Heilung XII – Gründe für Krankheiten II

Frucht1 Sünde

Im letzten Eintrag ging es um die Heilung des Blindgeborenen aus Johannes 9. Die Jünger Jesu konnten sich keine andere Ursache für seine Krankheit vorstellen als dass er oder seine Eltern gesündigt hatten. Auch heute noch ist es so, dass manche Christen Krankheit immer mit Sünde in Verbindung bringen und so nach Sünde im Leben eines Kranken suchen wenn sie mit ihm beten. Dass so eine Ansicht einen Kranken unter Schwierigkeiten bringen kann ist klar. Man sollte sehr vorsichtig damit sein, wenn man Sünde anspricht um dem Kranken nicht zusätzlich noch ein schlechtes Gewissen zu machen was sich nicht selten kontraproduktiv auf die Heilung auswirkt. (Druck und Verspanntheit führen oft zu Problemen mit dem Empfangen von Gottes Gnade).
Trotz dieser Warnung möchte ich mich gerne damit auseinandersetzen, warum viele Christen das glauben und wie Krankheit und Sünde zusammenhängen.

Sünde ist der Ursprung der Krankheit

In der Welt für die uns Gott geschaffen hat, gab es ursprünglich keine Krankheit. Ich muss immer etwas schmunzeln, wenn ich an Leibniz denke. Er war ein grosser Gelehrter und Philosoph, vielleicht der grösste seiner Zeit. Dennoch hatte er wenig Ahnung von der Bibel. Leibniz befasste sich mit dem Theodizeeproblem und hatte eine Lösung, die etwas an Matrix erinnert. Er sagte, dass die Welt zwar nicht vollkommen ist, dass sie aber sicherlich die beste aller möglichen Welten sei und Gott sie deswegen genau so geschaffen hat. In Matrix ist ein ähnlicher Dialog zwischen Agent Smith und Neo in dem Smith erklärt, dass die Matrix ursprünglich eine perfekte Welt war, dass das aber nicht funktionierte.
Gott hat den Menschen für ein Paradies geschaffen. Einen Ort ohne schädliche Einflüsse und Krankheiten. Erst durch die Sünde des ersten Menschen kam Krankheit in die Welt und die Menschen mussten aus dem Paradies. Erst danach kam es zu der Welt, die wir heute kennen. In seinem „Biblehealing Study Course“ schreibt Kenneth Hagin, dass die meisten Gesetze dieser Welt erst nach dem Sündenfall gekommen sind und die Umstände unter denen wir leben nicht in Gottes Sinne sind. Darauf kam einmal in einem meiner Heilungskurse die Frage auf, wie es denn dann mit Bakterien und Viren im Paradies war. Gab es die nicht oder waren sie unschädlich? Schliesslich sind sie ja auch Teil der Schöpfung.
Um ehrlich zu sein habe ich keine komplette Antwort darauf, aber ich glaube, dass Jesaja 11 ein Schlaglicht auf die Situation des Paradieses wirft:

Dann wohnt der Wolf beim Lamm, der Panther liegt beim Böcklein. Kalb und Löwe weiden zusammen, ein kleiner Knabe kann sie hüten. 7 Kuh und Bärin freunden sich an, ihre Jungen liegen beieinander. Der Löwe frißt Stroh wie das Rind. 8 Der Säugling spielt vor dem Schlupfloch der Natter, das Kind streckt seine Hand in die Höhle der Schlange. 9 Man tut nichts Böses mehr und begeht kein Verbrechen auf meinem ganzen heiligen Berg; denn das Land ist erfüllt von der Erkenntnis des Herrn, so wie das Meer mit Wasser gefüllt ist. (Jesaja 11,6-9)

Ich vermute, dass diese Stelle sowohl eine Beschreibung des kommenden Paradieses im Himmel, als auch des hinter uns liegenden verlorenen Paradieses sein kann. Dann hiesse das, dass es zwar dieselben Faktoren und Bewohner gab und geben wird, dass aber dennoch die Uhren anders ticken. Wenn wilde Tiere „lammfromm“ sein können, dann können sicherlich auch Bakterien und Viren unschädlich gewesen sein!

Diese ideale Lebensumwelt hat sich drastisch geändert als die Sünde ins Spiel kam. Oder vielleicht besser: die Position des Menschen zu dieser Umwelt hat sich geändert:

22 Dann sprach Gott, der Herr: Seht, der Mensch ist geworden wie wir; er erkennt Gut und Böse. Daß er jetzt nicht die Hand ausstreckt, auch vom Baum des Lebens nimmt, davon ißt und ewig lebt! 23 Gott, der Herr, schickte ihn aus dem Garten von Eden weg, damit er den Ackerboden bestellte, von dem er genommen war. 24 Er vertrieb den Menschen und stellte östlich des Gartens von Eden die Kerubim auf und das lodernde Flammenschwert, damit sie den Weg zum Baum des Lebens bewachten. (Genesis 3,22-24)

Es gab also noch das Paradies, nur kam der Mensch nicht mehr hinein. Ich scheine immer wieder auf dasselebe Thema zurück zu kommen, egal wo ich die Bibel aufschlage: es gibt diese beiden Realitäten die nebeneinander stehen: Gottes Welt und unsere und es drängt uns etwas danach in Gottes Welt zu kommen oder unsere Welt der göttlichen Dimension anzupassen…

Seitdem leben alle Menschen im Herrschaftsbereich der Sünde und des Todes und damit auch der Krankheit. Was haben also Sünde und Kranhkeit miteinander zu tun? Alles! Ohne Sünde wäre keine Krankheit in der Welt. Das bedeutet auch, dass Krankheit erst gänzlich ausgerottet sein wird wenn die Sünde aus der Welt geschafft ist. Erst im Himmel wird es das alles nicht mehr geben. Vorher kämpfen wir einen Kampf, den wir niemals 100%ig gewinnen werden. Es wird auf dieser Seite des Himmels immer Krankheiten geben.
Sünde kann der Ursprung persönlicher Krankheiten sein
Es gibt einige Begebenheiten in denen Jesus persönliche Sünde und Krankheit in einen Zusammenhang stellt. Zum Beispiel diese hier:

Einige Zeit später war ein Fest der Juden, und Jesus ging hinauf nach Jerusalem.
2 In Jerusalem gibt es beim Schaftor einen Teich, zu dem fünf Säulenhallen gehören; dieser Teich heißt auf hebräisch Betesda.
3 In diesen Hallen lagen viele Kranke, darunter Blinde, Lahme und Verkrüppelte.
4 5 Dort lag auch ein Mann, der schon achtunddreißig Jahre krank war.
6 Als Jesus ihn dort liegen sah und erkannte, daß er schon lange krank war, fragte er ihn: Willst du gesund werden?
7 Der Kranke antwortete ihm: Herr, ich habe keinen Menschen, der mich, sobald das Wasser aufwallt, in den Teich trägt. Während ich mich hinschleppe, steigt schon ein anderer vor mir hinein.
8 Da sagte Jesus zu ihm: Steh auf, nimm deine Bahre und geh!
9 Sofort wurde der Mann gesund, nahm seine Bahre und ging. Dieser Tag war aber ein Sabbat.
10 Da sagten die Juden zu dem Geheilten: Es ist Sabbat, du darfst deine Bahre nicht tragen.
11 Er erwiderte: Der Mann, der mich gesund gemacht hat, sagte zu mir: Nimm deine Bahre und geh!
12 Sie fragten ihn: Wer ist das denn, der zu dir gesagt hat: Nimm deine Bahre und geh?
13 Der Geheilte wußte aber nicht, wer es war. Jesus war nämlich weggegangen, weil sich dort eine große Menschenmenge angesammelt hatte. 14 Später traf ihn Jesus im Tempel und sagte zu ihm: Jetzt bist du gesund; sündige nicht mehr, damit dir nicht noch Schlimmeres zustößt. (Johannes 5,1-14)

Offensichtlich kann Sünde dazu führen, dass einem Menschen „etwas Schlimmeres“ (eine schlimmere Krankheit) zustösst. Wie der Zusammenhang genau ist weiss ich auch nicht. Aber es gibt natürlich Krankheiten, die auf einen Lebensstil zurückzuführen sind den die Bibel sündig nennen würde. Darunter fallen Geschlechtskrankheiten, Krankheiten die durch Drogenkonsum kommen, Krankheiten durch Sorgen, Stress etc. Ob wir es wahrhaben oder nicht, viele der sogenannten Zivilisationskrankheiten sind vermutlich eher auf Sünden als auf die Zivilisation zurückzuführen.

Ein anderer Aspekt ist, dass Sünde uns aus Gottes Schutzbereich entfernen kann. Durch Sünde werden wir offen für alle möglichen Einflüsse die wir eigentlich nicht in unserem Leben haben wollen.
Wenn Sünde im Spiel ist müssen wir einfach glauben, dass der Heilige Geist uns einen entsprechenden Eindruck oder ein Wort der Erkenntnis gibt. Es ist falsch im Leben eines Kranken so lange herumzubohren bis man eine Sünde gefunden hat. Sünden wird es immer geben, aber es ist fraglich ob sie tatsächlich für das gesundheitliche Problem verantwortlich sind. Wenn wir Sünde als Ursache gefunden haben ist es unerlässlich den Kranken in einen Bussprozess hinein zu führen. Sünde kann nur durch Busse behandelt werden. Wenn das geschehen ist haben wir allen Grund anzunehmen, dass Heilung eintritt:

Bekennt also einander eure Sünden und betet füreinander, daß ihr gesund werdet. Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist. (Jakobus 5,16)

Unter Umständen kann es ab diesem Punkt auch in eine seelsorgerliche Richtung gehen, davon würde ich aber nicht pauschal ausgehen.

[Originalpost]

Bild: © Klaus-Uwe Gerhardt | pixelio.de

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