Solange noch Mörder leben

NS-Verbrechen müssen verfolgt werden, auch wenn die Angeklagten alt und gebrechlich sind. Vor dem Landgericht Ellwangen wurde gegen den 93-jährigen Hans Lipschis, der als SS-Mann in Auschwitz eingesetzt war, Anklage erhoben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Beihilfe zum Mord in über 10.000 Fällen vor. Schon als vor zwei Jahren gegen den früheren KZ-Wärter John Demjanjuk verhandelt wurde, war zu lesen, es sei der letzte NS-Verbrecherprozess. Ähnliches dürfte nun wieder behauptet werden, doch es ist heute so falsch, wie es bislang immer falsch war…>mehr. foto: theolounge Solange noch Mörder leben weiterlesen

Was unterscheidet uns von Adolf Eichmann ?

Josef Bordat. Adolf Eichmann sprach in dem Jerusalemer Prozess davon, während seiner Zeit im Reichssicherheitshauptamt, als er die Deportation und Vernichtung der europäischen Juden zu organisieren hatte, eine Art Persönlichkeitsspaltung empfunden zu haben. Diese habe dazu geführt, das Gewissen streckenweise auszuklammern, es zum Schweigen zu bringen. Doch ab und an sei es unvermeidlich gewesen, von der einen, der öffentlichen, bürokratischen, funktionalen Seite des Denkens und Fühlens, das – wie Hannah Arendt überzeugend ausführt – gar kein wirkliches Denken und Fühlen einer menschlichen Person war, hinüber zur anderen, der persönlichen, menschlichen Seite des Bewusstseins zu wechseln, ohne es dort lange aushalten zu können. Am … Was unterscheidet uns von Adolf Eichmann ? weiterlesen

Brauchen wir einen Volkstrauertag?

Uwe Seibert. Am Sonntag ist Volkstrauertag. Wir gedenken der Opfer von Krieg und Gewalt. Es ist ein Gedenktag, der gut in den trüben November passt. Ins Leben gerufen wurde der Volkstrauertag 1919 vom Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge zum Gedenken an die Toten des 1. Weltkriegs. Das ist lange her. In unserem Land ruhen seit Jahrzehnten die Waffen und die Mauer, die einst Deutschland teilte, ist friedlich gefallen. Brauchen wir daher heute überhaupt noch einen Volkstrauertag?…>mehr. foto: Daniel Foster, danielfoster437,flickr.com Brauchen wir einen Volkstrauertag? weiterlesen

Holocaust-Gedenktag: Aus Erinnern kommt Haltung

65 Jahre nach der Befreiung des KZs in Auschwitz ist Deutschland eine politische Haltung erwachsen, geprägt von Ernsthaftigkeit, Berechenbarkeit und Prinzipienfestigkeit. Dass die Bundeskanzlerin die lang erwartete Regierungserklärung zur deutschen Haltung zu Afghanistan am Auschwitz-Gedenktag abgibt, mag manchen zu manchen Gedanken veranlassen. Dabei bedeutet es lediglich, dass der Parlamentsbetrieb auch vor diesem Tag nicht haltmacht. Das allerdings wiegt schwerer als jeder Hintergedanke, der an diesem Zusammenfallen von politischer Routine und Gedenken hätte mitdrehen können. Denn es wirft die Frage auf, wie sich denn das Erinnern an den singulären Zivilisationsbruch, für den der Name Auschwitz steht, zum Alltag von Politik und … Holocaust-Gedenktag: Aus Erinnern kommt Haltung weiterlesen

Brisant: John Demjanjuk und Sobibor (VIDEO)

Seit Montag wird in München der Prozess um den mutmaßlichen Kriegsverbrecher John Demjanjuk fortgesetzt. Aber ist er tatsächlich derjenige, der die Verbrechen begangen haben soll ? Und falls ja: wie soll man das verstehen, wenn gegen ihn als kleines Rädchen im Vernichtungswahn der Nazis nun ein Prozess geführt wird (immerhin schon der zweite), während andere Nazi-Größen unbehelligt und immer noch frei herumlaufen ? Sicherlich sollte jedes Kriegsverbrechen geahndet werden, das steht außer Frage. Aber sollte man dann nicht auch – zusätzlich – schleunigst (solange die Betroffenen noch leben) weiter oben in der Nazi-Hierarchie fortfahren ? Sehen Sie hier einen dialektischen Bericht von 3Sat zum Thema: „Brisant: John Demjanjuk und Sobibor (VIDEO)“ weiterlesen

NS-Kriegsverbrechen: Prozess gegen Demjanjuk („Nicht bei uns“)

Gestern begann in München der Prozess gegen den mutmaßlichen KZ-Wärter John Demjanjuk. Doch noch immer leben etliche andere Täter unbehelligt – weil sich niemand zuständig fühlt. Auch Deutschland nicht. > mehr. Aktuelle Meldungen: > Ein Dienstausweis und viele Fragen > Verteidigung präsentiert Demjanjuk als Opfer > Demjanjuk – ein Mann sieht weg foto:picapp.com NS-Kriegsverbrechen: Prozess gegen Demjanjuk („Nicht bei uns“) weiterlesen

Westerwelle: „Besondere Verantwortung“ für Israel

Außenminister besucht Holocaust-Gedenkstätte Jad Vaschem. Bundesaußenminister Westerwelle in Israel: Bei seinem Besuch betonte der Minister die „besondere Verantwortung“ Deutschlands gegenüber Israel. Zum Auftakt besuchte er die Holocaust-Gedenkstätte Jad Vaschem. > mehr. Lesen Sie auch: > Holocaust Theologie > Der Holocaust foto:picapp.com Westerwelle: „Besondere Verantwortung“ für Israel weiterlesen

Mutmaßlicher NS-Verbrecher Demjanjuk in München angekommen

Der aus den USA abgeschobene mutmaßliche NS-Kriegsverbrecher John Demjanjuk ist am Vormittag in München angekommen. Um etwa Viertel neun landete er an Bord eines Lazarettflugzeugs, unmittelbar danach wurde der 89-Jährige von einem Landgerichtsarzt untersucht. > mehr. Lesen Sie auch: > KZ Sobibor – Der Hölle entkommen Mehr zum KZ: > KZ-Gedenkstätte Dachau. Bild: wikimedia commons,wikipedia.de. Mutmaßlicher NS-Verbrecher Demjanjuk in München angekommen weiterlesen