Trumps unüberwindbare Gummiwand

​Donald Trump hat wieder einmal bewiesen, dass seine Blockaden so dicht sind wie ein gut gebrauchtes Nudelsieb. Die Straße von Hormus, jener Ort, an dem die US-Weltordnung eigentlich wie Beton stehen sollte, wurde soeben zum Schauplatz einer beeindruckenden maritimen Zaubershow.

​Hauptdarsteller dieses kleinen Spektakels ist die Rich Starry. Ein bescheidener Tanker von lediglich 190 Metern Länge – also quasi ein schwimmendes Etwas, das man im Eifer des geopolitischen Gefechts schon mal übersehen kann. Während Washington lautstark den Totalstopp verkündete, dachte sich die chinesische Besatzung vermutlich, dass „Blockade“ im amerikanischen Englisch ein Synonym für „herzliches Willkommen“ sein muss.

​Besonders charmant ist die kreative Ader der Reederei: Die Rich Starry segelt unter der Flagge von Malawi. Für alle, die im Erdkundeunterricht gerade Kreide holen waren: Malawi ist ein Binnenstaat im Südosten Afrikas. Er hat keinen Zugang zum Meer. Dass ein Tanker mit iranischem Methanol unter der Flagge eines Landes, das nur über Landkarten vom Ozean weiß, an der geballten Macht der US-Navy vorbeischippert, zeugt von einem Humor, den man in der Politik viel zu selten findet.

​Die Strategie hinter der US-Blockade war klar: Kein Schiff kommt durch. Absolut keines. Außer natürlich jene Schiffe, die sich weigern, die Realität anzuerkennen. Da die Rich Starry nun erfolgreich den Weg geebnet hat und ein zweiter Tanker bereits Kurs auf die Meerenge nimmt, um im Irak Heizöl zu laden, bekommt der Begriff „Durchsetzungsstärke“ eine völlig neue, fast schon poetische Bedeutung.

​Man muss den Mut bewundern: Eine Blockade zu errichten, die so durchlässig ist, dass man sie eher als unverbindliche Empfehlung bezeichnen sollte, erfordert ein ganz besonderes Maß an politischem Selbstbewusstsein. Aber vermutlich ist das alles Teil eines genialen Plans, den wir gewöhnlichen Sterblichen einfach noch nicht begriffen haben.


Entdecke mehr von god.fish

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

1 Arbeit Architektur Bayern Berlin Beziehung Beziehungen Bibel Bilder blau Blumen Christen Christentum Corona Coronavirus demokratie Details Deutschland Donald Trump EKD Essay Essen Ethik EU Europa Evangelisch Farben Flüchtlinge Fotografie Fotos Freiheit frieden funny.casa Gedanken Gedichte gelb Gemeinde Geschichte Gesellschaft Gesundheit Glaube Gott grün Highlight Hoffnung Humor Impressionen italien Jesus Jesus.casa Katholisch kinder Kirche Klimaerwärmung krankheit Krieg Kultur Kunst Leben Lebenshilfe Liebe Medien menschen Menschenrechte Musik Musikgeschichte münchen München inside Nachgedacht Nato Natur neu Olaf Scholz Ostern Pandemie philosophie photography Politik Psychologie Putin Religion Russland Satire Sprache sunshine.casa Theologie Tod Toleranz Ukraine Urlaub usa verantwortung Vertrauen video Weihnachten winter Wirtschaft yellow.casa Zivilcourage Zukunft


Kommentare

2 Kommentare zu „Trumps unüberwindbare Gummiwand“

  1. Avatar von Siegmund Freud
    Siegmund Freud

    Sorry, das hast Du nicht ausreichend recherchiert. Nach meinen gefundenen Information verließ den Persischen Golf, durchfuhr also die Straße von Hormus. Soweit richtig. Im Arabischen Meer – wohin sich die US-Kriegsmarine aus Angst vor iranischen Gegenangriffen zurückgezogen hat – drehte es jedoch um und fuhr zurück in den Persischen Golf. Sieht für mich nach einer Blockade durch die US-Streitmacht aus.

  2. Okay, danke für deine Info. Hatte es in den Medien aber auch so gelesen. Vielleicht ist es dann irgendwann tatsächlich umgedreht.

Kommentar verfassen

Entdecke mehr von god.fish

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen