
Es war einmal ein großer Bär in einem riesigen Wald, dessen Appetit unersättlich war. Sein Blick fiel auf den fruchtbarsten Teil des Waldes, wo ein fleißiges Volk der Bienen in einem alten, starken Baum lebte. Der Bär begehrte ihren goldenen Honig und die Waben, die sie über Generationen gebaut hatten. Eines Tages brüllte er, der ganze Stock gehöre nun ihm, und schlug mit seinen gewaltigen Pranken auf den Baum ein.
Er sandte Schwärme böser Hornissen aus, die Tag und Nacht über den Bienenstock herfielen, um die Bienen zu zermürben. Doch die Bienen wehrten sich tapfer. Jede einzelne von ihnen verteidigte ihr Zuhause mit dem Mut der Verzweiflung und ihren kleinen, aber schmerzhaften Stacheln. Sie drängten die Hornissen zurück und reparierten unermüdlich die Schäden an ihrer Wabe.
In den fernen Wäldern und auf den hohen Klippen sahen die Adler und die Hirsche das Unrecht. Sie hielten Rat und beschlossen, den Bienen zu helfen, ohne jedoch direkt in den Kampf mit dem Bären zu treten. Die Adler schickten schnelle Falken, die die Hornissenschwärme vom Himmel holten und den Bienen eine Atempause verschafften. Die Hirsche, die die Wege des Waldes kannten, begannen, die nahrhaften Flüsse umlenkten, aus denen der Bär seine meiste Kraft schöpfte.
Der Bär brüllte vor Wut, als er merkte, dass seine Kraft langsam nachließ und die Bienen nicht aufgaben. Er schlug wild um sich, doch seine Angriffe wurden unkoordinierter, während der Widerstand der Bienen, gestärkt durch die Hilfe von außen, jeden Tag wuchs.
Und so lernten die Tiere des Waldes, dass der Mut der Kleinsten, vereint mit der Hilfe der Weisen, selbst die brutalste Gier in die Schranken weisen kann.
Quelle: Liveblog: Krieg gegen die Ukraine, ZEIT ONLINE, 9. September 2025.



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