Hanna Jacobs nimmt in der ZEIT Stellung zu den aktuell hohen Austrittszahlen der Kirche in Deutschland.
Man müsse realistisch sein, dass die Kirche morgen nicht mehr denselben Raum in der Gesellschaft einnehmen werde, wie bisher. Sinkende Mitgliederzahlen beuteteten auch schwindenden gesellschaftlichen Einfluss.
Dennoch habe die Kirche auch als kleine Kirche vieles vermocht, man denke nur einmal an die Friedensgebete und Montagsdemonstrationen im Jahr 1988 in der DDR, die schließlich zum Mauerfall geführt haben. Dort betrug der Anteil der Christen dort nur etwa 40%.
Kirchliche Strukturen könnten geringer werden oder sich auflösen in der Zukunft, wobei das nicht heiße, dass die Kirche dadurch verschwinden würde. In vielen Regionen der Welt gebe es Kirche jenseits amtlicher Strukturen.
Kirche müsse und solle auch weiterhin das Salz für die Erde sein, also der Gesellschaft die nötige Würze geben. Wie genau das aber geschehen solle, dazu müssten nun Visionen entwickelt werden.
Soweit in etwa der Inhalt des Artikels, den Sie hier im Ganzen nachlesen können. Der sich als Realismus ausgebende Zukunftspessimismus des Artikels dürfte aber nicht bei jedem ankommen – zu Recht, denn wer die Kirche a priori aufgrund vermeintlich realistischer Sicht verloren glaubt, dürfte kaum den realen Impetus in sich spüren, weiterhin Salz für die Erde sein zu wollen.
Das Gegenteil dürfte richtig sein: Anerkennen, dass der Einfluss der Kirche schwinden könnte, aber gleichzeitig weiterhin für die Kirche und den christlichen Glauben sowie die christliche Ethik werben. Denn sind wir mal ehrlich: die Kirche wurde schon oft tot gesagt. Gestorben ist sie bislang noch nie. Weshalb ? Weil Glaube, Hoffnung, Zuversicht bislang immer die Oberhand behalten haben.
Mit Glaube und Hoffnung hat die Kirche auch weiterhin eine Zukunft. Vielleicht wird sich die Form von Kirche ändern – die Kirche aber könnte noch viel länger bleiben, als von manchem Pessimisten befürchtet. Denn Kirche bedeutet nicht Verzweiflung, sondern Zuversicht. Zuversicht auch deswegen, weil in der Kirche nicht nur Menschen agieren, sondern letztlich in besonderer Weise Gott. Gottes Wege sind unergründlich. Womöglich ist es okay für ihn, wenn die Kirche in Deutschland schrumpft. Wenn Gott aber will, dass sie neu Kraft und Strahlkraft gewinnt, wer könnte dann etwas dagegen setzen ?
Es mag sein, dass die Kirche in Deutschland im Niedergang begriffen ist. Es mag aber auch sein, dass Gott mit ihr noch Großes vorhat. Aus einer kleinen Schar an Jüngern um Jesus herum entstand einst das Christentum, die größte Weltreligion. Das war zum Teil das Werk fleißiger und missionarischer Menschen. Das wird aber auch, theologisch recht verstanden, das Werk von etwas Höherem gewesen sein.
Impressionen zu „Kirche“:

















München frauenkirche 
München frauenkirche 



Kirche, Lviv 
Orgel, Kirche 
Kreuz, Kirche 
Kerzen, Kloster, Kirche 
Altar, Kirche, Kreuz 









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