Halloween und Reformationstag

Heute ist es also wieder so weit. Die Mehrheit der Kinder und Erwachsenen hierzulande wird sich irgendwie gruselig und blutig anziehen und anmalen und dann von Haus zu Haus ziehen und irgendetwas Süßes verlangen.

Das hat natürlich von daher schon etwas Gruseliges an sich, weil das Süße und der viele Zucker die Menschen ja in die Nähe schwerer Herz-Kreislauf-Erkrankungen rücken lässt. Viel Zuckerkonsum bedeutet Zunahme des Körpergewichts, bedeutet eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, an solchen Krankheiten oder vielleicht auch an Krebs zu erkranken. Insofern ist es ganz korrekt, dass diese Gestalten sich schon einmal wie wandelnde Tote anziehen, wenn sie da von Haus zu Haus laufen. Sie greifen ihrer potentiellen Entwicklung nur ein wenig voraus.

Ansonsten ist natürlich auch noch Reformationstag, der an den Reformator Martin Luther aus dem XVI Jahrhundert erinnert. Martin Luther hatte bei intensiven Bibelstudien nichts Geringeres herausgefunden, als dass Gott einer ist, der die Menschen liebt und gnädig annimmt, wenn sie an ihn glauben. Mehr ist eigentlich erstmal nicht nötig. Luthers Erkenntnis, die man theologisch gesehen als die sogenannte Rechtfertigungslehre bezeichnet, hat dem Grusel seiner Zeit und den Zeiten davor ein Ende gesetzt. Seine Erkenntnis setzte auch dem unlauteren Geldverdienen und dem Geschäft mit der Angst in Form von sogenannten Ablassbriefen ein Ende.

Insofern könnte heute immer noch einen Martin Luther bei den Kindern mitlaufen, um das Gruseln ein wenig einzuhegen. Und wenn man möchte, könnte man den klingelnden Kindern dann auch ein paar Lutherbonbons in die Hand drücken, allerdings natürlich genauso mit den oben erwähnten potentiellen Folgen. Insofern lässt man das mit den Lutherbonbons vielleicht lieber, weist aber darauf hin, dass Martin Luther das Gegenteil und das Ende des Gruselns ist. Das allein ist doch viel mehr wert als ein bisschen Zucker.


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