Ich habe den Eindruck, der römisch-katholische Papst Benedikt XVI. hat sich und den seinen mit der Rehabilitierung der Anhänger der reaktionären Lefebvre-Bewegung eine Suppe eingebrockt, die auszulöffeln nun der gesamten römisch-katholischen Kirche erhebliche Bauchschmerzen verursacht.
Denn nachdem sich zunächst einer der vier rehabilitierten Bischöfe als Holocaust-Leugner entpuppt hat (vgl. „Lefebvre zurück in Rom„), machte nun ein weiterer dieser Bischöfe – Bernard Tissier de Mallerais – gegenüber der italienischen Zeitung „La Stampa“ deutlich, dass die Lefebvristen nicht etwa die Absicht hätten, ihre eigene Position zu ändern (also z.B.: die Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils wie Einführung der Landessprache im Gottesdienst, die Öffnung der römisch-katholischen Kirche für die Ökumene oder der verstärkte Dialog mit anderen Religionen anzuerkennen – vgl. dazu auch „Petition fordert uneingeschränkte Anerkennung der Beschlüsse des II. Vatikanischen Konzils„), sondern dass die Lefebvre-Bewegung die Absicht habe, Rom zu bekehren. Die Verbannung der Piusbruderschaft habe nun 20 Jahre gedauert. Nun wollten die Lefebvre-Bischöfe den Vatikan zu ihren Positionen führen.
Na. Das wird noch ein Tanz!
Siehe zu dem Thema auch meine Einschätzung, warum sich die römisch-katholische Weltkirche weiterhin in die konservative Richtung entwickeln wird: „Warum sollte Rom sich ändern?„
Wer das Interview mit Bischof Bernard Tissier de Mallerais lesen will, findet auf dem Blog „exultet.net“ eine deutsche Übersetzung: Bernard Tissier de Mallerais im Interview
Foto: LeoneL Schilling – Quelle: http://www.flickr.de



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