuld der Medien: Könnte es sein, dass Sexueller Kindesmissbrauch doch ein gesamtgesellschaftliches Problem ist – und nicht ausschließlich eines von Priestern der Römisch-Katholischen Kirche?

(Josef Bordat)

„Klare Einschränkungen der Meinungs- und Gewissensfreiheit“

In Vietnam sind mehr als sechzig religiöse Würdenträger in Haft, weil sie religiöse Würdenträger sind.

Wenn überhaupt, dann erfahren wir von Inhaftierungen in Vietnam nur, wenn es sich dabei um mehr oder weniger prominente Opfer handelt, wie im Fall des katholischen Paters Nguyen Van-Ly (Haftstrafe) oder des buddhistischen Mönches Thich Quang Do (Hausarrest). Die staatlichen Repressionen gegen ganz normale Priester und Ordensleute werden hingegen in der Presse nicht erwähnt. An diese alltägliche Verfolgung hat die MenschenrechtsorganisationInternational Christian Concern nun erinnert. Die vatikanische Nachrichtenagentur Fides nahm die Studie auf und Radio Vatikan berichtet darüber…>mehr.

Flucht und Migration

Die Deutschen wünschen sich von der Europäischen Union, sie möge mehr Flüchtlinge aufnehmen. Laut ARD-Deutschlandtrend vom 10. Oktober 2013 wollen dies 52 Prozent der Deutschen. Mehr Flüchtlinge in Deutschland wollen jedoch nur 43 Prozent. Wir wollen also, dass mehr Flüchtlinge aufgenommen werden. Aber nicht bei uns…>mehr.

Christen und Buddhisten gemeinsam für Menschenrechte

Katholische, Protestantische und buddhistische Religionsvertreter bitten in einem Schreiben an die vietnamesische Nationalversammlung und an internationale Einrichtungen – darunter der UN-Menschenrechtsrat – um „Gerechtigkeit und Achtung der Menschenrechte in Vietnam“. Das berichtet Radio Vatikan unter Berufung auf die vatikanische Nachrichtenagentur Fides.

In den vergangenen Monaten hatten verschiedene Menschenrechtsorganisationen beklagt, dass das Regime in Hanoi streng gegen Menschen vorgehe, die sich für Grundrechte wie Meinungs-, Presse- und Religionsfreiheit einsetzen. Wie die NichtregierungsorganisationChristian Solidarity Worldwide in einer Verlautbarung mitteilt, verbiete die vietnamesische Regierung auch öffentliche Kundgebungen von Katholiken, bei denen diese den Anspruch auf Grundbesitz und die Freilassung von Häftlingen forderten.

Pikanterweise will das vietnamesische Unrechtsregime einen Sitz im UN-Menschenrechtsrat. Selten zuvor hat sich ein größerer Bock um die Stelle des Gärtners beworben.

(Josef Bordat)

Rosenkranz

Heute begeht die Katholische Kirche den Gedenktag Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz.

In der Katholischen Kirche gibt es die wertvolle Tradition des Rosenkranzgebets. Die Strenge der Form wird dabei oft als wenig spirituell empfunden. Andererseits disponiert gerade die vertraute Form und das durch Wiederholung immer tiefer verinnerlichte Gebet für die kontemplative Selbsttranszendierung, die den Raum zur Gottesbegegnung öffnet. Über die äußere Form hinweg scheinen Gedanken und Einsichten auf, die vom Inhalt des Gebeteten ausgehen und darauf zurückverweisen. Das gehört zu den geheimnisvollsten und zugleich schönsten Erfahrungen christlicher Existenz…>mehr.

Felix Korea!

Vor einer Woche schrieb ich, dass die Zahl der Katholiken in Südkorea steigt. Die Entwicklung der Katholischen Kirche in Südkorea läuft damit gängigen Säkularisierungstheorien zuwider. Bisher ging man davon aus, dass Wirtschaftswachstum und Technisierung die Bindung der Menschen an institutionalisierte Religion schwinden lässt (in Europa beobachten wir das seit etwa 50 Jahren). Im Boom-Land Südkorea, in dem sich das Pro-Kopf-Einkommen in den letzten 50 Jahren von etwa 200 US-Dollar auf über 20.000 US-Dollar verhundertfacht hat und in dem es heute eine stabile Demokratie und eine der größten Volkswirtschaften der Erde gibt (Südkorea gehört zu den G20-Staaten), ist das Gegenteil der Fall. Wie lässt sich das „koreanische Paradoxon“ erklären? Insbesondere fünf Punkte scheinen ausschlaggebend zu sein…>mehr.

foto: Verena N.  / pixelio.de


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