Der Rubel rollt nicht. Ein Hauch von Embargo liegt in der Luft.

Eigentlich hatte vor ein paar Tagen Putin angekündigt, russische Rohstoffe, vor allem Erdgas, müssten von vielen Ländern des Westens, also auch von vielen Ländern der EU, ab morgen in Rubel bezahlt werden.

Hätte sich der Westen darauf eingelassen, würde er seine eigenen Sanktionen teilweise aushebeln, die er gegen Russland aufgrund des russischen völkerrechtswidrigen Angriffskrieges gegen die Ukraine verhängt hatte, weil er dadurch unter anderem den Kurs des Rubels stützen würde. Ein Krieg, der irgendwann auch die EU treffen könnte übrigens.

Nun liest man heute, dass Russland es ja gar nicht so eilig habe mit dieser Bezahlung in Rubel, die Umstellung auf den Rubel solle angeblich auf einmal schrittweise geschehen.

Das wird man so interpretieren dürfen, dass Russland es sich nicht leisten will, vor allem aber nicht leisten kann, auf Einnahmen aus seinen Rohstoff-Lieferungen zu verzichten. Denn die G7 Staaten hatten im Vorfeld erklärt, dass die Lieferverträge auf Euro, britische Pfund und US-Dollar lauten, auf nichts anderes, man werde sich in dieser Hinsicht an die Verträge halten, aber keinesfalls in Rubel bezahlen.

Es droht also der plötzliche komplette Lieferstopp von russischen Rohstoffen an den Westen, umgekehrt aber auch der komplette Zahlungsstopp von westlichem Geld an Russland. Da das Regime Putins allerdings auf diese Einnahmen angewiesen ist, kann es sich wohl nicht leisten, dauerhaft darauf zu verzichten. Deshalb wohl dieses sonderbare Einlenken mit der ominösen Begründung, die Zahlungsumstellung solle nun auf einmal nicht abrupt, sondern aus angeblich verwaltungstechnischen Gründen schrittweise erfolgen.

Der EU und ganz besonders auch Deutschland sollte dadurch aber klar werden, dass man das Regime Putins an dieser Stelle wirklich hart treffen könnte: durch ein Energie-Embargo nämlich.

Dadurch dürfte das Regime Putin ins Straucheln geraten, welches in der Folge den völkerrechtswidrigen russischen Angriffskrieg in der Ukraine nicht mehr so ohne weiteres in die Länge ziehen könnte, sondern vielleicht sogar einen ziemlich großen Anreiz verspüren würde, auf einmal zu kooperieren, sodass Frieden kommen kann. Und Frieden hieße, dass die russischen Truppen mindestens das Land verlassen müssen, eigentlich muss Russland auch Reparationszahlungen in gewaltiger Höhe leisten.

Fazit: ein Energie-Embargo gegen Russland würde mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit den Krieg in der Ukraine bremsen, vielleicht sogar beenden.

Ein schnelles Ende des Krieges ist auch für die EU wichtig, weil das Wesen eines jeden Krieges seine Unberechenbarkeit ist. Er könnte nämlich, je länger er dauert, absichtlich oder unabsichtlich, auch auf die EU, also NATO-Territorium, übergreifen und sich dann gegenseitig hochschaukeln, so dass am Schluss die Wirtschaft nicht mehr das Problem wäre, sondern das bloße Überleben.

Besser jetzt konsequent sein und wirtschaftlich gewisse Härten aushalten in Deutschland, als morgen vielleicht Krieg führen zu müssen mit Waffen, welche die Bundeswehr überhaupt nicht besitzt und in der Hoffnung, dass die NATO-Bündnistreue tatsächlich so fest ist, wie sie in Worten beschrieben wird.

Sollte sich der Krieg in der Ukraine aber in die Länge ziehen, könnte auch die EU, die ja direkt an die Ukraine angrenzt, ganz unabhängig von einem ausufernden Krieg wirtschaftliche Probleme bekommen, denn sie wäre doch in der dauernden Gefahr, in kriegerische Handlungen verwickelt zu werden. Die Wirtschaft mag das überhaupt nicht, Kapitalanleger auch nicht. Geld ist nämlich flüchtig. Geld würde vermutlich in andere Länder fliehen, die EU wäre vielen Anlegern zu unsicher.

Lesen sie zum Thema auch diese beiden Artikel:

Energie-Embargo? Je länger der Krieg dauert, desto gefährlicher auch für die EU und Deutschland

Erdgas gegen Rubel: Finanzieren wir so Putins Krieg?

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