Russland ist eine „Tankstelle mit Atomwaffen“ | Harari

Vor einigen Wochen gab es in der ZEIT ein Interview mit dem international renommierten israelischen Historiker Harari, der beispielsweise auch das Buch „homo deus“ geschrieben hat.

Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, stellte Harari es so dar, dass die russische Regierung unter Putin (und auch davor schon) es versäumt habe, das Land für wirtschaftliche Innovationen irgendwie attraktiv zu machen, weil Putin das Land zu seinen eigenen Zwecken ausgebeutet habe, um sich selbst zu bereichern (Putins Vermögen wird auf 36 Milliarden Euro geschätzt). Des weiteren habe Putin ein System von Feudalherren errichtet, den sogenannten Oligarchen, Milliardären also, die für Putin gewisse Aufgaben übernehmen und gewisse Regionen in Russland betreuen und beaufsichtigen, wobei die Oligarchen im Gegenzug dafür dann ziemlich reich wurden.

Innerhalb dieses Systems gibt es keinen allzu großen Anreiz für wirtschaftliche innovative Entwicklung. Man verkauft einfach nur die russischen Rohstoffe.

Der Einmarsch in die Ukraine, so steht zu vermuten, könnte übrigens weniger mit der offiziellen russischen Begründung zu tun haben, nämlich mit dem vermeintlichen Wunsch Putins, die Sowjetunion wiederherzustellen.

Vielleicht ist dies nur eine Nebelkerze.

Ein viel naheliegenderer Grund könnte einer sein, der dem Prinzip der Tankstelle, an der man alles mögliche kaufen kann, doch schon wieder recht nahe kommt:

Offensichtlich gibt es im Osten der Ukraine gewaltige Vorkommen an Lithium, und wie wir wissen, ist Lithium der Stoff, aus dem die Elektromobilität der Zukunft ist, zumindest solange es keine alternativen Batterien gibt, die ohne Lithium auskommen. Und Elektromobilität ist das Mittel der Wahl, um den völligen Klimakollaps zu verhindern. Die Welt ist also hungrig nach Lithium.

Und des weiteren, wie wir gerade merken, ist die Ukraine eben die Kornkammer Europas, welche auch für die Ernährung der gesamten Welt eine zentrale Rolle spielt.

Wenn also Russland, die „Tankstelle mit Atomwaffen“ , nun zusätzlich zu den russischen Rohstoffen noch das Lithium der Ukraine hätte und die gewaltigen Erträge aus der Landwirtschaft, hätte Putin dadurch die russische Macht immens vergrößert.

Und in dieser Hinsicht wäre es Putin auch völlig egal, ob große Teile der Ukraine komplett zerstört wären und Städte entvölkert, weil er diese Städte überhaupt nicht braucht. Verwüstete Landstriche wären für ihn sogar von Vorteil. Er bräuchte nur ein paar Landwirte, die das Getreide aussäen und einfahren, und eine Bergbauindustrie, die dort angesiedelt wird. Denn das Einzige, was ihn tatsächlich interessiert, ist womöglich das Lithium und das Getreide.

Die Sache mit den angeblichen Nazis in der Ukraine, die es dort nicht gibt, und die Sache, dass die NATO angeblich Russland bedrohe, was sie nie getan hat, ist womöglich also eine Nebelkerze, um das eigene Volk hinter sich und hinter den russischen Angriffskrieg zu scharen. Es geht Putin vielleicht viel mehr um Lithium und um Getreide und somit um Macht. Eine Investition in die russische Zukunft also, in die Zukunft der „Tankstelle mit Atomwaffen“.

Würde man Putin diese Macht erringen lassen, bräuchte man sich künftig keine Gedanken mehr über ein Embargo von russischem Erdgas oder Erdöl zu machen, sondern es ginge um viel wesentlichere Dinge: um Lithium und um Getreide.

Kommentar verfassen...(Kommentare, die Links enthalten, müssen auf Freischaltung warten)

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.