
Man könnte fast lachen, wenn es nicht so ernst wäre: Ein einziger missglückter Auftritt im Weißen Haus soll nun darüber entscheiden, ob die USA weiter zur Ukraine und zu Europa stehen? Das ist absurd.
Ein US-Präsident gerät in einem öffentlichen Gespräch in Rage, weil sein Gegenüber sich nicht unterwürfig genug zeigt. Ein paar unglückliche Minuten in einem Raum mit Kameras – und plötzlich steht die gesamte westliche Sicherheitsordnung infrage?
Machen wir uns nichts vor: Entweder die USA sind ein verlässlicher Partner – oder sie sind es nicht.
Wird Geopolitik jetzt nach Laune entschieden?
Wenn die Unterstützung für die Ukraine wirklich davon abhängt, ob Trump sich in einem Gespräch wohlgefühlt hat, dann ist das nicht nur kindisch, sondern auch brandgefährlich.
- Ein einzelnes Meeting kann keine strategische Partnerschaft beenden. Die USA haben über Jahrzehnte mit Verbündeten zusammengearbeitet, auch wenn es Spannungen gab. Warum sollte das jetzt anders sein?
- Das Ziel ist klar: Russland darf nicht gewinnen. Dass das überhaupt infrage gestellt wird, zeigt, wie sehr persönliche Eitelkeiten über das Wohl einer ganzen Weltregion gestellt werden.
- Europas Sicherheit hängt nicht von Trumps Befindlichkeiten ab. Oder sollte sie das etwa?
Die USA müssen sich entscheiden – und zwar jetzt
Wofür stehen die Vereinigten Staaten? Für Demokratien, die sich gegen Diktaturen wehren? Oder für Deals mit Autokraten, wenn es gerade ins Konzept passt?
Man kann nicht einerseits behaupten, Putin dürfe nicht gewinnen, und andererseits mit einer verbalen Ohrfeige für Selenskyj das ganze westliche Bündnis destabilisieren.
Und man kann nicht behaupten, Europa sei ein wichtiger Partner, wenn man im nächsten Atemzug fragt, ob sich das alles noch lohnt – nur weil ein Präsident sich mal vermeintlich nicht genug bedankt hat.
Glaubwürdigkeit ist mehr wert als Trumps Ego
Die Welt schaut zu. Die USA müssen eine Entscheidung treffen:
- Stehen sie für eine regelbasierte Ordnung – oder für Deals mit Autokraten?
- Wollen sie eine Ukraine, die sich verteidigen kann – oder eine, die untergeht?
- Wollen sie Verbündete – oder Untergebene?
Wenn ein einziger Eklat im Weißen Haus entscheidet, ob Amerika zu seinen Werten steht, dann ist das eigentliche Problem nicht Selenskyj – sondern Trump.



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