Das Auto muss zur Inspektion. Nachdem wir es abgegeben haben, kommt ein Anruf von der Werkstatt. Die Inspektion kostet etwa 450 €. Aber, aber, aber. Die Niveauregelung beim Licht sei defekt. Hinten sei ein Stoßdämpfer defekt, aber man müsse dann immer beide austauschen. Und irgendwie deshalb hätten sich auch die Hinterreifen angeblich zu schnell abgefahren, die solle man auch austauschen. Und der Deckel des Ausgleichsbehälters der Kühlung sei undicht. Zudem könnte man auch die Batterie aufladen.
Ich sehe nach in früheren Rechnungen und sage dann am Telefon, dass doch erst im August letzten Jahres ein Ölwechsel gemacht worden sei, der nun offensichtlich schon wieder gemacht werden soll. Der Herr am Telefon meint, ja, aber seitdem hätten wir angeblich weitere 30.000 km zurückgelegt. Schwer zu sagen, ich muss es ihm erstmal glauben.
Die Sache mit dem einen Stoßdämpfer muss ich ebenfalls glauben, dass man dann also beide austauschen müsse. Ich überlege mir, mir selbst erst einmal die Hinterreifen noch mal anzusehen, um das Profil zu checken, der Herr meint, ich brauche die jetzt ja auch nicht in Auftrag zu geben, die Hinterreifen, das könne ich ja später machen.
Ich denke mir, naja, wenn die Werkstatt meint, wird sie wohl doch recht haben. Na ja, dann eben auch zwei neue Hinterreifen.
Aber die Sache mit der Batterie, da kann irgendwas nicht stimmen. Ich sage dem Herrn, dass wir gerade erst 1000 km gefahren sind, die Batterie müsste doch eigentlich komplett aufgeladen sein. Er meint, das sei ja nur ein Service, den müsse man ja auch nicht unbedingt machen. Ich lehne also ab. 12 € gespart. Ganz toll. Die ganze Reparatur samt Inspektion kostet dann 1750 €. Minus 12 €.
Eigentlich hatten wir mit der Werkstatt bisher gute Erfahrungen gemacht, deswegen vertraue ich dem Herrn von der Werkstatt. Trotzdem beschleicht mich irgendwie ein ungutes Gefühl. So alt ist das Auto nicht. Der Betrag für die Inspektion und die Reparatur ist aber doch beträchtlich.
Es ist wie mit dem Zahnarzt. Man muss vertrauen. Ich denke an den Zahnarzt meiner Jugend, der frisch die Praxis seines Vaters übernommen hatte und mir unglaublich viele Zähne gebohrt hatte. Irgendwann wollte er auch einen Schneidezahn vorne bohren, ich lehnte ab. Das konnte ich mir wirklich nicht vorstellen, dass dort ein Loch sein sollte. Beim nächsten Termin sagte er noch einmal, dort müsse man bohren, dort sei angeblich ein Loch. Ich lehnte wieder ab. Darauf sagte er nie wieder etwas in Bezug auf diesen Zahn. Das ist jetzt etwa 35 Jahre her, der Zahn ist nach wie vor völlig gesund und gut. Aber ansonsten hat mir der Zahnarzt unglaublich viele Löcher gebohrt. Ich denke, viele waren wahrscheinlich nicht nötig.
Ähnliches musste ich bei einem Zahnarzt vor etwa zwei Jahren erfahren, den wir eigentlich persönlich kennen, der sich aber auch gerade selbstständig gemacht hat. Er bohrte ganz hinten in einem Backenzahn an der Seite, dann kam eine Füllung hinein. Diese fiel zweimal raus, dort hält einfach keine Füllung. Ich putze seitdem dort einfach sehr gut und habe dort nun kein Karies, kein Loch, nur das gebohrte, kleine und flache Loch. Der Zahn ist weiterhin fit und gesund.
Zahnarzt ist Vertrauenssache. Werkstatt auch. Doch diesmal bleibt ein ungutes Gefühl. Nicht nur im Geldbeutel.



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