Ein Augenzeugenbericht – Nicht zur Nachahmung empfohlen. – Am Samstag haben wir uns wieder in unserem Offenen Haus getroffen. Das heisst, ich war natürlich schon da. Nach Kaffee und Kuchen sind wir zusammen in die Videothek. Nach einer längeren Zeit der Suche nach einem geeigneten Film fiel Nici zum Glück die entscheidenede Prüffrage ein: „Haben wir da Frieden drüber?“
Augenblicklich fielen durch diese wirklich gute Frage eine Reihe von Filmen weg. Natürlich blieb uns dadurch das „Kettensägemassaker 1-3“ erspart und vieles mehr. Auch die Filme, die in ihrer Beschreibung auf dem Cover nüchtern feststellten: „Die junge aufgeweckte Psychophatin wird durch eine Reihe emotional zerstörerischer Ereignisse in die dunklen mafiösen Strukturen verbrecherischer Gewalttäter verstrickt und übt nach der Entdeckung einer Blutlache sinnlose Selbstjustiz… „ fielen dadurch weg. Wir konnten einfach keinen Frieden darüber finden 🙂 Schließlich hatten wir Frieden über Angelina Jolie, die ganz offensichtlich, wie sich später herausstellte, Probleme in Pakistan hatte.
Zuhause schlug ich dann vor, Sellerieschnitzel zu machen. Eine vieldeutige Rückfrage zeigte mir an, dass es da vielleicht gewisse Restbedenken gegen Sellerieschnitzel geben könnte: WAS KANN MAN DA DENN DAZU ESSEN? – Die Frage konnte aber auch leicht so interpretiert werden: WIE; KANN MAN DAS ESSEN? Auch Slyvie, die anrief, weil sie später kam, wurde ganz stille am Telefon: „Soll ich Mini-Pizza mitbringen? Ooch Sellerieschnitzel, hmm … also ok. Ok, ich komm dann …“
Durch diesen Anruf wurde mir schlagartig klar, dass ich noch Extra Pizzen in den Ofen schieben musste, weil Sellerieschnitzel keinen allzu großen Vertrauensvorsprung in der Runde genossen und sogar gewisse Bedenken auslösten.
Am Tisch schnitten wir dann die Scheiben von etwa einem halben Zentimeter, salzten sie und beträufelten sie mit Zitronensaft. Nach einer Stunde – jetzt wird es dramatisch – wälzten wir sie in Mehl, dann warfen wir sie in Eischaum mit Wasser und Öl, um sie dann kopfüber in Semmelbrösel hineinzudrücken. – Alles in allem eine schöne Mantscherei. – Dann wurden die Scheiben (jetzt muss ich wieder an die nüchternen Filmebeschreibungen oben denken) langsam bei schwacher Hitze innerhalb von 15 Minuten ihrem endgültigen Schicksal zugeführt und ohne Gnade gebraten.
Parallel wurde in der Zwischenzeit Reis bei lebendigem Leibe, schön gewaschen, in siedendes Wasser geworfen. Nici machte eine leckere Buttersoße. Brühe, Zwiebeln, süße Sahne, schwarzer Pfeffer, Streichkäse, Butter, Zitrone, Mehl wurden zu einer leckeren sämigen Soße verarbeitet. – Inzwischen waren noch andere dazu gekommen.
Und was soll ich sagen: Die zwei Extrapizzsas wurden erst später beim Film zusammen mit Angelina Jolie und den Gummibärchen verspeist. (Grammatikalisch jetzt an dieser Stelle nichts durcheinander bringen)
Blankes Erstaunen machte sich aber beim Essen der Sellerieschnitzel mit dem Reis und der Buttersoße breit. – Es schmeckte. Ja, es schmeckte sogar allen sehr gut.
Persönlich fand ich das folgende Kompliment am Schönsten: DAS SCHMECKT JA GAR NICHT NACH SELLERIE! – Ja, das Vertrauen, das vorher manchmal sehr angefochten war, hat sich ausgezahlt. – Als Belohnung dafür gab es dann im Anschluß einen „Baileys“.
Beim nächsten Mal am 6. Dezember gibt es einen Nikolausi-Weihnachtsmann-Jule-Club. Nici wird im Forum auf http://www.inunsererstrasse.de dazu noch mehr schreiben.
Wer also auch beim nächsten Mal dabei sein möchte, wenn es wieder heißt: „Wer köpft die nächste Sellerie“, ist herzlich eingeladen.
Wie wir jetzt alle wissen, kann es darauf nur eine befriedigende Antwort geben: DA HABE ICH TOTALEN FRIEDEN DRÜBER.
seid lieb gegrüßt,
Günther, www. inunsererstrasse.de
p.s. Im neuen HauskreisMagazin vom Bundesverlag ist auf Seite 30 und 31 ein Artikel über In-Meiner-Strasse e.V. – Gerne kann ich es euch per PDF zusenden.
Bild: Jutta Rotter, http://www.pixelio.de



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